Artikel-ID: 199174 - Geändert am: Dienstag, 9. November 2004 - Version: 3.1 Grundlagen der Verzeichnisreplikation für Windows 2000
Dieser Artikel wurde zuvor veröffentlicht unter D43816 Dieser Artikel ist eine Übersetzung des folgenden englischsprachigen Artikels der Microsoft Knowledge Base: 199174 (http://support.microsoft.com/kb/199174/EN-US/ ) Directory Replication Basics for Windows 2000 ZusammenfassungDieser Artikel beschreibt neue Begriffe und Design-Erwägungen und enthält ein einfaches Beispiel für die Konfiguration von Standorten in Ihrem Unternehmen. Weitere InformationenMit Windows 2000 Server wird ein neues Konzept der Replikationstopologie mit Standorten, Standortverknüpfungen und Standortverknüpfungsbrücken eingeführt. Die Standortkonfiguration (oder physische Struktur) ist eigentlich ein Modell des physischen Netzwerks. Da Windows 2000 das physische Netzwerk (geroutete Entitäten usw.) nicht kennt, müssen Sie eine Standortkonfiguration anlegen, die das physische Netzwerk widerspiegelt. Ebenso wird die Domäne oder logische Struktur getrennt vom Standort definiert. Obwohl Domäne, Standort und physische Strukturen unabhängig voneinander konfiguriert werden, gibt es Abhängigkeiten zwischen ihnen, die sich auf die Replikation auswirken. Standort Ein Standort ist eine Zusammenfassung eines oder mehrerer Subnetze, die vom Administrator definiert werden. Wenn Sie Subnetze definieren, so sollten diese mit LAN-Verbindungen (LAN = Local Area Network) mit einer hohen Bandbreite versehen sein. Standorte können mehrere Domänen enthalten, und eine Domäne kann mehr als einen Standort umfassen. Wenn eine Domäne mehr als einen Standort umfasst, muss sie über einen standortübergreifenden IP-Transport replizieren (IP = Internet Protocol). Sie können den standortübergreifenden SMTP-Transport (SMTP = Simple Mail Transfer Protocol) nur für die globale Katalogreplikation und die Replikation von Namenskontexten verwenden, die keine Domänennamenskontexte sind, z.B. für Konfigurations- und Schemennamenskontexte. Sie definieren und verwalten einen Standort im Snap-In "Active Directory-Standorte und -Dienste". Wenn Sie einen Domänencontroller als ersten Domänencontroller in einer Gesamtstruktur installieren, wird standardmäßig ein neuer Standort erstellt. Sie können auch weitere Standorte erstellen. Verbindung Ein Verbindungsobjekt ist eine unidirektionale Replikationsverbindung von einem Domänencontroller zu einem anderen, die vom Ersteller der Active Directory-Replikationstopologie (KCC) oder vom Administrator hergestellt wird. Um eine bidirektionale Replikation zu erreichen, definieren Sie zuerst zwei unidirektionale Verbindungsobjekte. Der KCC erzeugt periodisch Verbindungen, um die Verzeichnisverbindungen ohne manuelle Eingriffe zu verwalten. Sie können Verbindungen jedoch manuell herstellen. Wenn Sie eine Verbindung herstellen, die mit der Verbindung, die der KCC herstellen würde, identisch ist, stellt der KCC keine zusätzliche Verbindung her und löscht manuelle Verbindungen nicht. Ein Verbindungsobjekt besteht unter dem NTDS-Einstellungsobjekt des Servers, der Ziel der Replikationsaktivität ist. Die Replikation ist immer pull-basiert. Ein Verbindungsobjekt besteht zwischen zwei bestimmten Servern. Verbindungsobjekte können standortintern oder standortübergreifend sein, abhängig davon, ob die Endpunkte der Verbindung sich im selben Standort oder in verschiedenen Standorten befinden. Ein Verbindungsobjekt stellt keine Einschränkung für die Partitionen dar, die zwischen den zwei Servern repliziert werden können. Das Verzeichnis repliziert alle Partitionen, die die beiden Server gemeinsam haben. Um das zu verdeutlichen: Wenn ein globaler Katalogserver (GC1) eingehende Verbindungen von GC2 und GC3 hat, repliziert GC1 alle Partitionen von beiden globalen Katalogservern, auch wenn diese Aktion überflüssig erscheint. Standortverknüpfung Eine Standortverknüpfung ist ein Objekt, das zwei Standorte darstellt, die physisch über eine WAN-Verknüpfung (WAN = Wide Area Network) miteinander verbunden sind. Zwar kann die Standortverknüpfung mehr als zwei Standorte enthalten, dieser Artikel beschreibt jedoch den einfachsten Fall - eine Verknüpfung mit zwei Standorten. Die Standortverknüpfung ermöglicht es dem Administrator, Kosten und Transport für die Replikation zuzuordnen. Bei diesem Verfahren werden Parameter für die Replikation definiert. Die Kosten sind ein beliebiger Wert, der vom Administrator gewählt wird, um Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der physischen Verbindung zwischen den Standorten wiederzugeben. Wenn Sie den Kostenwert für die Verbindung senken, wird die Priorität erhöht. Standortverknüpfungen haben ein Replikationsintervall und einen Zeitplan, die kostenunabhängig sind. Die Kosten werden vom KCC genutzt, um einem Standortverknüpfungspfad gegenüber einem anderen den Vorzug zu geben. Wenn eine Standortverknüpfung mehr als zwei Standorte hat, werden alle Standorte in der Standortverknüpfung als Teil einer vollständig verbundenen NxN-Stern-Topologie betrachtet. Der KCC verwendet Standortverknüpfungen, um zu bestimmen, zu welchen Standorten eine Verbindung hergestellt werden soll. Ohne Standortverknüpfungen hat der KCC keine Informationen über die Standorte, die im Netzwerk erreichbar sind, und kennt die relativen Kosten der WAN-Verbindungen zwischen den Standorten nicht. Sie sollten zumindest genug Standortverknüpfungen hinzufügen, damit jeder Standort transitiv mit jedem anderen Standort verknüpft ist. Wenn Sie so vorgehen, erreicht ein Verzeichnisobjekt, das auf einem bestimmten Domänencontroller in einem bestimmten Standort hinzugefügt oder geändert wird, schließlich alle Domänencontroller in allen Standorten. Standortverknüpfungsbrücke Eine Standortverknüpfungsbrücke fasst zwei oder mehr Standortverknüpfungen zusammen, d.h. sie bietet eine Struktur zum Aufbau transitiver Verknüpfungen zwischen Standorten und zur Ermittlung des kostengünstigsten Pfades. Sie haben z.B. drei Standorte A, B und C und erstellen die folgenden Standortverknüpfungen: Wenn Standort B nicht verfügbar ist (wenn kein Domänencontroller im Standort verfügbar ist), kann Standort A nicht nach Standort C replizieren, weil es keine Verknüpfung zwischen Standort A und Standort C gibt. Um dieses Problem zu beheben, erstellen Sie entweder eine Standortverknüpfung zwischen den Standorten A und C zu den entsprechenden Kosten, oder erstellen Sie eine Standortverknüpfung, die aus Verknüpfungen zwischen Standort A und B und zwischen Standort B und C besteht. Die Brücke leitet eine transitive Verknüpfung zwischen den Standorten A und C zu Kosten von 7 ab. In diesem Beispiel ist die Erstellung einer Verknüpfung zwischen den Standorten A und C ebenso einfach wie die Erstellung einer Standortverknüpfungsbrücke. Wenn Sie ein komplexeres Netzwerk mit vielen Standorten haben, ist die Standortverknüpfungsbrücke leichter zu verwalten, da Sie nicht viele Verknüpfungen zwischen allen Standorten erstellen müssen. Wenn Sie Standortverknüpfungsbrücken nutzen und die Netzwerkverbindung zwischen Standort A und B verbessert wird, so dass die Kosten der Standortverknüpfung reduziert werden, müssen Sie außerdem nur die Kosten einer einzigen Standortverknüpfung aktualisieren (der Verknüpfung zwischen den Standorten A und B=, nicht die mehrerer Standortverknüpfungen (zwischen den Standorten A und B und zwischen A und C). Standortverknüpfungsbrücken sind nur dann relevant, wenn Sie die Option BRÜCKE ZWISCHEN ALLEN STANDORTVERKNÜPFUNGEN aktivieren. Wenn Sie diese Option aktivieren, werden die Brücken ignoriert, und alle Standortverknüpfungen werden als Teil einer einzigen großen Brücke betrachtet. Das ist die Standardeinstellung in Windows 2000. Für Standortverknüpfungen mit einem gemeinsamen Standort ermöglicht eine Brücke das Routing über diesen Standort und die Erstellung eines transitiven Pfades, der die Summe der einzelnen Standortverknüpfungen darstellt. Im obigen Beispiel bedeutet das, dass bei deaktivierter automatischer Überbrückung und Vorhandensein einer Brücke (von Standort A nach B und von Standort B nach C) der KCC einen gerouteten, transitiven Pfad von Standort A nach Standort C zu Kosten von 7 ableiten kann. Beachten Sie, dass Standort B nur für IP-Routing in Betracht gezogen wird. Für den KCC spielt es keine Rolle, ob Standort B eine Kopie der betreffenden Domäne hat, deren Topologie er zu errechnen versucht. Brücken können sinnvoll sein, um den KCC auf bestimmte Pfade in der Standortverknüpfungstopologie einzuschränken. Auswirkungen der Domänenstruktur auf die Standortreplikation Es gibt Regeln, die die Beziehung zwischen Domänen und Standorten festlegen. Die wichtigsten Regeln für Standorte:
Bestimmte weiterführende Themen, die mit der Standortreplikation zu tun haben, werden in diesem Artikel nicht erörtert. Zu diesen Themen gehören die Planung von Standortverknüpfungen, das Bridgeheadserver-Design, die Verwendung von IP- oder SMTP-Transporten und die Funktionsweise der Replikation bezogen auf die drei Namenskontexte (Konfiguration, Schema und Domänen). Weitere Informationen dazu finden Sie im Windows 2000 Server Distributed Systems Guide im Microsoft Windows 2000 Server Resource Kit (Kapitel 6: "Active Directory Replication"). Die in der Knowledge Base angebotenen Artikel stellen eine Serviceleistung von Microsoft dar. Microsoft übernimmt keinerlei Gewährleistung dafür, dass die angebotenen Artikel und Informationen auch in Ihrer Einsatzumgebung die erwünschten Ergebnisse erzielen. Die Entscheidung, ob und in welcher Form Sie die angebotenen Artikel und Informationen nutzen, liegt allein bei Ihnen. Sie verwenden die in den Artikeln angebotenen Informationen auf eigene Gefahr. Mit Ausnahme der gesetzlichen Haftung für Vorsatz ist jede Haftung von Microsoft im Zusammenhang mit Ihrer Nutzung dieser Artikel oder Informationen ausgeschlossen. Zusätzliche Suchbegriffe: windows2000 win2000 replikation begriffe design konfiguration Bitte beachten Sie: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Es ist möglich, dass nachträgliche Änderungen bzw. Ergänzungen im englischen Originalartikel in dieser Übersetzung nicht berücksichtigt sind. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen basieren auf der/den englischsprachigen Produktversion(en). Die Richtigkeit dieser Informationen in Zusammenhang mit anderssprachigen Produktversionen wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet. Microsoft stellt diese Informationen ohne Gewähr für Richtigkeit bzw. Funktionalität zur Verfügung und übernimmt auch keine Gewährleistung bezüglich der Vollständigkeit oder Richtigkeit der Übersetzung. Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
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