Artikel-ID: 283037 - Produkte anzeigen, auf die sich dieser Artikel bezieht
Dieser Artikel ist eine Übersetzung des folgenden englischsprachigen Artikels der Microsoft Knowledge Base:
283037 Large memory support is available in Windows Server 2003 and in Windows 2000
Bitte beachten Sie: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Es ist möglich, dass nachträgliche Änderungen bzw. Ergänzungen im englischen Originalartikel in dieser Übersetzung nicht berücksichtigt sind. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen basieren auf der/den englischsprachigen Produktversion(en). Die Richtigkeit dieser Informationen in Zusammenhang mit anderssprachigen Produktversionen wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet. Microsoft stellt diese Informationen ohne Gewähr für Richtigkeit bzw. Funktionalität zur Verfügung und übernimmt auch keine Gewährleistung bezüglich der Vollständigkeit oder Richtigkeit der Übersetzung.
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Zusammenfassung

In diesem Artikel werden PAE (Physical Address Extension, Physikalische Adresserweiterung) und AWE (Address Windowing Extensions) sowie das Zusammenspiel dieser beiden Komponenten beschrieben. Der Artikel beleuchtet außerdem die Einschränkungen bei der Verwendung von Speicher jenseits der 4-Gigabyte-Grenze, die auf alle 32-Bit-Betriebssysteme zutreffen.

Weitere Informationen

Bei PAE handelt es sich um die zusätzliche Fähigkeit des IA32-Prozessors, mehr als 4 GB (Gigabyte) physikalischen Speicher zu adressieren. Die folgenden Betriebssysteme können PAE verwenden und somit physikalischen Speicher über 4 GB nutzen:
  • Microsoft Windows 2000 Advanced Server
  • Microsoft Windows 2000 Datacenter Server
  • Microsoft Windows Server 2003, Enterprise Edition
  • Microsoft Windows Server 2003, Datacenter Edition
Verwenden Sie die Befehlszeilenoption /PAE in der Datei "Boot.ini", um PAE zu aktivieren.

Hinweis: Bei Windows Server 2003 wird PAE nur dann automatisch aktiviert, wenn der Server Hot-Add-Speichergeräte verwendet. In diesem Fall müssen Sie auf einem System, das für die Verwendung von Hot-Add-Speichergeräten konfiguriert ist, die Befehlszeilenoption /PAE nicht verwenden. In allen anderen Fällen müssen Sie die Befehlszeilenoption /PAE in der Datei "Boot.ini" verwenden, um einen Speicher von mehr als 4 GB nutzen zu können.

Ein Prozess unter Windows 2000 oder Windows Server 2003 kann normalerweise bis zu 2 GB Speicher adressieren (sofern die Befehlszeilenoption /3GB nicht verwendet wurde), wobei ein Teil dieses Speichers physikalischer Speicher und ein Teil virtueller Speicher ist. Je mehr Programme bzw. Prozesse ausgeführt werden, desto mehr Speicher wird verwendet, bis die gesamten 2 GB in Verwendung sind.

In diesem Fall steigt die Auslagerungsaktivität dramatisch an, was möglicherweise negative Auswirkungen auf die Systemleistung hat. Die Speicher-Manager von Windows 2000 und Windows Server 2003 verwenden PAE, um einem Programm mehr physikalischen Speicher zur Verfügung zu stellen. Der Speicherinhalt muss dann nicht mehr so häufig in die Auslagerungsdatei verschoben werden, und die Systemleistung verbessert sich. Das Programm selbst hat in die tatsächliche Speichergröße keinen Einblick. Die gesamte Speicherverwaltung und die Zuweisung von PAE-Speicher ist Aufgabe des Speicher-Managers. Dieser arbeitet unabhängig von den sonstigen ausgeführten Programmen.

Die obigen Informationen gelten auch für Programme, die unter Verwendung der Befehlszeilenoption /3GB ausgeführt werden. Einem Programm, das 3 GB Speicher anfordert, wird es eher ermöglicht, einen Großteil seiner Daten im physikalischen Speicher zu behalten anstatt sie auszulagern. Das verbessert die Leistung von Programmen, die die Befehlszeilenoption /3GB verwenden können. Eine Ausnahme stellt die Verwendung der Befehlszeilenoption /3GB zusammen mit der Befehlszeilenoption /PAE dar. In diesem Fall verwendet das Betriebssystem keinen Speicher über 16 GB. Der Grund für dieses Verhalten liegt in der Verwaltung virtuellen Speichers seitens des Kernels. Wenn also das System mit der Befehlszeilenoption /3GB in der Datei "Boot.ini" neu gestartet wird und über mehr als 16 GB physikalischen Speicher verfügt, wird der physikalische RAM über 16 GB vom Betriebssystem nicht verwendet. Wenn der Computer ohne die Befehlszeilenoption /3GB neu gestartet wird, kann wieder der gesamte physikalische Speicher verwendet werden.

Bei AWE handelt es sich um eine Reihe von Programmierschnittstellen (Application Programming Interfaces, APIs) zu den Funktionen des Speicher-Managers, mit denen Programme mehr als die 4 GB Speicher adressieren können, die über die standardmäßige 32-Bit-Adressierung verfügbar sind. Mit AWE können Programme physikalischen Speicher als nicht auslagerungsfähig reservieren und dann dynamisch Teile des nicht auslagerungsfähigen Speichers dem ausgeführten Programm zugänglich machen. Auf diese Weise können speicherintensive Programme, wie beispielsweise große Datenbanksysteme, große Mengen physikalischen Speichers für Daten reservieren, ohne dass diese von der Auslagerung erfasst würden. Die Daten werden stattdessen zwischen dem Arbeitsspeicher des Programms und dem reservierten Speicher über 4 GB hin- und herkopiert. Außerdem wird der Speicherbereich über 4 GB dem Speicher-Manager und den AWE-Funktionen mittels PAE zugänglich gemacht. Ohne PAE kann AWE keinen Speicher über 4 GB reservieren.

Eine "Boot.ini"-Datei, zu der die Befehlszeilenoption PAE hinzugefügt wurde, sieht beispielsweise folgendermaßen aus:
[Bootloader]
timeout=30
default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(2)\WINDOWS
[Betriebssysteme]
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(2)\WINDOWS="Windows Server 2003, Enterprise" /fastdetect /PAE


Warnung: Die Inhalte Ihrer "Boot.ini"-Datei können abhängig von Ihrer Konfiguration anders aussehen. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
317526 Bearbeiten der Datei "Boot.ini" in Windows Server 2003
Zusammengefasst ist PAE also eine Funktion des Speicher-Managers von Windows 2000 Server bzw. Windows Server 2003, die einem Programm, das zusätzlichen Speicher anfordert, mehr physikalischen Speicher zur Verfügung stellt. Das Programm bemerkt nichts davon, dass ein Teil des von ihm verwendeten Speichers im Bereich über 4 GB liegt. Es würde ebenso wenig etwas davon bemerken, dass sich ein Teil des verwendeten Speichers in der Auslagerungsdatei befindet.

AWE ist eine Sammlung von APIs, mit dem Programme große Speicherblöcke reservieren können. Der reservierte Speicher ist nicht auslagerungsfähig und nur diesem Programm zugänglich. Weitere Informationen zu AWE und PAE finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
268363 Physical Addressing Extensions (PAE) Intel in Windows 2000
Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Websites von Microsoft:
http://msdn2.microsoft.com/de-de/library/aa213764(en-us,SQL.80).aspx
http://msdn2.microsoft.com/de-de/library/ms810461(en-us).aspx
Wenn Sie im System zusätzlichen Speicher einrichten, besteht die Möglichkeit, dass zwar das BIOS die gesamte Menge des physikalischen RAM erkennt, die auf dem Server installiert ist, aber Windows nur einen Teil des RAM erkennt. Wenn der Server über ein redundantes Speicherfeature oder Speicherspiegelungsfeature verfügt, das aktiviert ist, kann Windows den gesamten zusätzlichen Speicher möglicherweise nicht erkennen. Durch redundanten Speicher steht dem System beim Fehlschlagen einer Speicherdatenbank eine Failover-Speicherbank zur Verfügung. Bei der Speicherspiegelung werden die Speicherbanken in einen gespiegelten Satz geteilt. Beide Features werden in BIOS aktiviert bzw. deaktiviert, und Sie können nicht über Windows auf sie zugreifen. Informationen dazu, wie Sie Änderungen an den Einstellungen dieser Features vornehmen, finden Sie im Benutzerhandbuch des Systems oder auf der OEM-Website. Sie können sich aber auch an den Hersteller Ihrer Hardware wenden, um diese Informationen zu erhalten.

Wenn Sie beispielsweise mit einem System arbeiten, das über 4 GB RAM verfügt und Sie dann 4 GB zusätzlichen RAM installieren, erkennt Windows möglicherweise nur 4 GB physikalischen Speicher oder eventuell 6 GB anstelle der gesamten 8 GB. Das redundante Speicherfeature bzw. das Speicherspiegelungsfeature ist möglicherweise ohne Ihr Wissen auf den neuen Speicherbänken aktiviert. Diese Symptome ähneln denen, die auftreten, wenn Sie die Befehlszeilenoption /PAE nicht zur Datei "Boot.ini" hinzufügen.

Informationsquellen

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf folgender Website von Microsoft:
Betriebssysteme und PAE-Support http://www.microsoft.com/whdc/system/platform/server/PAE/pae_os.mspx

Eigenschaften

Artikel-ID: 283037 - Geändert am: Montag, 14. Januar 2008 - Version: 11.3
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
  • Microsoft Windows Server 2003, Enterprise Edition (32-bit x86)
  • Microsoft Windows Server 2003, Datacenter Edition (32-bit x86)
  • Microsoft Windows 2000 Advanced Server
  • Microsoft Windows 2000 Datacenter Server
Keywords: 
kbinfo kbmemory kbenv KB283037
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