Lesen der kleinen Speicherabbilddateien, die Windows zum Debuggen erstellt

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Zusammenfassung

Dieser Artikel beschreibt schrittweise, wie Sie kleine Speicherabbilddateien überprüfen können. Sie können diese Datei verwenden, um festzustellen, warum Ihr Computer nicht mehr reagiert.

Kleine Speicherabbilddateien

Eine kleine Speicherabbilddatei zeichnet den kleinsten Satz nützlicher Informationen auf, der dazu beitragen kann, die Ursache zu ermitteln, wenn Ihr Computer nicht mehr reagiert. Diese Option erfordert eine Auslagerungsdatei auf dem Startdatenträger, die mindestens 2 MB groß sein muss. Auf Computern mit Microsoft Windows 2000 oder höher, erstellt Windows jedes Mal eine neue Datei, wenn Ihr Computer unerwartet anhält. Eine Verlaufsliste dieser Dateien wird in einem Ordner gespeichert.

Dieser Typ einer Speicherabbilddatei enthält folgende Informationen:
  • Die Stop-Meldung, deren Parameter und weitere Daten
  • Eine Liste der geladenen Treiber
  • Den Prozessorkontext (PRCB) für den Prozessor, der angehalten wurde
  • Die Prozessdaten und den Kernelkontext (EPROCESS) für den Prozess, der beendet wurde
  • Die Prozessdaten und den Kernelkontext (ETHREAD) für den Thread, der beendet wurde
  • Die Kernelmodus-Aufrufliste für den Thread, der beendet wurde
Die kleine Speicherabbilddatei kann hilfreich sein, wenn der Speicherplatz auf der Festplatte begrenzt ist. Allerdings können aufgrund der begrenzten Informationen in dieser Abbilddatei Fehler, die nicht direkt durch den zum Zeitpunkt des Problems ausgeführten Thread verursacht wurden, durch eine Analyse dieser Datei möglicherweise nicht identifiziert werden.

Wenn ein zweites Problem auftritt und wenn Windows eine zweite kleine Speicherabbilddatei erstellt, bewahrt Windows die vorherige Datei. Windows gibt jeder Datei einen eindeutigen Namen mit kodiertem Datum. Beispielsweise ist "Mini022900-01.dmp" die erste am 29. Februar 2000 erstellte Speicherabbilddatei. Im Ordner "%SystemRoot%\Minidump" befindet sich eine Liste mit allen kleinen Speicherabbilddateien.

Konfigurieren des Abbildtyps

Gehen Sie folgendermaßen vor, um Start- und Wiederherstellungsoptionen für die Verwendung der kleinen Speicherabbilddatei zu konfigurieren.

Hinweis: Da es verschiedene Windows-Versionen gibt, können die folgenden Schritte auf Ihrem Computer anders aussehen. Lesen Sie in diesem Fall in Ihrer Produktdokumentation nach, wie diese Schritte auszuführen sind.
  1. Klicken Sie auf Start, zeigen Sie auf Einstellungen, und klicken Sie auf Systemsteuerung.
  2. Doppelklicken Sie auf System.
  3. Klicken Sie auf der Registerkarte Erweitert unter Starten und Wiederherstellen auf Einstellungen.
  4. Klicken Sie in der Liste Debuginformationen speichern auf Kleines Speicherabbild (64 KB).

    Um den Speicherort für den Ordner zu ändern, geben Sie im Feld Abbilddatei (oder im Feld Verzeichnis für kleines Speicherabbild je nachdem, welche Version von Windows Sie verwenden) einen neuen Pfad ein.

Tools zum Lesen der kleinen Speicherabbilddatei

Sie können kleine Speicherabbilddateien laden, indem Sie das Dienstprogramm zum Überprüfen von Abbildern (Dumpchk.exe) verwenden. Sie können mithilfe von "Dumpchk.exe" auch überprüfen, ob eine Speicherabbilddatei korrekt erstellt wurde. Das Dienstprogramm zum Überprüfen von Abbildern erfordert keinen Zugriff auf Debugging-Symbole. Das Dienstprogramm zum Überprüfen von Abbildern ist in den Microsoft Windows-Supporttools für Windows 2000 und Windows XP enthalten.

Weitere Informationen zur Verwendung des Dienstprogramms zum Überprüfen von Abbildern unter Windows 2000 und Windows NT finden Sie in folgendem Artikel der Microsoft Knowledge Base:
156280 Verwendung von "Dumpchk.exe" zur Überprüfung einer Speicherabbilddatei
Weitere Informationen zur Verwendung des Dienstprogramms zum Überprüfen von Abbildern unter Windows XP finden Sie in folgendem Artikel der Microsoft Knowledge Base:
315271 Verwendung von "Dumpchk.exe" zur Überprüfung einer Speicherabbilddatei
Hinweis Das Dienstprogramm zum Überprüfen von Abbildern ist nicht in Microsoft Windows Support Tools für Windows Server 2003 enthalten. Wenn Sie Microsoft Windows Server 2003 verwenden und das Dienstprogramm zum Überprüfen von Abbildern erhalten möchten, laden Sie die Debuggingtools für Windows von der folgenden Website von Microsoft herunter, und installieren Sie sie:
http://www.microsoft.com/whdc/devtools/debugging/default.mspx
Kleine Speicherabbilddateien können Sie außerdem mithilfe des Tools "WinDbg" oder "KD.exe" lesen. "WinDbg" und "KD.exe" sind in der neuesten Version der Debuggingtools für Windows enthalten.
Auf dieser Website haben Sie auch Zugriff auf die zum Download bereitstehenden Symbolpakete für Windows. Um diese Ressourcen zu verwenden, erstellen Sie einen Ordner auf dem Laufwerk, auf dem die heruntergeladenen Symbole bzw. der Symbolcache für den Symbolserver abgelegt werden sollen. Verwenden Sie beispielsweise "C:\Symbole". Sie können den folgenden Pfad zu den Symbolen mit allen in diesem Artikel beschriebenen Befehlen verwenden:
SRV*c:\Symbole*http://msdl.microsoft.com/download/symbols
Ersetzen Sie den Pfad durch Ihren eigenen Symbolpfad, falls Sie die Symbole in einen anderen lokalen Ordner herunterladen.

Weitere Informationen zu den Optionen für Speicherabbilddateien in Windows finden Sie in folgendem Artikel der Microsoft Knowledge Base:
254649 Überblick über Optionen für Speicherabbilddateien in Windows Server 2003, Windows XP und Windows 2000

Installieren der Debuggingtools

Laden Sie die neueste Version der Windows-Debuggingtools von der folgenden Microsoft-Website herunter, und installieren Sie sie:
http://www.microsoft.com/whdc/devtools/debugging/default.mspx
Wählen Sie die Standardinstallation. Die Debuggingtools werden standardmäßig in folgendem Ordner installiert:
C:\Programme\Debuggingtools für Windows

Öffnen der Abbilddatei

Gehen Sie folgendermaßen vor, um eine Abbilddatei zu öffnen, sobald die Installation beendet ist:
  1. Klicken Sie auf Start und auf Ausführen, geben Sie cmd ein, und klicken Sie dann auf OK.
  2. Wechseln Sie zum Ordner "Debuggingtools für Windows". Geben Sie hierzu an einer Eingabeaufforderung den folgenden Befehl ein, und drücken Sie die EINGABETASTE:
    cd c:\Programme\Debuggingtools für Windows
  3. Geben Sie einen der folgenden Befehle ein, und drücken Sie die EINGABETASTE, um die Abbilddatei in einen Debugger zu laden:
    windbg -y Symbolpfad -i Imagepfad -z Abbildpfad
    kd -y Symbolpfad -i Imagepfad -z Abbildpfad
Die folgende Tabelle erklärt die Verwendung der in diesen Befehlen enthaltenen Platzhalter.
Tabelle minimierenTabelle vergrößern
PlatzhalterErklärung
SymbolpfadDieser Pfad verweist entweder auf den lokalen Speicherort, an den Sie die Symboldateien heruntergeladen haben, oder auf den Pfad des Symbolservers, einschließlich eines Cacheordners. Da eine kleine Abbilddatei nur in begrenztem Maße Informationen enthält, müssen neben den Symbolen für die Abbilddatei die eigentlichen Binärdateien geladen werden, damit die Abbilddatei korrekt gelesen werden kann.
ImagepfadDer Pfad dieser Dateien. Die Dateien befinden sich im Ordner "I386" auf der Windows XP-CD-ROM. Der Pfad kann beispielsweise "C:\Windows\I386" lauten.
AbbildpfadPfad und Dateiname für die Abbilddatei, die Sie überprüfen möchten.

Beispielbefehle

Sie können die folgenden Beispielbefehle verwenden, um die Abbilddatei zu öffnen: Bei diesen Befehlen wird Folgendes vorausgesetzt:
  • Der Inhalt des Ordners "I386" auf der Windows-CD-ROM wird in den Ordner "C:\Windows\I386" kopiert.
  • Ihre Abbilddatei hat den Namen "C:\Windows\Minidump\Minidump.dmp".
Beispiel 1:
kd -y srv*c:\symbols*http://msdl.microsoft.com/download/symbols -i c:\windows\i386 -z c:\windows\minidump\minidump.dmp
Beispiel 2: Wenn Sie statt der Befehlszeilenversion, die grafische Version des Debuggers bevorzugen, geben Sie folgenden Befehl ein:
windbg -y srv*c:\symbols*http://msdl.microsoft.com/download/symbols -i c:\windows\i386 -z c:\windows\minidump\minidump.dmp

Überprüfen der Abbilddatei

Sie können mithilfe unterschiedlicher Befehle Informationen in der Abbilddatei sammeln, wie zum Beispiel:
  • Der Befehl !analyze -show zeigt den Stop-Fehlercode und seine Parameter an. Der Stop-Fehlercode wird auch als "Bug Check Code" (oder "Fehlerprüfcode") bezeichnet.
  • Der Befehl !analyze -v zeigt ausführliche Informationen an.
  • Der Befehl lm N T listet die speziell geladenen Module auf. Die Ausgabe enthält den Status und den Modulpfad.
Hinweis Der Erweiterungsbefehl !drivers listet alle Treiber auf, die auf dem Zielcomputer geladen sind, zusammen mit zusammenfassenden Informationen über die Speichernutzung. Die Erweiterung !drivers ist unter Windows XP und höher nicht mehr aktuell. Um Informationen über die geladenen Treiber und andere Module anzuzeigen, verwenden Sie den Befehl lm. Der Befehl lm N T zeigt Informationen in einem Format, das der alten Erweiterung !drivers ähnelt, an.

Wenn Sie Hilfe zu anderen Befehlen oder die gesamte Befehlssyntax benötigen, lesen Sie die Hilfedokumentation der Debuggingtools. Die Hilfedokumentation der Debuggingtools finden Sie an folgendem Speicherort:
C:\Programme\Debuggingtools für Windows\Debugger.chm
Hinweis Wenn Sie Probleme im Zusammenhang mit Symbolen haben, verwenden Sie das Dienstprogramm "Symchk", um zu überprüfen, dass die korrekten Symbole ordnungsgemäß geladen sind. Weitere Informationen über die Verwendung von "Symchk" finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
311503 Beziehen von Debugsymboldateien über den Microsoft-Symbolserver

Vereinfachen Sie die Befehle mithilfe einer Batchdatei.

Wenn Sie den Befehl ermittelt haben, der nötig ist, um die Speicherabbilder zu laden, können Sie eine Batchdatei erstellen, um die Abbilddatei zu überprüfen. Erstellen Sie beispielsweise eine Batchdatei, und nennen Sie sie "Dump.bat". Speichern Sie diese in dem Ordner, in dem die Debuggingtools installiert sind. Geben Sie den folgenden Text in die Batchdatei ein:
cd "c:\Programme\Debuggingtools für Windows"

kd -y srv*c:\symbols*http://msdl.microsoft.com/download/symbols -i c:\windows\i386 -z %1
Wenn Sie eine Abbilddatei überprüfen möchten, geben Sie den folgenden Befehl ein, um die Abbilddatei an die Batchdatei weiterzuleiten:
dump c:\windows\minidump\minidump.dmp

Eigenschaften

Artikel-ID: 315263 - Geändert am: Dienstag, 1. Mai 2012 - Version: 7.0
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
  • Microsoft Windows Server 2003, Enterprise x64 Edition
  • Microsoft Windows Server 2003, Datacenter Edition (32-bit x86)
  • Microsoft Windows Server 2003, Enterprise Edition (32-bit x86)
  • Microsoft Windows Server 2003, Standard Edition (32-bit x86)
  • Microsoft Windows Server 2003, Web Edition
  • Microsoft Windows Small Business Server 2003 Premium Edition
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