Testen der Leistung von Microsoft RPC

SPRACHE AUSWÄHLEN SPRACHE AUSWÄHLEN
Artikel-ID: 177446 - Produkte anzeigen, auf die sich dieser Artikel bezieht
Dieser Artikel wurde zuvor veröffentlicht unter D37082
Dieser Artikel ist eine Übersetzung des folgenden englischsprachigen Artikels der Microsoft Knowledge Base:
177446 How to Test Microsoft Remote Procedure Call Performance
Alles erweitern | Alles schließen

Zusammenfassung

In diesem Artikel wird beschrieben, wie die Leistung von abgesetzten Prozeduraufrufen (Remote Procedure Call - RPC) getestet wird und wie die Problembehandlung bei Fehlermeldungen zu abgesetzten Prozeduraufrufen erfolgt.

Weitere Informationen

RPC ist kompatibel mit Open Software Foundation (OSF), kann jedoch nicht mit anderen DCE-Standards (DCE - Data Communications Exchange) ausgeführt werden. Abgesetzte Prozeduraufrufe sind IPC-Mechanismen (IPC - Interprocess Communication), die dem Industriestandard entsprechen. Sie dienen der Client-Server-Kommunikation, sind unabhängig vom Netzwerk und funktionieren mit einer Vielzahl von Netzwerkprotokollen. RPC verwendet IPC-Mechanismen, um die Kommunikation zwischen dem Client und dem Server herzustellen und um Programmfunktionen auf einem Remote-Computer aufzurufen. Für die komplexen Programme, für die Dienste auf dieser Ebene verwendet werden, ist eine Verbindung oder eine Durchsatzhöhe erforderlich, die für die Ausführung dieser Funktionen ausreicht. Wenn Sie z.B. Microsoft Exchange Server verwenden, muß eine Verbindung vorhanden sein, die zuverlässig den Datenfluss aufrechterhält.
  • RPC-FEHLERMELDUNGEN
    Wenn Sie RPC verwenden, wird u.U. eine der folgenden Fehlermeldungen angezeigt, die möglicherweise durch eine zu langsame Netzwerkverbindung verursacht wird:
       - Die RPC-Protokollsequenz wird nicht unterstützt.
       - Die RPC-Protokollsequenz ist unzulässig.
       - Der RPC-Server ist bereits in Wartestellung.
       - Der RPC-Server ist nicht in Wartestellung.
       - Der RPC-Server ist nicht verfügbar.
       - Der RPC-Server ist zu stark belastet, um diese Operation abzuschließen.
       - Bei einem abgesetzten Prozeduraufruf (RPC) ist ein Protokollfehler aufgetreten.
       - Die Übertragungssyntax wird vom RPC-Server nicht unterstützt.
       - Die RPC-Protokollsequenz wurde nicht gefunden.
       - Bei einem abgesetzten Prozeduraufruf (RPC) ist ein interner Fehler aufgetreten.
       - Der RPC-Server versuchte, eine ganze Zahl durch Null zu teilen.
       - Im RPC-Server ist ein Adressierungsfehler aufgetreten.
       - Gleitkommaoperation am RPC-Server hat eine Division durch Null verursacht.
       - Gleitkommaunterlauf ist am RPC-Server aufgetreten.
       - Gleitkommaüberlauf ist am RPC-Server aufgetreten.
       - Die Liste der RPC-Server, die für automatische Bindung von Zugriffsnummern zur 
         Verfügung steht, ist erschöpft.
       - Der angegebene Fehler ist kein gültiger Windows-RPC-Fehlercode.
       - Inkompatible Version des RPC Stub.
       - Das RPC-Pipe-Objekt ist ungültig oder beschädigt.
       - Es wurde versucht, eine ungültige Operation auf einem RPC-Pipe-Objekt auszuführen.
       - Die RPC-Pipe-Version wird nicht unterstützt.
       - Ungültige, asynchrone RPC-Zugriffsnummer für diesen Vorgang.
       - Das RPC-Pipeobjekt wurde bereits geschlossen.
       - Der RPC-Aufruf wurde abgeschlossen, bevor alle Pipes verarbeitet wurden.
       - Es sind keine weiteren Daten von der RPC-Pipe verfügbar.
  • PROBLEMBEHANDLUNG FÜR DIE RPC-LEISTUNG UND FEHLERMELDUNGEN
    Es gibt viele Tools, die Sie verwenden können, um festzustellen, ob eine RPC-Fehlermeldung durch eine zu langsame Netzwerkverbindung verursacht wird. Wenn Sie eine RPC-Fehlermeldung erhalten, sollten Sie zunächst prüfen, ob eine zu langsame Netzwerkverbindung die Ursache für das Problem sein kann. Gehen Sie nach einer oder mehreren der folgenden Methoden vor, um das Problem einzugrenzen.
  • Um zu testen, ob die Namensauswertung die Ursache für die RPC-Fehlermeldung ist, prüfen Sie, ob Sie auf dem Zielserver an der Eingabeaufforderung den Befehl "NET VIEW" verwenden können. Wenn TCP/IP (TCP/IP - Transmission Control Protocol/Internet Protocol) als Protokoll zwischen dem Client und dem Server eingesetzt wird, können Sie mithilfe einer Lmhosts-Datei Windows Internet Naming Service (WINS) als mögliche Ursache für das Problem ausschließen.
  • Testen Sie die grundsätzliche RPC-Konnektivität, indem Sie ein anderes RPC-Programm verwenden. In Windows NT Server sind mehrere RPC-Programme enthalten. Die Ereignisanzeige (Eventvwr.exe) und der Registrierungseditor (Regedt32.exe) können den Fokus auf einen beliebigen Computer setzten, auf dem Windows NT ausgeführt wird. Andere Programme, wie z.B. der Benutzer-Manager (Usrmgr.exe) und der Server-Manager (Srvmgr.exe) setzen Ihren Fokus standardmäßig auf den primären Domänencontroller (Primary Domain Controller - PDC). Verwenden Sie eines dieser Programme für einen weiteren Test der RPC-Konnektivität.
  • Zum Testen der Netzwerkkonnektivität überwachen Sie mit dem Systemmonitor (Perfmon.exe) die Geschwindigkeit, mit der eine Datei über das Netzwerk kopiert wird. Damit der Test einen entsprechenden Zeitraum dauert, und um vollständige Segmentierung und Sequenzierung zuzulassen, führen Sie den Test mit einer Datei aus, die mindestens 2 MB groß ist. So kopieren Sie die Datei mit dem Systemmonitor im Netzwerk:
1. Suchen Sie eine Datei mit 2 MB oder eine größere Datei. Wenn Sie keine Datei mit 2 MB haben, erstellen Sie mit dem COPY-Befehl eine Datei aus einer vorhandenen Datei. Geben Sie dazu an der Eingabeaufforderung den folgenden Befehl ein, und drücken Sie dann die EINGABETASTE:
       copy /b file.ext + file.ext + file.ext + file.ext destination.ext
ANMERKUNG: Verwenden Sie den binären Schalter (/b), wenn die Quelldatei nicht Text enthält. Damit wird verhindert, dass CTRL+Z als Zeilenendzeichen gelesen wird.
  1. Starten Sie auf dem Clientcomputer den Systemmonitor. Der Systemmonitor kann für das Kopieren einer Datei nicht zwischen Verbindungen zu verschiedenen Computern unterscheiden. Deshalb kann es empfehlenswert sein, alle aktuellen Netzwerkverbindungen zu beenden, wenn die Möglichkeit besteht, dass andere Verbindungen die Ergebnisse beeinflussen könnten. Wenn Sie alle aktuellen Netzwerkverbindungen beenden wollen, geben Sie an der Eingabeaufforderung "net use * /d" (ohne Anführungszeichen) ein, und drücken Sie dann die EINGABETASTE.
  2. Der Systemmonitor überwacht das Kopieren einer Datei für das Server- oder Redirector-Objekt und verwendet dabei die Einträge "Übertragene Bytes/s", "Erhaltene Bytes/s" und "Bytes/s". Um den Vorgang zu vereinfachen und um den Datenfluß der RPC-Verbindung genauer überwachen zu können, sollten Sie eine Datei vom Server auf den Client kopieren, auf dem das RPC-Programm ausgeführt wird. Dazu müssen Sie auf dem Server eine geeignete Datei mit 2 MB finden.
  3. Führen Sie auf dem Server im Systemmonitor die folgenden Schritte durch:
       a. Klicken Sie im Menü BEARBEITEN auf DIAGRAMM ERWEITERN.
       b. Klicken Sie im Feld OBJEKT auf REDIRECTOR.
       c. Klicken Sie im Feld DATENQUELLE auf "Erhaltene Bytes/s"
          und klicken Sie auf HINZUGÜGEN.
  4. Ordnen Sie an der Eingabeaufforderung dem Server einen Kennbuchstaben für ein Netzwerklaufwerk zu, und kopieren Sie dann die Datei vom Server auf den Client.
  5. Beobachten Sie im Systemmonitor die Werte für "Durchschnitt", "Max." und "Min.". Achten Sie darauf, ob beim Kopieren der Datei Werte unter 128Kbps oder 512Kbps auftreten. Diese Werte sollten höher liegen, damit wichtige Funktionen ausgeführt werden können. Wenn die Werte darunter liegen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass eine Netzwerkerweiterung erforderlich wird. Als Anhaltspunkt kann davon ausgegangen werden, dass ein Messergebnis von 800.000 Byte pro Sekunde (Bps) ein hervorragender Wert ist. Die folgende Tabelle enthält Angaben zur Umwandlung von Kilobit pro Sekunde (Kbps) in Kilobyte pro Sekunde (KBps):
           +--------------------------------------------+
           | Verbindung        | Byte pro Sekunde (Bps) | 
           +--------------------------------------------+
           | 128Kbps           | 16.384                 | 
           +--------------------------------------------+
           | 512Kbps           | 65.536                 | 
           +--------------------------------------------+
           | 1.544Mbps (T1)    | 193.000                | 
           +--------------------------------------------+
           | 10Mbps (Ethernet) | 1,250.000              | 
           +--------------------------------------------+
           | 46.320Mbps (T3)   | 5.790.000              | 
           +--------------------------------------------+
Bei einer bestimmten Leitungsgeschwindigkeit, wie z.B. 128Kbps, liegt der effektive Durchsatz jedoch unter 16.384 Bps, aufgrund von Verwendungs- und anderen Faktoren. Diese Zahlen sind ein theoretischer Maximalwert, der durch den Netzwerk-Overhead reduziert wird.
  1. Wenn Sie die Netzwerkkonnektivität weiter als Ursache für das Problem ausschließen möchten, führen Sie die folgenden Schritte durch:
       a. Klicken Sie auf dem Client im Systemmonitor im Menü BEARBEITEN 
          auf DIAGRAMM ERWEITERN.
       b. Klicken Sie im Feld OBJEKT auf REDIRECTOR.
       c. Klicken Sie im Feld DATENQUELLE auf "Erhaltene Bytes/s"
          und klicken Sie auf HINZUFÜGEN.
       d. Kopieren Sie die Datei wieder zurück auf den Server und überwachen Sie 
          beim Kopieren der Datei die Übertragungsrate.
ANMERKUNG: Stellen Sie sicher, dass diese Tests zwischen dem Client und dem Server der gewünschten Dienstebene entsprechen. Wenn Sie mit dem Systemmonitor zusätzliche Tests ausführen möchten, indem Sie die Richtung des Datenflusses zwischen Client und Server umkehren, wählen Sie die entsprechenden Zähler aus.
  • Die RPC-Kommunikation zwischen zwei Computern kann auch mit dem Tool "Rpcping" getestet werden. Weitere Informationen zur Verwendung des Tools "Rpcping" finden Sie im folgenden Artikel in der Microsoft Knowledge Base:
    167260 How to Use RPCPing to Test RPC Communication

  • Weitere Ursachen für RPC-Fehlermeldungen können Dienste von Drittherstellern oder umfangreichere Dienste sein, die auf dem Client oder Server ausgeführt werden. Um festzustellen, ob das Problem durch ausgeführte Dienste verursacht wird, beenden Sie alle Nicht-Standard-Dienste und testen Sie die RPC-Leistung noch einmal mithilfe der Ereignisanzeige und mit dem Systemmonitor.
  • Prüfen Sie den Status der RPC-Dienste auf dem Client und auf dem Server. Geben Sie dazu an der Eingabeaufforderung "net start" (ohne Anführungszeichen) ein, und drücken Sie dann die EINGABETASTE. Für einen Domänen-Controller wird dann die folgende Information angezeigt:
       Remote Procedure Call (RPC) Locator
       Remote Procedure Call (RPC) Service
  • Wenn Sie den Status dieser Dienste noch weiter prüfen möchten, verwenden Sie das Tool "Sc.exe", das im Microsoft Windows NT Resource-Kit enthalten ist. Weitere Informationen zum Tool "Sc.exe" finden Sie im folgenden Artikel in der Microsoft Knowledge Base:
       ARTIKEL-ID: Q166819
       TITEL     : Using Sc.exe and Netsvc.exe to Control Services Remotely
  • Der größte Teil des RPC-Codes befindet sich in "Services.exe". Möglicherweise reagiert einer der Threads nicht mehr. Verwenden Sie das Tool "Dr. Watson" (Drwtsn32.exe), um festzustellen, ob eine Fehlermeldung ausgegeben wurde. Selbst wenn das nicht der Fall ist, besteht die Möglichkeit, dass einer der Threads nicht mehr reagiert. In diesem Fall müssen Sie möglicherweise den Computer neu starten.
  • Sie können das Tool "Tlist.exe" verwenden, das Sie im Windows NT Resource-Kit finden, um folgende oder ähnliche Daten anzuzeigen:
          62 Win32StartAddr:0x022a3ca1 LastErr:0x000003e5 State:Waiting
          64 Win32StartAddr:0x022a4895 LastErr:0x00000000 State:Waiting
          67 Win32StartAddr:0x76e03f90 LastErr:0x00000000 State:Waiting
          4.0.1381.4 shp  0x02290000  services.exe
          4.0.1381.4 shp  0x77f60000  ntdll.dll
          4.0.1381.4 shp  0x77e10000  RPCRT4.dll
       Aus einer Prüfung der Statusangaben, der Dateien und der Datumsangaben 
       können weitere Informationen bezogen werden.
  • Verwenden Sie mit dem Aufgaben-Manager das Tool "Pmon.exe", (das Sie im Windows NT Resource-Kit finden), um Informationen zu "Services.exe" einzuholen, wie z.B. Speicher- und CPU-Auslastung.
  • Das Tool "Pstat.exe", das ebenfalls im Windows NT Resource-Kit enthalten ist, zeigt den Thread-Status für "Services.exe" an.
Bitte beachten Sie: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Es ist möglich, daß nachträgliche Änderungen bzw. Ergänzungen im englischen Originalartikel in dieser Übersetzung nicht berücksichtigt sind. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen basieren auf der/den englischsprachigen Produktversion(en). Die Richtigkeit dieser Informationen in Zusammenhang mit anderssprachigen Produktversionen wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet. Microsoft stellt diese Informationen ohne Gewähr für Richtigkeit bzw. Funktionalität zur Verfügung und übernimmt auch keine Gewährleistung bezüglich der Vollständigkeit oder Richtigkeit der Übersetzung.

Eigenschaften

Artikel-ID: 177446 - Geändert am: Dienstag, 9. November 2004 - Version: 1.0
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
  • Microsoft Windows NT Server 4.0 Enterprise Edition
  • Microsoft Windows NT Server 3.5
  • Microsoft Windows NT Server 3.51
  • Microsoft Windows NT Server 4.0 Standard Edition
  • Microsoft Windows NT Workstation 3.5
  • Microsoft Windows NT Workstation 3.51
  • Microsoft Windows NT Workstation 4.0 Developer Edition
Keywords: 
kbhowto kbnetwork KB177446
Microsoft stellt Ihnen die in der Knowledge Base angebotenen Artikel und Informationen als Service-Leistung zur Verfügung. Microsoft übernimmt keinerlei Gewährleistung dafür, dass die angebotenen Artikel und Informationen auch in Ihrer Einsatzumgebung die erwünschten Ergebnisse erzielen. Die Entscheidung darüber, ob und in welcher Form Sie die angebotenen Artikel und Informationen nutzen, liegt daher allein bei Ihnen. Mit Ausnahme der gesetzlichen Haftung für Vorsatz ist jede Haftung von Microsoft im Zusammenhang mit Ihrer Nutzung dieser Artikel oder Informationen ausgeschlossen.

Ihr Feedback an uns

 

Contact us for more help

Contact us for more help
Connect with Answer Desk for expert help.
Get more support from smallbusiness.support.microsoft.com