Niedrige Netzwerkleistung beim Kopieren von Dateien auf einen Domänencontroller, auf dem Windows 2000 oder Windows Server 2003 ausgeführt wird

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Artikel-ID: 321098 - Produkte anzeigen, auf die sich dieser Artikel bezieht
Dieser Artikel ist eine Übersetzung des folgenden englischsprachigen Artikels der Microsoft Knowledge Base:
321098 Slow network performance occurs if you copy files to a domain controller that is running Windows 2000 or Windows Server 2003
Wichtig: Dieser Artikel enthält Informationen zum Bearbeiten der Registrierung. Bevor Sie die Registrierung bearbeiten, vergewissern Sie sich bitte, dass Sie die Registrierung wiederherstellen können, falls ein Problem auftritt. Weitere Informationen zum Erstellen einer Sicherungskopie, zum Wiederherstellen und Bearbeiten der Registrierung finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
256986 Beschreibung der Microsoft Windows-Registrierung
Bitte beachten Sie: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Es ist möglich, dass nachträgliche Änderungen bzw. Ergänzungen im englischen Originalartikel in dieser Übersetzung nicht berücksichtigt sind. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen basieren auf der/den englischsprachigen Produktversion(en). Die Richtigkeit dieser Informationen in Zusammenhang mit anderssprachigen Produktversionen wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet. Microsoft stellt diese Informationen ohne Gewähr für Richtigkeit bzw. Funktionalität zur Verfügung und übernimmt auch keine Gewährleistung bezüglich der Vollständigkeit oder Richtigkeit der Übersetzung.
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Problembeschreibung

Wenn Sie Dateien von einem Microsoft Windows 2000-, Microsoft Windows XP- oder Microsoft Windows Server 2003-Clientcomputer auf eine Netzwerkfreigabe auf einem Domänencontroller kopieren, auf dem Windows 2000 oder Windows Server 2003 ausgeführt wird, ist die Netzwerkleistung niedriger (Vorgang ist langsamer) als beim Kopieren derselben Dateien auf einen Mitgliedsserver, auf dem Windows 2000 oder Windows Server 2003 ausgeführt wird. Dieses Problem kann beim Kopieren vieler kleiner Dateien auftreten, während es beim Kopieren weniger großer Dateien möglicherweise nicht zu beobachten ist. Dieses Problem tritt nur auf, wenn Sie entweder Microsoft Windows Explorer zum Kopieren der Dateien verwenden, oder wenn ein Windows Explorer-Fenster geöffnet und mit dem Zielserver verbunden ist. Wenn Sie die Dateien jedoch mittels "Xcopy.exe" kopieren und alle Windows Explorer-Fenster geschlossen sind, tritt dieses Problem nicht auf.

Ursache

Dieses Problem tritt auf, weil es bei SMB-Schreibvorgängen (SMB = Server Message Block) auf einen Windows 2000- oder Windows Server 2003-Domänencontroller zu einer Verzögerung von bis zu 200 Millisekunden (ms) zwischen einzelnen Kopiervorgängen kommen kann.

Anhand einer Ablaufverfolgung des Problems können Sie feststellen, dass die Verzögerung auftritt, nachdem der Client dem Server einen SMB Notify Change-Befehl mit dem Ordner-ID-Eintrag gesendet hat, der dem Ordner-ID-Eintrag des Zielordners entspricht. Windows Explorer sendet eine Anforderung einer Änderungsnachricht (Notify Change) an die Netzwerkfreigabe, um darüber informiert zu werden, wenn Änderungen in dem Ordner auftreten, der im rechten Fenster von Windows Explorer erscheint. Empfängt ein Domänencontroller die Notify Change-Anforderung, antwortet er nicht sofort darauf; Pakete werden erst nach bis zu 200 ms gesendet. An diesem Punkt wird ein einfaches TCP-Bestätigungspaket (ACK) gesendet, worauf die Dateioperation normal wieder aufgenommen wird.

Dieses Verhalten resultiert aus der Interaktion zwischen zwei zentralen Netzwerkkomponenten von Windows 2000, verzögerten TCP-Bestätigungen (ACKs) und Threadpriorität auf Domänencontrollern. Die Threadpriorität ermöglicht einem Domänencontroller die vorgesehene bevorzugte Bearbeitung von Verzeichnisdiensten und Kontenverwaltungsoperationen vor einigen SMB-Aktivitäten, zum Beispiel die Antwort auf Notify Change-Anforderungen.

Lösung

Achtung Die unkorrekte Verwendung des Registrierungseditors kann schwerwiegende Probleme verursachen, die das gesamte System betreffen und eine Neuinstallierung des Betriebssystems erforderlich machen. Microsoft kann nicht garantieren, dass Probleme, die von einer falschen Verwendung des Registrierung-Editors herrühren, behoben werden können. Benutzen Sie den Registrierungseditor auf eigene Verantwortung.
Bei diesem Problem ist zu beachten, dass es nur unter speziellen Umständen auftritt, nämlich nur, wenn ein Client über Windows Explorer eine große Anzahl von Dateien auf einen Windows 2000-Domänencontroller kopiert. Sie können einige dieser Symptome durch Ändern des Zeitgebers für verzögerte Bestätigung verhindern. Wenn Sie einen zentralen TCP/IP-Wert ändern, kann dies jedoch zu unerwarteten Ergebnissen in der Zukunft führen. Microsoft empfiehlt daher, vor dem Ändern des Zeitgebers mögliche Alternativen in Betracht zu ziehen. Beispielsweise können Sie die Dateifreigaben auf einen Mitgliedsserver verschieben oder ein anderes Programm (wie Xcopy oder Robocopy, das im Windows 2000 Resource Kit enthalten ist) verwenden, wenn Sie eine große Anzahl von Dateien auf einen Domänencontroller kopieren müssen.

Wenn Sie den TCP-Zeitgeber für verzögerte Bestätigung ändern möchten, können Sie auf dem Domänencontroller den Registrierungswert TcpDelAckTicks bearbeiten. Wenn Sie den TCP-Zeitgeber für verzögerte Bestätigung auf einen niedrigeren Wert setzen, sendet der Server Bestätigungspakete häufiger, aber in kürzeren Intervallen.

Beachten Sie, dass die Zunahme der Bestätigungspakete vom Domänencontroller auf einem Segment mit hoher Latenz und hoher Auslastung zu zusätzlichen Belastungen des Netzwerks führen kann. Führen Sie daher ausgiebige Tests mit dem geänderten TCP-Zeitgeberwert für verzögerte Bestätigung durch, um zusätzliche Engpässe zu verhindern.

Wenn das Netzwerk die zusätzlichen Bestätigungspakete bewältigen kann, wenden Sie den folgenden vor Service Pack 3 (SP3) freigegebenen Hotfix auf Windows 2000 Service Pack 2 (SP2) an, damit Sie den Zeitgeberwert für verzögerte Bestätigung ändern können:

311833 Der TcpDelAckTicks-Registrierungswert hat keine Auswirkungen auf Ack Timeouts
Führen Sie nach der Anwendung dieses Hotfixes das folgende Verfahren durch, um den unten stehenden Registrierungswert hinzuzufügen, der den benutzerdefinierten Parameter für den Zeitgeber für verzögerte Bestätigung angibt:
  1. Starten Sie den Registrierungs-Editor ("Regedt32.exe").
  2. Klicken Sie auf den folgenden Registrierungsschlüssel, wobei Adapter-GUID der GUID (Globally Unique Identifier) für den Netzwerkadapter ist, über den die Verbindung zu den Clients hergestellt wird:
    HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\Tcpip\Parameters\Interfaces\Adapter-GUID
  3. Klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Wert hinzufügen, und fügen Sie dann den folgenden Registrierungswert hinzu:
    Name: TcpDelAckTicks
    Typ: REG_DWORD
    Wert: Dieser Wert kann zwischen 0 und 6 liegen. Die Standardeinstellung ist 2 (200 ms).
  4. Beenden Sie den Registrierungs-Editor.
  5. Starten Sie Windows neu, damit die Änderung wirksam wird.
Dieser Registrierungswert gibt die Anzahl der für den Zeitgeber für verzögerte Bestätigung verwendeten 100-ms-Intervalle pro Schnittstelle an. Der Standardwert für den Zeitgeber für verzögerte Bestätigung ist 200 ms. Wenn Sie den Wert TcpDelAckTicks auf 0 setzen, werden verzögerte Bestätigungen deaktiviert. Bei dieser Einstellung sendet der Computer für jedes empfangene Paket sofort ein Bestätigungspaket.

Hinweis: Adapter-spezifische Werte sind unter den Teilschlüsseln für die einzelnen Adapter aufgelistet. Achten Sie darauf, den Wert TcpDelAckTicks zu dem folgenden Registrierungsschlüssel hinzuzufügen:
HKLM\System\CurrentControlSet\Services\Tcpip\Parameters\Interfaces\Adapter-GUID
Fügen Sie diesen Wert nicht zu dem folgenden Registrierungsschlüssel hinzu:
HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Services\Tcpip\Parameters

Status

Microsoft hat bestätigt, dass es sich hierbei um ein Problem bei den in diesem Artikel genannten Microsoft-Produkten handelt.

Weitere Informationen

In einer Netzwerkablaufverfolgung können Sie sehen, dass der Client das Paket "SMB: C NT transact - Notify Change" sendet. Der Windows 2000-Domänencontroller sendet 200 ms später ein Bestätigungspaket an den Client. Nachdem der Client das Bestätigungspaket empfangen hat, beginnt er mit der nächsten SMB-Operation und kopiert die nächste Datei.

Hinweis: Wenn Sie den Netzwerkmonitor verwenden, können Sie die Verzögerungen mithilfe des folgenden Filters besser sehen:
SMB:Command == 0xA0 ( NT transact )
Verwenden Sie diesen Filter in Kombination mit den folgenden Anzeigeoptionen:
Zeit: (x) Sekunden seit vorherigem Rahmen
Sie können die dazugehörigen Anforderungen und Antworten anhand des folgenden SMB-Rahmenattributs identifizieren:
SMB: Multiplex ID (MID)
Die Funktionalität der verzögerten Bestätigung basiert auf dem Request for Comments (RFC)-Dokument 1122. TCP verwendet verzögerte Bestätigungen (ACKs), um die Anzahl der auf dem Netzwerk gesendeten Pakete zu reduzieren. Der Microsoft TCP/IP-Stapel implementiert verzögerte Bestätigungen auf die standardmäßige Weise. Werden die Daten von TCP auf einer Verbindung empfangen, gibt der Stapel nur dann eine Bestätigung zurück, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
  • Bedingung 1: Es wird keine Bestätigung für das zuvor empfangene Segment gesendet.
  • Bedingung 2: Es wird ein Segment empfangen, aber für diese Verbindung kommt innerhalb von 200 ms (der Standardwert) kein weiteres Segment an.
Typischerweise wird für jedes zweite auf einer Verbindung empfangene TCP-Segment eine Bestätigung gesendet, es sei denn, der Zeitgeber für verzögerte Bestätigung (200 ms) läuft ab. Sie können den Zeitgeber für verzögerte Bestätigung mithilfe der im Abschnitt "Lösung" dieses Artikels beschriebenen Prozedur anpassen, indem Sie den Registrierungswert TcpDelAckTicks (dieser Wert ist neu in Windows 2000) hinzufügen.

Hinweis: Denken Sie daran, dass die Änderung des Registrierungswertes TcpDelAckTicks zu unerwarteten späteren Auswirkungen führen kann. Microsoft empfiehlt daher, vor dem Ändern des Zeitgebers mögliche Alternativen in Betracht zu ziehen.

Die Verzögerung tritt auf, wenn das vorausgegangene Paket bestätigt wurde und die Antwort auf die Notify Change-Anforderung von einem Domänencontroller für eine Zeitdauer in die Warteschlange gesetzt wird, die manchmal 200 ms überschreitet. Da der Standardwert für den Bestätigungs-Zeitgeber 200 ms beträgt, erfolgt das TCP-Bestätigungspaket 200 ms nach dem Empfang der Notify Change-Anforderung vom Client. Da der Client auf eine Antwort vom Server wartet, bevor er mit der nächsten SMB-Operation fortfährt, kommt es zur Verzögerung, während der Zeitgeber für verzögerte Bestätigung des Servers bis zu seinem eingestellten Wert zählt. Anhand einer Netzwerkablaufverfolgung können Sie feststellen, dass nicht bei jeder Notify Change-Anforderung vom Client eine Verzögerung auftritt.

Der Notify Change-Anforderung, bei der keine Verzögerung auftritt, geht unmittelbar ein Paket voraus, das nicht bestätigt wird. Daher wird die Bestätigung in der Antwort des Domänencontrollers nicht verzögert, weil die erste der am Anfang dieses Abschnitts beschriebenen Bedingungen erfüllt ist. Bei den Notify Change-Anforderungen, bei denen die Verzögerung auftritt, erfolgt erst eine Rückantwort des Domänencontrollers, wenn der Zeitgeber für verzögerte Bestätigung abgelaufen ist (der Standardwert ist 200 ms), weil die zweite der am Anfang dieses Abschnitts beschriebenen Bedingungen erfüllt wird.

Die Threadpriorität eines Domänencontrollers kann nicht geändert werden. Deshalb müssen Sie den TCP-Zeitgeberwert für verzögerte Bestätigung verringern, um zu verhindern, dass die im Abschnitt "Problembeschreibung" dieses Artikels beschriebenen Symptome auftreten. Nachdem Sie diese Änderung vorgenommen haben, sendet der Server Bestätigungen häufiger, aber in kürzeren Intervallen.

Weitere Informationen zu dem Registrierungswert TcpDelAckTicks können Sie dem White Paper auf der folgenden Website von Microsoft entnehmen:
Microsoft Windows 2000 TCP/IP Implementation Details
Weitere Informationen zu diesem Problem finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
270926 Welcher VERFAHRENSWEISE: TO: Datei--Behandlung Kopierproblem in Windows 2000
Auf einem Windows XP-Client oder einem Windows Server 2003-Client gibt es einen neuen Registrierungsschlüssel namens "TcpAckFrequency", der TCP-Bestätigungen steuert, bevor der Zeitgeberwert für verzögerte Bestätigung erreicht ist. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
328890 Neuer Registrierungseintrag zum Überprüfen des TCP-Bestätigungsverhaltens in Windows XP und Windows Server 2003
Weitere Informationen finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
321169 Langsame SMB-Leistung beim Kopieren von Dateien von Windows XP auf einen Windows 2000-Domänencontroller

Eigenschaften

Artikel-ID: 321098 - Geändert am: Samstag, 21. Januar 2006 - Version: 4.1
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
  • Microsoft Windows Server 2003, Standard Edition (32-bit x86)
  • Microsoft Windows Server 2003, Enterprise Edition (32-bit x86)
  • Microsoft Windows 2000 Service Pack 3
  • Microsoft Windows 2000 Service Pack 2
  • Microsoft Windows 2000 Advanced Server
  • Microsoft Windows 2000 Advanced Server
Keywords: 
kbprb KB321098
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