Gemeinsame Nutzung von SMTP-Adressräumen in Exchange 2000 Server und Exchange Server 2003

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Dieser Artikel ist eine Übersetzung des folgenden englischsprachigen Artikels der Microsoft Knowledge Base:
321721 How to share an SMTP address space in Exchange 2000 Server or in Exchange Server 2003
Bitte beachten Sie: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Es ist möglich, dass nachträgliche Änderungen bzw. Ergänzungen im englischen Originalartikel in dieser Übersetzung nicht berücksichtigt sind. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen basieren auf der/den englischsprachigen Produktversion(en). Die Richtigkeit dieser Informationen in Zusammenhang mit anderssprachigen Produktversionen wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet. Microsoft stellt diese Informationen ohne Gewähr für Richtigkeit bzw. Funktionalität zur Verfügung und übernimmt auch keine Gewährleistung bezüglich der Vollständigkeit oder Richtigkeit der Übersetzung.
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Einführung

Dieser Artikel beschreibt, wie Sie Microsoft Exchange Server 2003 oder Microsoft Exchange 2000 Server für die gemeinsame Nutzung eines SMTP-Adressraums (SMTP = Simple Mail Transfer Protocol) konfigurieren können.

Weitere Informationen zur Konfiguration von Exchange Server 5.5 für die gemeinsame Nutzung des SMTP-Domänennamespace finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
258203 XFOR: Konfigurieren von Exchange zu SMTP-Domäne-Name-Freigabe-Bereich

Weitere Informationen

Aufgrund betrieblicher Anforderungen kann es notwendig sein, denselben SMTP-Adressraum für zwei oder mehr E-Mail-Systeme gemeinsam zu nutzen. In einer Exchange Server-Umgebung kann dies bedeuten, dass Sie den SMTP-Adressraum für Exchange Server und ein UNIX-basiertes E-Mail-System oder für Exchange-Umgebungen in verschiedenen Active Directory-Gesamtstrukturen gemeinsam nutzen müssen. In diesem Fall haben die Benutzer in allen E-Mail-Systemen dasselbe Domänensuffix in ihren E-Mail-Adressen.

In diesem Artikel werden die Begriffe "Adressraum" und "Domäne" synonym verwendet. Der Artikel geht davon aus, dass Exchange Server das eingehende SMTP-Gateway aus dem Internet ist. Beim Empfang einer eingehenden SMTP-Nachricht aus dem Internet versucht Exchange zuerst, die E-Mail-Adressen im Empfängerfeld zu Active Directory-Objekten aufzulösen. Wenn die E-Mail-Adresse zu einem Exchange-Postfach aufgelöst werden kann, leitet Exchange die Nachricht an dieses Postfach weiter. Wenn die E-Mail-Adresse nicht zu einem Exchange-Postfach aufgelöst werden kann, leitet Exchange die Nachricht an das E-Mail-System weiter, mit dem der SMTP-Adressraum gemeinsam genutzt wird. Das empfangende E-Mail-System übermittelt die Nachricht dann an ein lokales Postfach oder erstellt einen Unzustellbarkeitsbericht über den Übermittlungsstatus. Das E-Mail-System, mit dem der SMTP-Adressraum gemeinsam genutzt wird, kann die nicht aufgelösten Empfänger nicht zum eingehenden Exchange SMTP-Gateway zurückleiten. Wenn Sie das letzte E-Mail-System einer E-Mail-System-Kette so konfigurieren, dass es nicht aufgelöste Empfänger an das eingehende E-Mail-Gateway weiterleitet, entsteht zwischen den E-Mail-Servern eine endlose E-Mail-Schleife.

Methode 1: Nutzen des SMTP-Adressraums gemeinsam mit einem anderen E-Mail-System

Nur ein E-Mail-System kann für einen bestimmten SMTP-Adressraum autorisierend sein. Wenn ein E-Mail-System für einen SMTP-Adressraum nicht autorisierend ist, muss die E-Mail schließlich zu einem E-Mail-System weitergeleitet werden, das für den SMTP-Adressraum autorisierend ist. Hierdurch wird sichergestellt, dass ein Unzustellbarkeitsbericht erstellt wird, wenn eine E-Mail-Nachricht nicht an den Empfänger übermittelt werden kann. Ein SMTP-Adressraum kann mit einer beliebigen Anzahl verschiedener E-Mail-Systeme gemeinsam genutzt werden. In dieser Konfiguration ist jedes E-Mail-System ein Glied in einer Kette von E-Mail-Systemen. Das erste E-Mail-System in der Kette sendet Nachrichten an das zweite E-Mail-System usw. Dieses Verhalten tritt solange auf, bis die Nachricht an einen Empfänger übermittelt wurde oder bis das letzte E-Mail-System in der Kette für diese Nachricht einen Unzustellbarkeitsbericht erstellt.

Für den SMTP-Hauptadressraum, der in der Standard-Empfängerrichtlinie angegeben ist, muss Exchange autorisierend sein. Für andere SMTP-Adressräume muss Exchange nicht autorisierend sein. In diesem Fall müssen Sie den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum nur einer anderen Empfängerrichtlinie hinzufügen. Legen Sie fest, dass dieser SMTP-Adressraum der SMTP-Hauptadressraum ist, und deaktivieren Sie anschließend im Dialogfeld Eigenschaften von SMTP-Adresse das Kontrollkästchen Diese Exchange-Organisation ist für die gesamte E-Mail-Übermittlung an diese Adresse verantwortlich.

Wichtig: Sie können einen SMTP-Adressraum, für den Exchange autorisierend ist, nicht gemeinsam nutzen. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:
823158 Autorisierende und nicht autorisierende Domänen in Exchange 2000 Server und Exchange Server 2003


Empfängerrichtlinien bestimmen die SMTP-Adressräume, für die Exchange autorisierend ist. Gehen Sie folgendermaßen vor, um festzustellen, ob Exchange für einen bestimmten SMTP-Adressraum autorisierend ist:
  1. Klicken Sie im Exchange System-Manager mit der rechten Maustaste auf die Empfängerrichtlinie, und klicken Sie dann auf Eigenschaften.
  2. Klicken Sie auf die Schaltfläche E-Mail-Adressen (Richtlinie), klicken Sie auf eine E-Mail-Adresse und dann auf Bearbeiten.
  3. Wenn das Kontrollkästchen Diese Exchange-Organisation ist für die gesamte E-Mail-Übermittlung an diese Adresse verantwortlich aktiviert ist, ist Exchange für diesen SMTP-Adressraum autorisierend. Wenn dieses Kontrollkästchen deaktiviert ist, ist Exchange für diesen SMTP-Adressraum nicht autorisierend.
Gehen Sie folgendermaßen vor, um einen SMTP-Adressraum mit einem anderen E-Mail-System gemeinsam zu nutzen.

Schritt 1: SMTP-Hauptadresse für die Standard-Empfängerrichtlinie ändern

Wenn Sie den SMTP-Adressraum, der in der Standard-Empfängerrichtlinie als SMTP-Hauptadressraum festgelegt ist, gemeinsam nutzen wollen, müssen Sie einen neuen SMTP-Adressraum erstellen, der dann in der Standard-Empfängerrichtlinie als SMTP-Hauptadressraum fungiert. Der neu erstellte SMTP-Hauptadressraum muss im Internet-DNS nicht gültig sein. Sie können einen privaten SMTP-Adressraum wie @localhost oder @beispiel.local verwenden. Dieser Adressraum ist der SMTP-Adressraum, den Exchange zur Weiterleitung interner E-Mail-Nachrichten verwendet.

Gehen Sie folgendermaßen vor, um den SMTP-Hauptadressraum, der in der Standard-Empfängerrichtlinie festgelegt ist, zu ändern.

Hinweis: Standardmäßig ist die Domäne, die Sie bei der Installation von Active Directory angeben, der SMTP-Adressraum, für den Exchange autorisierend ist. Wenn dieser SMTP-Hauptadressraum nicht der SMTP-Adressraum ist, den Sie gemeinsam nutzen wollen, überspringen Sie die Schritte a bis g. Fahren Sie stattdessen bei "Schritt 2: Gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum konfigurieren" fort. Diese Vorgehensweise gilt nur, wenn Exchange für den SMTP-Adressraum, den Sie gemeinsam nutzen wollen, autorisierend ist.
  1. Klicken Sie im Exchange System-Manager auf Empfängerrichtlinien, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Standardrichtlinie, und klicken Sie anschließend auf Eigenschaften.
  2. Klicken Sie im Dialogfeld Eigenschaften von Standardrichtlinie auf die Registerkarte E-Mail-Adressen (Richtlinie), und klicken Sie anschließend auf Neu.
  3. Klicken Sie im Dialogfeld Neue E-Mail-Adresse auf SMTP-Adresse und dann auf OK.
  4. Geben Sie im Dialogfeld Eigenschaften von SMTP-Adresse den SMTP-Adressraum ein, für den Exchange autorisierend sein soll. Geben Sie z. B. @beispiel.local ein.
  5. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Diese Exchange-Organisation ist für die gesamte E-Mail-Übermittlung an diese Adresse verantwortlich, und klicken Sie anschließend auf OK.

    Hinweis: Der von Ihnen angegebene E-Mail-Adressraum muss auf alle E-Mail-fähigen Objekte in Active Directory gestempelt werden. Insbesondere muss dieser E-Mail-Adressraum auf die Benutzerkonten gestempelt werden, die Postfächer haben. Benutzer können damit auf den virtuellen Outlook Web Access-Server zugreifen.
  6. Klicken Sie auf die neue SMTP-Adresse und dann auf Hauptadresse.
  7. Entfernen Sie die SMTP-Adresse, die Sie gemeinsam nutzen wollen, aus der Standard-Empfängerrichtlinie. Klicken Sie dazu auf die SMTP-Adresse, die Sie gemeinsam nutzen wollen, und klicken Sie anschließend auf Entfernen.

Schritt 2: Gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum konfigurieren

Gehen Sie folgendermaßen vor, um den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum zu konfigurieren:
  1. Erstellen Sie für den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum eine neue Empfängerrichtlinie. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf Empfängerrichtlinien, zeigen Sie auf Neu, und klicken Sie anschließend auf Empfängerrichtlinie.
  2. Aktivieren Sie im Dialogfeld Neue Richtlinie das Kontrollkästchen E-Mail-Adresse, und klicken Sie anschließend auf OK.
  3. Geben Sie im Dialogfeld Eigenschaften einen Namen für die neue Empfängerrichtlinie ein. Klicken Sie auf Ändern und anschließend auf OK.

    Hinweis: Dadurch wird der Standard-LDAP-Filter für die Richtlinie konfiguriert. Sie können diesen Filter Ihrer Umgebung entsprechend ändern.
  4. Wenn die folgende Meldung angezeigt wird, klicken Sie auf OK:
    Wenn ein Filter für eine Empfängerrichtlinie geändert wird, bedeutet dies nicht, dass die Proxyadressen von Empfängern, die sich möglicherweise nicht mehr unter der Kontrolle der Richtlinie befinden, automatisch neu ausgewertet werden. Damit diese Empfänger Proxyadressen von den neuen Richtlinien erhalten können, zu denen sie gehören, verwenden Sie "Diese Richtlinie jetzt anwenden" für die Richtlinien, die sich jetzt auf diese Empfänger auswirken.
  5. Klicken Sie auf die Registerkarte E-Mail-Adressen (Richtlinie) und anschließend auf Neu.
  6. Klicken Sie auf SMTP-Adresse und auf OK.
  7. Geben Sie im Feld Adresse den SMTP-Adressraum ein, den Sie gemeinsam nutzen wollen. Geben Sie beispielsweise Folgendes ein: @beispiel.com oder @microsoft.com.
  8. Deaktivieren Sie das Kontrollkästchen Diese Exchange-Organisation ist für die gesamte E-Mail-Übermittlung an diese Adresse verantwortlich, und klicken Sie auf OK.
  9. Klicken Sie auf die neue SMTP-Adresse und dann auf Hauptadresse.
  10. Klicken Sie auf OK und dann auf Ja, wenn die folgende Meldung angezeigt wird:
    Die E-Mail-Adressen des Typs/der Typen [SMTP] wurden geändert. Möchten Sie alle entsprechenden E-Mail-Empfängeradressen ändern, damit sie mit den neuen Adressen übereinstimmen?

Schritt 3: Eigenschaften des virtuellen SMTP-Servers so ändern, dass die Nachrichtenweiterleitung für nicht aufgelöste Empfänger entfernt wird

Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor:
  1. Erweitern Sie im Exchange System-Manager nacheinander Administrative Gruppen, Name der administrativen Gruppe, Server, Servername, Protokolle und SMTP, und klicken Sie anschließend auf den entsprechenden virtuellen SMTP-Server.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Virtueller Standardserver für SMTP, und klicken Sie auf Eigenschaften.

    Hinweis: Sie müssen möglicherweise Virtuelle SMTP-Server erweitern, bevor Sie auf den Eintrag Virtueller Standardserver für SMTP klicken können.
  3. Klicken Sie auf die Registerkarte Nachrichten.
  4. Entfernen Sie alle Einträge, die im Feld Alle E-Mails mit nicht ausgewerteten Empfängern weiterleiten an Host angezeigt werden, und klicken Sie auf OK.

Schritt 4: SMTP-Connector für den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum konfigurieren

Nachdem Sie den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum konfiguriert haben, müssen Sie festlegen, an wen Exchange die Nachrichten weiterleiten soll, die nicht zu einem Active Directory-Objekt aufgelöst werden können. Erstellen Sie hierzu einen SMTP-Connector, bei dem im Dialogfeld Adressraum hinzufügen des Connector-Objekts der gemeinsam genutzte SMTP-Adressraum aufgeführt ist. Wenn Sie den SMTP-Connector nicht mit dem gemeinsam genutzten Adressraum hinzufügen, wird jede eingehende, an den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum adressierte Nachricht als Relayversuch interpretiert. In diesem Fall akzeptiert Exchange die eingehende E-Mail nicht. Geben Sie außerdem einen Server an, an den Exchange nicht aufgelöste E-Mails weiterleiten soll. Sie können den Zielserver über dessen Hostnamen oder IP-Adresse angeben.

Gehen Sie folgendermaßen vor, um den SMTP-Connector zu konfigurieren:
  1. Klicken Sie im Exchange System-Manager mit der rechten Maustaste auf Connectors, zeigen Sie auf Neu, und klicken Sie anschließend auf SMTP-Connector.
  2. Geben Sie im Dialogfeld Eigenschaften im Feld Name einen Namen für den neuen Connector ein.
  3. Klicken Sie auf Gesamte Mail über diesen Connector an diese Smarthosts weiterleiten, und geben Sie dann den Namen oder die IP-Adresse des Zielcomputers ein. Der Hostname oder die IP-Adresse muss in eckigen Klammern ([ ]) stehen. Wenn die IP-Adresse des Zielcomputers beispielsweise 192.168.1.10 lautet, geben Sie [192.168.1.10] ein.

    Dieser Computer erhält dann alle E-Mails, die nicht zu einem Active Directory-Objekt aufgelöst werden konnten.
  4. Klicken Sie auf Hinzufügen, klicken Sie im Dialogfeld Bridgehead hinzufügen auf einen Exchange Server und anschließend auf OK.
  5. Klicken Sie auf die Registerkarte Adressraum, dann auf Hinzufügen, klicken Sie im Dialogfeld Adressraum hinzufügen auf SMTP und anschließend auf OK.
  6. Geben Sie im Dialogfeld Internet-Adressraumeigenschaften im Feld E-Mail-Domäne den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum ein. Lassen Sie das @-Symbol weg, wenn Sie den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum eingeben. Geben Sie beispielsweise im Feld E-Mail-Domäne Folgendes ein: beispiel.com. Klicken Sie anschließend auf OK.
  7. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Relay von Nachrichten an diese Domänen zulassen.

    Hinweis: Da Exchange für den gemeinsam genutzten E-Mail-Adressraum auch Nachrichten empfangen muss, müssen Sie erlauben, dass Exchange Nachrichten an diese Domänen per Relay weiterleitet. Dadurch können alle virtuellen SMTP-Server, die auf der Registerkarte Allgemein unter Lokale Bridgeheads aufgelistet sind, Nachrichten für den gemeinsam genutzten E-Mail-Adressraum akzeptieren.
  8. Klicken Sie auf OK.

Schritt 5: Routing- und SMTP-Dienst neu starten

Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor:
  1. Klicken Sie auf Start und auf Ausführen, geben Sie services.msc ein, und klicken Sie auf OK, um das Dienste-Snap-In zu starten.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Microsoft Exchange-Routingmodul, und klicken Sie auf Beenden.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Microsoft Exchange-Routingmodul, und klicken Sie auf Starten.
  4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Simple Mail Transport Protocol (SMTP), und klicken Sie auf Beenden.
  5. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Simple Mail Transport Protocol (SMTP), und klicken Sie auf Starten.
  6. Beenden Sie das Dienste-Snap-In.
Wenn Sie diese Einstellungen konfiguriert haben, kann Exchange Nachrichten an ein fremdes Messaging-System mit demselben SMTP-Domänennamespace weiterleiten.

Methode 2: Gemeinsame Nutzung des SMTP-Adressraums durch Umleiten von E-Mails an ein Remote-E-Mail-System mit Hilfe von Kontakten

Exchange kann einen SMTP-Adressraum mit mehreren E-Mail-Systemen gemeinsam nutzen, wenn Kontakte und SMTP-Connectors zur Ermittlung des Pfads für E-Mail-Nachrichten verwendet werden. Der Domänenteil des Attributs targetAddress eines Kontakts bestimmt das Ziel-E-Mail-System. Die E-Mail-Adressen, die auf der Registerkarte E-Mail-Adressen des Kontakts angezeigt werden, legen fest, welche E-Mail-Adressen zum Kontakt aufgelöst werden. Anhand dieser Informationen kann Exchange die E-Mail-Nachricht zur richtigen targetAddress weiterleiten. Die targetAddress entspricht der E-Mail-Adresse auf der Registerkarte Allgemein des Kontakts. Die targetAddress wird für den Kontakt auch als SMTP-Hauptadresse verwendet. Die SMTP-Hauptadresse ist durch das Akronym "SMTP" gekennzeichnet, das in fett gedruckten Großbuchstaben vor der jeweiligen SMTP-E-Mail-Adresse steht.

Wenn ein Exchange-System eine SMTP-E-Mail-Nachricht empfängt, fragt Exchange Active Directory ab und versucht, die E-Mail-Adresse im Empfängerfeld der Nachricht zu einer E-Mail-Adresse eines Active Directory-Objekts aufzulösen. Wenn eine Übereinstimmung gefunden wurde, leitet Exchange die Nachricht an die E-Mail-Adresse weiter, die im Attribut targetAddress des Objekts angegeben ist. Für die Zwecke dieses Artikels ist diese E-Mail-Adresse diejenige, die in einem Remote-E-Mail-System vorhanden ist, das eine spezifische SMTP-Domäne hat.

Dank dieser Routingfunktion kann Exchange als Nachrichten-"Tauschdienst" für eine beliebige Anzahl von SMTP-Domänen in verschiedenen E-Mail-Systemen fungieren. Der Kontakt hat eine SMTP-Hauptadresse, die dem Remote-Messaging-System entspricht, und eine sekundäre SMTP-Adresse, die der SMTP-Domäne des Exchange-Systems entspricht. Für die Weiterleitung von E-Mails an Remote-E-Mail-Systeme verwenden Sie SMTP-Connectors, die spezifische Adressräume für die Domäne des Remote-E-Mail-Systems aufweisen.

Benutzerkonten im Remote-E-Mail-System müssen eine Haupt-E-Mail-Adresse für SMTP haben, die dem gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum entspricht, und eine sekundäre SMTP-E-Mail-Adresse, die der Haupt-E-Mail-Adresse für SMTP des Kontakts in Active Directory entspricht. Diese wird auch als targetAddress bezeichnet.

In diesem Szenario findet Folgendes statt:
  1. Wenn ein Benutzer aus dem Remote-E-Mail-System eine E-Mail ins Internet sendet, entspricht der Domänenteil der Antwortadresse der sekundären SMTP-E-Mail-Adresse des Kontakts in Active Directory.
  2. Wenn ein Benutzer aus dem Internet antwortet, wird die Nachricht an Exchange Server weitergeleitet.
  3. Nach dem Eingang der Nachricht löst Exchange die E-Mail-Adresse zur sekundären SMTP-Adresse des Kontakts in Active Directory auf.
  4. Exchange leitet die Nachricht an die SMTP-Haupt-E-Mail-Adresse des Active Directory-Kontakts weiter. Dies ist die targetAddress des Kontakts. Daher wird die E-Mail-Adresse zum Remote-E-Mail-System weitergeleitet.
Gehen Sie folgendermaßen vor, um E-Mails mit Hilfe von Kontakten an ein Remote-E-Mail-System umzuleiten:

Schritt 1: Empfängerrichtlinien für Kontakte konfigurieren

Exchange akzeptiert E-Mails für jeden SMTP-Adressraum, für den eine Empfängerrichtlinie konfiguriert wurde. Gehen Sie folgendermaßen vor, um eine Remote-SMTP-Domäne einer Empfängerrichtlinie hinzuzufügen:

Hinweis: Diese Empfängerrichtlinie verwendet eine NULL-Filterregel. Diese Regel ist zulässig, weil Sie den richtigen targetAddress-Wert verwenden, wenn Sie in Active Directory Kontakte hinzufügen. Eine NULL-Filterregel verhindert auch, dass der Empfängeraktualisierungsdienst Exchange-Objekte mit dem SMTP-Adressraum des Remote-E-Mail-Systems stempelt.
  1. Erweitern Sie im Exchange System-Manager den Knoten Empfänger, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Empfängerrichtlinien, zeigen Sie auf Neu, und klicken Sie anschließend auf Empfängerrichtlinie.
  2. Aktivieren Sie im Dialogfeld Neue Richtlinie das Kontrollkästchen E-Mail-Adressen, und klicken Sie anschließend auf OK.
  3. Geben Sie im Dialogfeld Eigenschaften einen Namen für die Empfängerrichtlinie ein, und klicken Sie anschließend auf Ändern.
  4. Deaktivieren Sie im Dialogfeld Exchange-Empfänger suchen alle Kontrollkästchen auf der Registerkarte Allgemein, und klicken Sie anschließend auf OK.
  5. Wenn die folgende Fehlermeldung angezeigt wird, klicken Sie auf OK:
    Sie müssen mindestens einen Empfängertyp auswählen.

    ID-Nr.: c103a06e
    Microsoft Active Directory ? Exchange-Erweiterung
  6. Wenn die folgende Meldung angezeigt wird, klicken Sie auf OK:
    Wenn ein Filter für eine Empfängerrichtlinie geändert wird, bedeutet dies nicht, dass die Proxyadressen von Empfängern, die sich möglicherweise nicht mehr unter der Kontrolle der Richtlinie befinden, automatisch neu ausgewertet werden. Damit diese Empfänger Proxyadressen von den neuen Richtlinien erhalten können, zu denen sie gehören, verwenden Sie "Diese Richtlinie jetzt anwenden" für die Richtlinien, die sich jetzt auf diese Empfänger auswirken.
  7. Klicken Sie auf die Registerkarte E-Mail-Adressen (Richtlinie) und anschließend auf Neu.
  8. Klicken Sie im Dialogfeld Neue E-Mail-Adresse auf SMTP-Adresse und dann auf OK.
  9. Geben Sie im Dialogfeld Eigenschaften von SMTP-Adresse im Feld Adresse die SMTP-Domäne des Remote-E-Mail-Systems ein. Bei der Eingabe der SMTP-Domäne müssen Sie das @-Symbol im Feld Adresse mit einfügen. Wenn die Remote-SMTP-Domäne "beispiel.com" lautet, geben Sie @beispiel.com im Feld Adresse ein. Klicken Sie anschließend auf OK.
  10. Deaktivieren Sie das Kontrollkästchen Diese Exchange-Organisation ist für die gesamte E-Mail-Übermittlung an diese Adresse verantwortlich, und klicken Sie auf OK.
  11. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen der neuen SMTP-Domäne, die Sie in Schritt i erstellt haben.
  12. Falls Sie mehrere Remote-SMTP-Domänen haben und weitere SMTP-Domänen erstellen möchten, beachten Sie bitte die Schritte g bis k.
  13. Klicken Sie auf OK und anschließend auf Nein, wenn Sie aufgefordert werden, die Empfänger-E-Mail-Adressen zu aktualisieren.

Schritt 2: Kontakte in Active Directory hinzufügen, um Remotebenutzer zu repräsentieren

Verwenden Sie eine der folgenden Methoden, um Kontakte zu Active Directory hinzuzufügen:
  • Verwenden Sie Active Directory-Benutzer und -Computer.
  • Verwenden Sie das Tool "Csvde.exe".
  • Verwenden Sie das Tool "Ldifde.exe".
  • Fügen Sie die Kontakte programmatisch hinzu.
Mit dem Tool Active Directory-Benutzer und -Computer kann das Hinzufügen von Kontakten zu Active Directory unter Umständen sehr lange dauern. Microsoft empfiehlt daher die Verwendung des Tools "Csvde.exe". Wenn Sie "Csvde.exe" verwenden, können Sie die Importdatei in Microsoft Excel bearbeiten. Das Tool "Csvde.exe" ist in Microsoft Windows Server 2003 und Microsoft Windows 2000 Server enthalten.

Mit dem Tool "Csvde.exe" können Sie auf einfache Art und Weise viele Kontakte in Active Directory hinzufügen. Das Tool "Csvde.exe" verwendet ein CSV-Dateiformat, bei dem die erste Zeile als Header dient. Diese Kopfzeile enthält eine kommagetrennte Liste von Active Directory-Attributen. Die folgende Beispiel-Headerdatei listet die Attribute auf, die mindestens erforderlich sind, um einen E-Mail-fähigen Kontakt zu erstellen:
objectClass,dn,name,cn,sn,givenName,displayName,proxyAddresses,targetAddress,mail,mailnickname
Die kommagetrennten Werte für den Header müssen in der Importdatei für "Csvde.exe" pro Eintrag in einer eigenen Zeile stehen. Außerdem müssen die kommagetrennten Werte für jeden einzelnen Kontakt in der Importdatei für "Csvde.exe" in einer eigenen Zeile stehen.

Wichtig: Das Attribut mailnickname ist wichtig. Ohne das Attribut mailnickname wird in Active Directory-Benutzer und -Computer im Dialogfeld Eigenschaften von Benutzername die Registerkarte E-Mail-Adressen nicht angezeigt.

Das folgende Beispiel verdeutlicht anhand von Beispielwerten für einen SMTP-Kontakt die Verwendung des Headers
objectClass,dn,name,cn,sn,givenName,displayName,proxyAddresses,targetAddress,mail,mailnickname contact,"cn=Internet User,ou=internet users,dc=xo,dc=one",Internet User,Internet User,User,Internet,Internet User,SMTP:internetUser@remote.domain; smtp:internetuser@xo.one,SMTP:internetUser@remote.domain,internetUser@remote.domain,internetuser
Fügen Sie zunächst die Kontaktattribute zur Importdatei hinzu, und importieren Sie anschließend mit der folgenden Befehlszeile die Kontakte in Active Directory.

Hinweis: Das Kontaktattribut DN bestimmt die Organisationseinheit, der der Kontakt hinzugefügt wird.
csvde ?I ?f ImportDateiname.csv

Schritt 3: Eigenschaften des virtuellen SMTP-Servers so ändern, dass die Nachrichtenweiterleitung für nicht aufgelöste Empfänger entfernt wird

Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor:
  1. Erweitern Sie im Exchange System-Manager nacheinander Administrative Gruppen, Name der administrativen Gruppe, Server, Servername, Protokolle und SMTP, und klicken Sie anschließend auf den entsprechenden virtuellen SMTP-Server.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Virtueller Standardserver für SMTP, und klicken Sie auf Eigenschaften.

    Hinweis: Sie müssen möglicherweise Virtuelle SMTP-Server erweitern, bevor Sie auf den Eintrag Virtueller Standardserver für SMTP klicken können.
  3. Klicken Sie auf die Registerkarte Nachrichten.
  4. Entfernen Sie alle Einträge, die im Feld Alle E-Mails mit nicht ausgewerteten Empfängern weiterleiten an Host angezeigt werden, und klicken Sie auf OK.

Schritt 4: Einen SMTP-Connector für die Weiterleitung von E-Mails an das Remote-E-Mail-System erstellen

Gehen Sie folgendermaßen vor, um einen SMTP-Connector für die Weiterleitung von E-Mails an ein Remote-E-Mail-System zu erstellen:
  1. Klicken Sie im Exchange System-Manager mit der rechten Maustaste auf Connectors, zeigen Sie auf Neu, und klicken Sie anschließend auf SMTP-Connector.
  2. Geben Sie im Dialogfeld Eigenschaften im Feld Name einen Namen für den neuen Connector ein.
  3. Klicken Sie auf Gesamte Mail über diesen Connector an diese Smarthosts weiterleiten, und geben Sie dann den Namen oder die IP-Adresse des Zielcomputers ein. Der Hostname oder die IP-Adresse muss in eckigen Klammern ([ ]) stehen. Wenn die IP-Adresse des Zielcomputers beispielsweise 192.168.1.10 lautet, geben Sie [192.168.1.10] ein.

    Dieser Computer erhält dann alle E-Mails, die nicht zu einem Active Directory-Objekt aufgelöst werden konnten.
  4. Klicken Sie auf Hinzufügen, klicken Sie im Dialogfeld Bridgehead hinzufügen auf einen Exchange Server und anschließend auf OK.
  5. Klicken Sie auf die Registerkarte Adressraum, dann auf Hinzufügen, klicken Sie im Dialogfeld Adressraum hinzufügen auf SMTP und anschließend auf OK.
  6. Geben Sie im Dialogfeld Internet-Adressraumeigenschaften im Feld E-Mail-Domäne den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum ein. Lassen Sie das @-Symbol weg, wenn Sie den gemeinsam genutzten SMTP-Adressraum eingeben. Geben Sie beispielsweise im Feld E-Mail-Domäne Folgendes ein: beispiel.com. Klicken Sie anschließend auf OK.
  7. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Relay von Nachrichten an diese Domänen zulassen.

    Hinweis: Da Exchange für die gemeinsam genutzte E-Mail-Domäne auch Nachrichten empfangen muss, müssen Sie erlauben, dass Exchange Nachrichten an diese Domäne per Relay weiterleitet. Dadurch können alle virtuellen Server für SMTP, die auf der Registerkarte Allgemein unter Lokale Bridgeheads aufgelistet sind, Nachrichten für die gemeinsam genutzte E-Mail-Domäne akzeptieren.
  8. Klicken Sie auf OK.
  9. Um einen SMTP-Connector für jede SMTP-Remote-E-Mail-Domäne zu erstellen, beachten Sie bitte die Schritte a bis h.

    Hinweis: Wenn ein Remote-E-Mail-Server E-Mails für alle Remote-SMTP-E-Mail-Domänen weiterleitet, müssen Sie auf der Registerkarte Adressraum des einzelnen SMTP-Connectors alle Remote-SMTP-Domänen hinzufügen.

Schritt 5: Routing- und SMTP-Dienst neu starten

Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor:
  1. Klicken Sie auf Start und auf Ausführen, geben Sie services.msc ein, und klicken Sie auf OK, um das Dienste-Snap-In zu starten.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Microsoft Exchange-Routingmodul, und klicken Sie auf Beenden.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Microsoft Exchange-Routingmodul, und klicken Sie auf Starten.
  4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Simple Mail Transport Protocol (SMTP), und klicken Sie auf Beenden.
  5. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Simple Mail Transport Protocol (SMTP), und klicken Sie auf Starten.
  6. Beenden Sie das Dienste-Snap-In.

Eigenschaften

Artikel-ID: 321721 - Geändert am: Montag, 3. Dezember 2007 - Version: 7.2
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
  • Microsoft Exchange Server 2003 Enterprise Edition
  • Microsoft Exchange Server 2003 Standard Edition
  • Microsoft Exchange 2000 Server Standard Edition
  • Microsoft Windows Small Business Server 2003 Premium Edition
  • Microsoft Windows Small Business Server 2003 Standard Edition
Keywords: 
kbinfo KB321721
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