Windows-Unterstützung für große IDE-Festplatten

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Artikel-ID: 126855 - Produkte anzeigen, auf die sich dieser Artikel bezieht
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Dieser Artikel ist eine Übersetzung des folgenden englischsprachigen Artikels der Microsoft Knowledge Base:
126855 Windows Support for Large IDE Hard Disks
Falls Ihre Fragen zu Hardware durch diesen Artikel nicht beantwortet werden, finden Sie auf folgender Website von Microsoft weitere Artikel zu Hardware:
http://support.microsoft.com/default.aspx/w98?sid=460
Bitte beachten Sie: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Es ist möglich, dass nachträgliche Änderungen bzw. Ergänzungen im englischen Originalartikel in dieser Übersetzung nicht berücksichtigt sind. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen basieren auf der/den englischsprachigen Produktversion(en). Die Richtigkeit dieser Informationen in Zusammenhang mit anderssprachigen Produktversionen wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet. Microsoft stellt diese Informationen ohne Gewähr für Richtigkeit bzw. Funktionalität zur Verfügung und übernimmt auch keine Gewährleistung bezüglich der Vollständigkeit oder Richtigkeit der Übersetzung.
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Zusammenfassung

Windows 95 und Windows 98 unterstützen den Einsatz von IDE-Festplatten (IDE = Integrated Drive Electronics) mit einer Speicherkapazität von mehr als 504 MB (1024 Zylinder) durch Anwendung einer der folgenden Methoden:
  • ROM-BIOS-Unterstützung für INT13h-Erweiterungen (z.B. LBA = Logische Blockadressierung).
  • Unterstützung von Festplatten-Busadaptern (Festplatten-Controllern) für INT13h-Erweiterungen (z.B. LBA)
  • Verwendung nur der ersten 1024 Zylinder des Laufwerks
  • Unterstützung von Real-Modus-Treibern für Geometrieumsetzung
Zusätzlich wird der Windows 95/98-IDE-Festplattentreiber für den Schutzmodus (Esdi_506.pdr) eingesetzt, um einen 32-Bit-Datenträgerzugriff zu ermöglichen, wenn Sie eine der ersten drei vorstehend beschriebenen Methoden anwenden. Falls Sie einen Real-Modus-Treiber für die Geometrieumsetzung verwenden, wird der 32-Bit-Datenträgerzugriff durch Esdi_506.pdr ermöglicht; dies gilt jedoch nur, wenn Sie Version 6.03 (oder höher) der XBIOS-Treiber für OnTrack Disk Manager verwenden. Wenn Sie weitere Informationen zu Disk Manager oder Hilfestellung beim Einsatz von Disk Manager benötigen, wenden Sie sich an den Technischen Support von OnTrack.

Hinweis: Weitere Informationen zum FAT32-Dateisystem in Windows 95 und Windows 98 finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
154997 Beschreibung des FAT32 File Systems

Weitere Informationen

Auf IDE-Festplatten mit AT-Attachment-Schnittstelle (ATA-Schnittstelle) wird über AT ROM BIOS INT13h-Dienste zugegriffen. IDE übermittelt die Speicherkapazität einer Festplatte an den System-BIOS, indem es die Anzahl an Zylindern, Köpfen und Sektoren pro Spur (CHS) im CMOS-Speicher angibt.

Die Größe eines Sektors beträgt immer 512 Byte. Die Kapazität einer IDE-Festplatte kann daher mit folgender Formel ermittelt werden:
Zylinder x Köpfe x Sektoren pro Spur x 512 (Byte pro Sektor) = Kapazität
Die System-BIOS-INT13h-Schnittstelle ermöglicht maximal 1024 Zylinder, 255 Köpfe und 63 Sektoren pro Spur. Die IDE-Schnittstelle bietet eine Kapazität von maximal 65.536 Zylindern, 16 Köpfen und 255 Sektoren pro Spur. Um eine kompatible Kommunikation zwischen System-BIOS und IDE-Schnittstelle zu gewährleisten, muss der kleinste gemeinsame Nenner von 1024 Zylindern, 16 Köpfen und 63 Sektoren pro Spur angewendet werden. Wenn Sie INT13h-Dienste verwenden, um auf eine Festplatte zuzugreifen, beträgt die maximale Größe eines Laufwerks, auf das so zugegriffen werden kann, gemäß der nachstehenden Formel 504 MB:
1024 Zylinder x 16 Köpfe x 63 Sektoren pro Spur x 512 = 528.482.304 Byte oder 504 MB
Hinweis: Für einige Festplattenhersteller ist 1 MB gleich 1.000.000 Byte und somit 528.482.304 Byte gleich 528 MB. Den gängigen EDV-Standards entsprechend und für MS-DOS und Windows 95/98 gilt jedoch: 1 MB ist gleich 1.048.576 Bytes, d.h., 528.482.304 Bytes entsprechen 504 MB.

Für IDE-Festplatten von mehr als 504 MB werden daher im CMOS-Speicher mehr als 1024 Zylinder benötigt (alternativ dazu können auch mehr als 63 Sektoren pro Spur verwendet werden, dies ist jedoch sehr selten). Daraus folgt, dass Laufwerke dieser Größe nicht mit der System-BIOS-INT13h-Schnittstelle kompatibel sind und das gesamte Laufwerk somit nicht eingesetzt werden kann, falls der Festplatten-Controller nicht mit Geometrieumsetzung arbeitet. Da die meisten IDE-Controller nicht mit Geometrieumsetzung arbeiten, gilt für IDE-Festplatten in nahezu allen Fällen die durch das AT ROM BIOS des Systems bedingte Beschränkung auf 1024 Zylinder.

Hinweis: SCSI-Controller (SCSI = Small Computer System Interface) beinhalten in der Regel einen Gerätetreiber oder ein BIOS ROM, die die Aufgaben des System-AT ROM BIOS bei der Kommunikation mit einer SCSI-Festplatte übernehmen. ESDI-Laufwerke (Enhanced Small Device Interface) arbeiten mit einer INT13h-Funktionalität auf BIOS ROM-Basis und ermöglichen so eine Laufwerksgeometrieumsetzung, die mit der ATA-Schnittstelle kompatibel ist. Beachten Sie außerdem, dass Sie bei Verwendung von IDE-Festplatten die Möglichkeit haben, ein CMOS-Setup einzusetzen, mit dem Sie zwar alle Zylinder einsehen können, bei dem aber für das ROM BIOS weiterhin die Beschränkung auf nur 1024 Zylinder gilt.

MS-DOS, Windows 95 und Windows 98 unterstützen IDE-Laufwerke, die das 504-MB-Limit (1024 Zylinder) überschreiten und entweder mit Geometrieumsetzung oder LBA arbeiten. Die Geometrieumsetzung wird durch BIOS-Treiber implementiert, die die tatsächliche Geometrie der IDE-Festplatte in eine Geometrie umwandeln, die den INT13h-Beschränkungen des System-BIOS entspricht. LBA wird durch den System-BIOS- oder Festplatten-Busadapter implementiert, der die CHS-Information übersetzt, die im BIOS in einer 28-Bit-LBA gespeichert wird, die das Laufwerk zum Abrufen von Daten von der Festplatte nutzt.

Wenden Sie eine der folgenden Methoden an, um eine IDE-Festplatte von mehr als 504 MB (1024 Zylinder) in Verbindung mit MS-DOS oder Windows 95/98 einzusetzen:

ROM BIOS-Unterstützung für INT13h-Erweiterungen

Aktualisieren Sie das ROM BIOS Ihres Computers auf eine Version, die INT13h-Erweiterungen unterstützt. Ein BIOS, das LBA unterstützt, bietet eine automatische Umsetzung für IDE-Festplatten, die für mehr als 1024 Zylinder konfiguriert sind. Dadurch können Sie das gesamte Laufwerk mit MS-DOS, Windows 95 oder Windows 98 partitionieren und formatieren und den Windows 95-Datenträgertreiber für den Schutzmodus (Esdi_506.pdr) verwenden, um den 32-Bit-Zugriff zu ermöglichen.

Hinweis: Wenden Sie sich an Ihren Computerhersteller, wenn Sie Informationen zur Aktualisierung Ihres ROM BIOS oder zur Schaffung der Möglichkeit einer LBA-Unterstützung im CMOS-Speicher wünschen. Informationen zur Definition von CHSI-Informationen für Ihre Festplatte im CMOS-Speicher erhalten Sie vom Hersteller Ihrer Festplatte.

Weitere Informationen zu INT13H-Erweiterungen finden Sie in folgenden Artikeln der Microsoft Knowledge Base:
122052 Definition von LBA (Logical Block Addressing)
153550 Beschränkung der Partitionsgröße für Festplatten auf 8 GB

Festplatten-Busadapterunterstützung für INT13h-Erweiterungen

Erwerben Sie eine Festplatten-Controllerkarte, die INT13h-Erweiterungen unterstützt oder eine Geometrieumsetzung vornimmt. Dadurch können Sie das gesamte Laufwerk mit MS-DOS, Windows 95 oder Windows 98 partitionieren und formatieren und den Windows 95/98-Datenträgertreiber für den Schutzmodus (Esdi_506.pdr) verwenden, um den 32-Bit-Zugriff zu ermöglichen.

Hinweis: Informationen zum Kauf einer Festplatten-Controllerkarte, die INT13h-Erweiterungen unterstützt oder eine Geometrieumsetzung vornimmt, erhalten Sie vom Hersteller Ihrer Festplatte oder Ihres Festplatten-Controllers.

Unterstützung von Real-Modus-Treibern für die Umsetzung

Sie können Software eines Fremdanbieters für die Geometrieumsetzung verwenden. Beispiele für derartige Umsetzungssoftware sind SpeedStor von Storage Dimensions, EZ-Drive von Micro House und Disk Manager von OnTrack Computer Systems.

Falls Sie Version 6.03 oder höher der XBIOS-Treiber für OnTrack Disk Manager verwenden (sowohl der Treiber für den Master-Boot-Eintrag (Master Boot Record, MBR) als auch der CONFIG.SYS-Treiber müssen Version 6.03 oder höher sein), erhält der Windows 95/98/Me-Treiber für den Schutzmodus (Esdi_506.pdr) die tatsächliche Geometrie und den Bitversatzfaktor für die Sektoren vom OnTrack-Treiber, indem er eine API benutzt, die in der XBIOS-Spezifikation von OnTrack Disk Manager definiert ist. In diesem Fall ist ein 32-Bit-Festplattenzugriff unter Windows 95/98 möglich.

Wenn Sie XBIOS-Treiber für OnTrack Disk Manager einer Version vor 6.03 oder andere Treiber von Fremdanbietern verwenden, wird Esdi_506.pdr entfernt, und der Festplattenzugriff erfolgt im Real-Modus über die INT13h-Schnittstelle des System-BIOS. In diesem Fall können Sie zwar immer noch unter Windows auf Ihr Laufwerk zugreifen, doch geschieht dies dann im MS-DOS-Kompatibilitätsmodus.

Hinweis: Disk Manager 6.03 wird im Schutzmodus auf Festplatten über den primären IDE-Kanal unterstützt, wenn die DriveSpace-Datenträgerkomprimierung nicht installiert ist. Für Laufwerke, die an den sekundären IDE-Kanal angeschlossen sind, benötigen Sie Disk Manager 7.0 oder eine spätere Version. Wenn Sie die in Microsoft Windows 95/98 und Microsoft Plus! enthaltene DriveSpace-Datenkomprimierungssoftware verwenden, benötigen Sie Disk Manager 7.04 oder eine spätere Version. Der XBIOS-Treiber von OnTrack Disk Manager (Xbios.ovl) wird im Stammverzeichnis Ihres Startlaufwerks gespeichert und aus dem Master-Boot-Eintrag geladen, um die primäre Partition (Laufwerk C) zu unterstützen. Der CONFIG.SYS-Treiber (Dmdrvr.bin) unterstützt Erweiterungspartitionen und muss geladen werden, um auf Laufwerke in der Erweiterungspartition zugreifen zu können.

Informationen zur Festlegung von CHS-Informationen für Ihre Festplatte im CMOS-Speicher erhalten Sie vom Hersteller Ihrer Festplatte. Außerdem ist zu beachten, dass Sie bei Verwendung derartiger Programme in der Regel das Laufwerk mit einem speziellen Programm partitionieren und formatieren müssen, das in der Fremdanbietersoftware enthalten ist. Informationen zur entsprechenden Vorgehensweise finden Sie in der Dokumentation der betreffenden Software, oder wenden Sie sich an den Softwarehersteller.

Verwendung nur der ersten 1024 Zylinder des Laufwerks

In den CMOS-Einstellungen definieren Sie die CHS-Parameter so, dass nicht mehr als 1024 Zylinder benutzt werden. Dadurch sind Sie in der Lage, die Festplatte mit MS-DOS oder Windows 95/98 auf eine Kapazität von 504 MB zu partitionieren und zu formatieren und den Windows 95-Datenträgertreiber für den Schutzmodus (Esdi_506.pdr) zu verwenden, um den 32-Bit-Festplattenzugriff zu ermöglichen.

Informationen zur Festlegung von CHS-Informationen für Ihre Festplatte im CMOS-Speicher erhalten Sie vom Hersteller Ihrer Festplatte.

Verwendung großer Festplatten unter Windows und Windows für Workgroups

Die vorstehend beschriebenen Methoden ermöglichen Ihnen auch die Benutzung eines Laufwerks von mehr als 504 MB (1024 Zylinder) unter Windows Version 3.0 oder höher oder Windows für Workgroups Version 3.1 oder 3.11. Wenn Sie die beschriebenen Methoden anwenden, können Sie zudem auf den meisten Computern die 32-Bit-Dateizugriffsfunktion von Windows für Workgroups 3.11 (VFAT) benutzen. Beachten Sie, dass die Verwendung von INT13h-Erweiterungen oder Geometrieumsetzung gemäß der vorstehenden Beschreibung eine Benutzung der 32-Bit-Dateizugriffsfunktion von Windows für Workgroups nicht zulässt.

Unter Windows und Windows für Workgroups der Versionen 3.1 und später wird der 32-Bit-Festplattenzugriff durch einen FastDisk-Treiber namens WDCTRL ermöglicht. WDCTRL vergleicht die Gesamtzahl der für die Festplatte im BIOS-Parameter-Block (BPB) des CMOS-Speichers angegebenen Zylinder mit der Zylinderzahl, die von der Festplatte als Antwort auf den Befehl "Identify Drive" angegeben wird. Meldet das BIOS eine Zylinderzahl von mehr als 1024, scheitert die WDCTRL-Bestätigung unabhängig davon, ob der System-BIOS- oder Busadapter Geometrieumsetzung oder INT13h-Erweiterungen unterstützt.

Um einen 32-Bit-Festplattenzugriff bei Festplatten zu ermöglichen, die für mehr als 1024 Zylinder konfiguriert und somit nicht mit WDCTRL kompatibel sind, müssen Sie einen FastDisk-Treiber verwenden, der vom Hersteller der Festplatte oder des Festplatten-Controllers geliefert wird. Einen solchen FastDisk-Treiber können Sie auch anstelle von Esdi_506.pdr verwenden, um den 32-Bit-Festplattenzugriff unter Windows 95 und Windows 98 zu ermöglichen, obwohl dies bei den meisten Festplatten nicht erforderlich sein sollte.

Disk Manager ist ein Produkt der Firma OnTrack Computer Systems, einem von Microsoft unabhängigen Anbieter. Microsoft gewährt keine implizite oder sonstige Garantie in Bezug auf die Leistung oder Zuverlässigkeit dieses Produkts.

Das in diesem Artikel erwähnte Fremdanbieterprodukt wird von einem Lieferanten hergestellt, der von Microsoft unabhängig ist; Microsoft gewährt keine implizite oder sonstige Garantie in Bezug auf die Leistung oder Zuverlässigkeit dieser Produkte.

Vorbereiten einer Festplatte

Informationen über das Zusammenführen von Partitionen oder die Vorbereitung Ihrer Festplatte für die Installation oder Neuinstallation von Windows 95 oder Windows 98 finden Sie in folgenden Artikeln der Microsoft Knowledge Base:
255867 Mithilfe der Programme FDISK und FORMAT eine Festplatte partitionieren/neu partitionieren
221829 Installation von Windows 98 auf Computer ohne Betriebssystem

Eigenschaften

Artikel-ID: 126855 - Geändert am: Montag, 19. März 2007 - Version: 3.1
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
  • Microsoft Windows Millennium Edition
  • Microsoft Windows 98 Second Edition
  • Microsoft Windows 98 Standard Edition
  • Microsoft Windows 95
  • Microsoft Windows 3.0 Standard Edition
  • Microsoft Windows 3.0a
  • Microsoft Windows 3.1 Standard Edition
  • Microsoft Windows 3.11 Standard Edition
  • Microsoft Windows für Workgroups 3.2
  • Microsoft MS-DOS 6.22 Standard Edition
Keywords: 
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