Beschreibung des Microsoft-Computersuchdienstes

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Dieser Artikel ist eine Übersetzung des folgenden englischsprachigen Artikels der Microsoft Knowledge Base:
188001 Description of the Microsoft Computer Browser Service
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Zusammenfassung

Der Computersuchdienst, der in früheren Versionen von Windows verwendet wurde, um die NetBIOS-Namensauflösung bereitzustellen, wird in Windows 2000 durch Microsoft Active Directory-Dienste ersetzt. Der Suchdienst in Windows 2000 dient dazu, die Abwärtskompatibilität mit Clientcomputern zu gewährleisten, die mit früheren Versionen von Windows arbeiten.

Dieser Artikel beschreibt die grundlegenden Methoden, mit denen ein Servercomputer den Clientcomputern auf dem Netzwerk die Suchlistenfunktionalität bereitstellt. Für ausführlichere Informationen der Suchdienstkomponenten lesen Sie bitte die folgenden Dokumente:
  • Microsoft Windows NT 4.0 Resource Kit, Kapitel 3, "Windows NT 4.0-Suchdienst."
  • Das auf der folgenden Microsoft-Website verfügbare Dokument "Browsing and Windows 95 Networking":
       http://microsoft.com/win32dev/netwrk/browser.htm
     - Das auf der folgenden Microsoft-Website verfügbare Dokument "Common Internet File System Browser Protocol":
       ftp://ftp.microsoft.com/developr/drg/cifs/cifsbrow.doc
     - Die in der Microsoft Windows NT 4.0 Resource Kit-Datei "Regentry.hlp" beschriebenen Suchdienst-Registrierungseinstellungen.
Die Hauptfunktion des Suchdienstes besteht im Bereitstellen einer Liste von Computern, die Ressourcen in der Domäne eines Clients gemeinsam nutzen, zusammen mit einer Liste von anderen Domänen- und Arbeitsgruppennamen im gesamten öffentlichen Netzwerk (WAN). Diese Liste wird allen Clients bereitgestellt, die Netzwerkressourcen über "Netzwerkumgebung" oder den Befehl NET VIEW anzeigen.

Weitere Informationen

Der Suchdienst verwaltet eine Liste mit Namen der Domäne oder der Arbeitsgruppe, in der sich der Computer befindet. Zudem verwaltet er das Protokoll, das für jeden Computer auf dem Netzwerksegment verwendet wird, der durch den Computer bedient wird, der den Suchdienst ausführt. Auf jedem Netzwerksegment wird ein Hauptsuchdienst aus der Gruppe von Computern auf dem Segment ausgewählt, die den Suchdienst ausführen.

Der Hauptsuchdienst ist verantwortlich für die Entgegennahme von Host- oder Serverankündigungen, die alle 12 Minuten als Datagramme von jedem Server auf dem Netzwerksegment des Hauptsuchdienstes gesendet werden. Der Hauptsuchdienst weist den potentiellen Suchdiensten für jedes Netzwerksegment die Funktion als Sicherungssuchdienste zu. Der Sicherungssuchdienst auf einem bestimmten Netzwerksegment stellt den Clientcomputern, die sich im gleichen Segment befinden, eine Suchliste zur Verfügung.

Hinweis: In einer Windows NT-Domänenstruktur wird immer der primäre Domänencontroller (PDC) als Hauptsuchdienst der Domäne ausgewählt. Nur der PDC kann ein Hauptsuchdienst der Domäne sein. Wenn kein PDC vorhanden ist, steht kein Hauptsuchdienst der Domäne zur Verfügung und Sie können keine Suchlisten von anderen Arbeitsgruppen als der Arbeitsgruppe, in der Sie sich befinden, abrufen.

Auf einem bestimmten Netzwerksegment gibt es nur einen Hauptsuchdienst. Alle anderen Domänencontroller außer dem PDC fungieren als Sicherungssuchdienste. Zusätzlich wird für jeweils 32 Computer auf dem Netzwerksegment ein weiterer Sicherungssuchdienst zugewiesen.

In einer Arbeitsgruppenkonfiguration, die Windows NT Workstation-basierte Computer enthält, gibt es immer einen Hauptsuchdienst. Wenn sich mindestens zwei Windows NT Workstation-basierte Computer in der Arbeitsgruppe befinden, gibt es ebenfalls einen Sicherungssuchdienst. Für jeweils 32 Windows NT Workstation-basierte Computer in der Arbeitsgruppe gibt es einen weiteren Sicherungssuchdienst.

Wenn auf einem bestimmten Netzwerksegment kein Domänencontroller vorhanden ist, wird ein Auswahlvorgang gestartet, um einen Hauptsuchdienst und einen Sicherungssuchdienst aus den Computern auf dem Segment auszuwählen, wobei nach der folgenden Priorität vorgegangen wird:
   Windows 2000 Server
   Windows 2000 Professional
   Microsoft Windows NT 4.0 Server Enterprise Edition
   Microsoft Windows NT 4.0 Server
   Microsoft Windows NT 4.0 Workstation
   Microsoft Windows 98
   Microsoft Windows 95
   Microsoft Windows für Workgroups 3.11
Rolle des Hauptsuchdienstes der Domäne

Da der Suchdienst von Broadcastsegmenten gebunden ist und jeder Hauptsuchdienst seine eigene separate Liste verwaltet, muss es eine Möglichkeit geben, diese Listen in einer einzigen domänenweiten Liste zusammenzuführen. Diese Funktionalität wird vom Hauptsuchdienst der Domäne, der der PDC für die Domäne ist, bereitgestellt. Diese Funktionalität ist für andere Netzwerkprotokolle außer dem Transmission Control Protocol/Internet Protocol (TCP/IP) nicht erforderlich.

Der PDC ist ebenfalls dafür verantwortlich, alle 12 Minuten die Verbindung zu seinem primären Windows Internet Name Service (WINS)-Server herzustellen, um eine Liste aller Domänennamen-Einträge des Typs <1b> abzurufen, die von den PDCs im gesamten Unternehmen registriert werden. Dies erfolgt durch Herausgabe einer MSRPC R_WinsGetBrowserNames-Anforderung.

Diese Namen bilden zusammen mit den Arbeitsgruppenankündigungs-Datagrammen, die von den Hauptsuchdiensten im gesamten WAN gesammelt werden, die vollständige Liste von Domänen- und Arbeitsgruppennamen. Die durch Arbeitsgruppenankündigungen entdeckten Namen werden den vom WINS abgerufenen Namen vorgezogen. Diese Domänen- und Arbeitsgruppennamen enthalten ebenfalls den Namen des Servers, der einen bestimmten Computer in der Suchliste registriert. Falls ein WINS-Server nicht verfügbar oder nicht registriert ist, fordert der Suchdienst des Client die Serverliste von dem Computer an, der den Namen registriert hat. Diese Operation wird auf Anweisung des Client durch seinen Suchdienst durchgeführt und wird als Double-Hop bezeichnet.

Der PDC führt alle Listen zusammen, die von den Hauptsuchdiensten auf jedem Segment im gesamten WAN gesammelt wurden. Alle 12 Minuten stellt der Hauptsuchdienst die Verbindung zum PDC her, um die domänenweite Liste abzurufen. Die Liste wird abgerufen, indem zunächst eine NetServerEnum-Anforderung mit dem Flag 0xFFFFFFFF herausgegeben wird. Mit dieser Anforderung wird die vollständige Liste von Servern in der Domäne abgerufen. Der Hauptsuchdienst gibt anschließend die gleiche Anforderung mit dem Flag 0x8000000 heraus, wodurch alle Domänen- und Arbeitsgruppennamen angefordert werden.

Um dem PDC zu signalisieren, die von diesem Hauptsuchdienst erstellte Liste abzurufen, sendet der Hauptsuchdienst dem PDC einen zielgerichteten Hauptankündigungsrahmen über User Datagram Protocol (UDP)-Port 138. Dies signalisiert dem PDC, unverzüglich eine Verbindung zu dem Hauptsuchdienst herzustellen und dessen Liste abzurufen. Diese Kommunikation erfolgt ebenfalls über zwei NetServerEnum-Anforderungen. Zunächst wird eine NetServerEnum-Anforderung mit dem Flag 0x40000000 herausgegeben, um die vom Hauptsuchdienst erstellte lokale Liste mit Servern anzufordern. Anschließend wird eine NetServerEnum-Anforderung mit dem Flag 0xC0000000 gesendet, um die lokalen Arbeitsgruppenankündigungsrahmen abzurufen, die vom Hauptsuchdienst anderer Domänen oder Arbeitsgruppen auf seinem Segment gesendet wurden. Jeder Sicherungssuchdienst auf dem Segment gibt alle 12 Minuten eine NetServerEnum-Anforderung mit den Flags 0xFFFFFFFF und x80000000 heraus, um die vollständige Liste von Servern, Domänen und Arbeitsgruppennamen abzurufen.

Registrierungs- und Übermittlungsdauer

Da der Suchdienst von Serverbroadcasts abhängig ist, ist seine Kommunikation verbindungslos und erklärtermaßen unzuverlässig. Wenn ein Server gestartet wird, sendet er unverzüglich einen Hostankündigungsrahmen. Dieser Prozess wird nach 4 Minuten und erneut nach 8 Minuten wiederholt. Danach wird der Prozess alle 12 Minuten wiederholt.

Wenn man den Verlust einiger weniger Datagrammrahmen berücksichtigt, kann man davon ausgehen, dass der Hauptsuchdienst des Netzwerksegments den Namen eines bestimmten Computers innerhalb von 12 Minuten nach dem Start zu der Suchliste hinzufügt. Von diesem Punkt an wird verbindungsorientierter Verkehr verwendet, und die Sequenzen sind deterministischer. Innerhalb von 12 Minuten stellt der Hauptsuchdienst des Segments die Verbindung zu dem PDC her, um die domänenweite Liste abzurufen, und gleichzeitig stellt der PDC die Verbindung zum Hauptsuchdienst her und wird über den neuen Server informiert.

Hauptsuchdienste auf Remote-Segmenten stellen ebenfalls alle 12 Minuten die Verbindung zum PDC her und werden bald über den neuen Server informiert. Innerhalb von 12 Minuten, nachdem der Remote-Hauptsuchdienst über den Namen eines neuen Computers informiert wurde, stellen alle Sicherungssuchdienste die Verbindung zu ihrem Hauptsuchdienst her. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Suchdienste auf einem Remote-Segment über den neuen Server informiert. In einer WAN-Umgebung mit mehreren Segmenten sollte es maximal 48 Minuten (12 + 12 + 12 + 12) dauern, bis alle Clients in der Domäne den neuen Computer erkennen. Auf einem Netzwerk, auf dem Broadcasts und Netzwerknutzung innerhalb von sicheren Parametern liegen, sollte dieser Zeitraum ungefähr nur halb so lange dauern (24 Minuten).

Das Entfernen von Computern von der Suchliste kann möglicherweise länger dauern. Um verlorengegangene Datagrammrahmen zu berücksichtigen, entfernt der Hauptsuchdienst einen Server erst von seiner Liste, wenn 3 Ankündigungszeiträume abgelaufen sind. Wenn der Server nicht ordnungsgemäß heruntergefahren wird oder wenn die Netzwerkverbindung verlorengeht, kann der Server bis zu 36 Minuten in der Liste des Hauptsuchdienstes verbleiben. Nach diesem Zeitraum wird der PDC informiert, um den Servernamen zu entfernen. Es folgt der gleiche Kommunikationsfluss, um den Servernamen zu entfernen. Innerhalb von 12 Minuten ruft ein Hauptsuchdienst auf einem Remote-Segment die domänenweite Liste vom PDC ab, und innerhalb von 12 Minuten stellt jeder Sicherungssuchdienst die Verbindung zum Hauptsuchdienst her. Dieser Prozess kann bis zu 72 Minuten dauern (36 + 12 + 12 + 12). Wenn der Server ordnungsgemäß heruntergefahren wird, sendet der Suchdienst einen einzelnen Hostankündigungsrahmen, der darauf hinweist, dass er nicht länger als Server fungiert. Nach dem Empfang dieses Datagramms entfernt der Hauptsuchdienst den Server unverzüglich von seiner lokalen Liste. Auf einem Netzwerk, auf dem Broadcasts und Netzwerknutzung innerhalb von sicheren Parametern liegen, sollte dieser Zeitraum ungefähr nur halb so lange dauern (36 Minuten).

Da die Rolle eines Servers als Suchdienst dynamisch innerhalb von regelmäßigen Auswahlverfahren zugewiesen wird, kann es schwierig sein, den Kommunikationsfluss zu bestimmen, der dazu dient, die Suchliste einem bestimmten Clientcomputer zur Verfügung zu stellen. Wenn ein Hauptsuchdienst ordnungsgemäß beendet wird, veranlasst er während des Herunterfahrens die Auswahl eines neuen Hauptsuchdienstes. Wenn der Sicherungssuchdienst, der als Hauptsuchdienst ausgewählt wird, lange genug auf dem Netzwerk vorhanden war, um eine vollständige Suchliste zu erhalten, startet er mit einer vollständig übermittelten Suchliste als Hauptsuchdienst, und die Suchdienstfunktionalität auf dem Netzwerksegment wird ohne Unterbrechung fortgesetzt.

Wenn ein Server, der als Hauptsuchdienst fungierte, nicht ordnungsgemäß heruntergefahren wird, oder wenn das Anforderungsdatagramm des Hauptsuchdienstes zum Veranlassen einer neuen Auswahl verlorengeht, kann es zu einer Verzögerung kommen, bevor die Suchdienstfunktionalität auf dem Netzwerksegment verfügbar ist. Die Auswahl eines neuen Hauptsuchdienstes wird veranlasst, wenn ein Clientcomputer eine Suchliste anfordert und keinen Hauptsuchdienst finden kann. Abhängig von der Netzwerknutzung kann es bis zu 12 Minuten dauern, bis ein Sicherungssuchdienst erkennt, dass kein Hauptsuchdienst vorhanden ist.

Anforderungen hinsichtlich der Namensauflösung

Die Namensauflösung in der gesamten Domäne ist entscheidend dafür, dass das verteilte Suchdienstmodell funktioniert. Alle Computer im gesamten WAN, die potentielle Hauptsuchdienste sind, müssen in der Lage sein, den Domänennamen-Eintrag des Typs <1b> für den PDC aufzulösen. Nachdem ein potentieller Hauptsuchdienst eine positive Antwort auf die Anfrage nach einem PDC erhält, muss der Hauptsuchdienst ebenfalls in der Lage sein, den Computernamen-Eintrag des Typs <00> des PDC aufzulösen. Der PDC muss in der Lage sein, die Namen aller Computer aufzulösen, die potentielle Hauptsuchdienste sind, um die Verbindung zu ihnen herstellen zu können. Der PDC hört die zielgerichteten Hauptankündigungen von den Hauptsuchdiensten am UDP-Port ab.

Diese Ankündigung veranlasst den PDC, den Computernamen des Typs <00> des Hauptsuchdienstes aufzulösen und die vom Hauptsuchdienst verwaltete Suchliste anzufordern.

Wenn eine Suchliste einem Clientcomputer zugänglich gemacht wurde, muss der Clientcomputer den NetBIOS-Namenseintrag aller aufgelisteten Computer auflösen, um gemeinsam genutzte Ressourcen anzuzeigen. Daher müssen alle Clientcomputer in der Lage sein, die Internet Protocol (IP)-Adresse aller Computer in der Domäne aufzulösen. In den meisten Netzwerkkonfigurationen bedeutet dies, dass die verteilte WINS-Infrastruktur ordnungsgemäß funktionieren muss.

Zusätzliche Suchbegriffe: windows2000 windows-2000 netbios suchdienst netzwerk

Bitte beachten Sie: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Es ist möglich, dass nachträgliche Änderungen bzw. Ergänzungen im englischen Originalartikel in dieser Übersetzung nicht berücksichtigt sind. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen basieren auf der/den englischsprachigen Produktversion(en). Die Richtigkeit dieser Informationen in Zusammenhang mit anderssprachigen Produktversionen wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet. Microsoft stellt diese Informationen ohne Gewähr für Richtigkeit bzw. Funktionalität zur Verfügung und übernimmt auch keine Gewährleistung bezüglich der Vollständigkeit oder Richtigkeit der Übersetzung.

Eigenschaften

Artikel-ID: 188001 - Geändert am: Dienstag, 9. November 2004 - Version: 3.1
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
  • Microsoft Windows 2000 Server
  • Microsoft Windows 2000 Professional Edition
  • Microsoft Windows 2000 Advanced Server
Keywords: 
kbhowto kbenv KB188001
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