Artikel-ID: 814504 - Geändert am: Dienstag, 4. Juli 2006 - Version: 1.7 SO WIRD'S GEMACHT: Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet (TEIL 8)ZusammenfassungDieser Artikel ist Teil 8 zum Thema Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet. Teil 8 befasst sich mit der Beseitigung von Problemen. Um die anderen Kapitel aufzurufen, nutzen Sie bitte die Links am Ende dieses Artikels. Folgend sind die Kapitel, die sich mit diesem Thema befassen: Zwei Rechner, die Informationen austauschen, packen ihre Daten in Pakete, bevor sie sie auf die Reise schicken. Das gilt für Ihr kleines Netzwerk, aber auch für das Internet. Wenn Sie T-DSL und ICS verwenden, kann es vorkommen, dass die Pakete etwas zu groß werden und daher nicht bis ans Ziel kommen. Das Ergebnis: Während auf Ihrem ICS-Server alles reibungslos funktioniert, können einige Webseiten (z.B. www.web.de, www.telekom.de, www.audi.de) auf den ICS-Clients möglicherweise nicht angezeigt werden. Die gleichen Transportschwierigkeiten treten mitunter auch bei E-Mails mit Dateianhängen auf. MTU und MSS In Ethernet-Netzwerken werden die Datenpakete in sogenannten Ethernet Frames transportiert. So ein Frame hat eine maximale Größe von 1518 Byte. Davon werden 14 Byte für den Header und 4 Byte für die Prüfsumme beansprucht, so dass 1500 Byte für das eigentliche Paket übrig bleiben (MTU = Maximum Transmission Unit, die maximale Größe eines IP-Pakets). Zieht man hiervon noch die Header für TCP und IP ab (insgesamt 40 Byte), können maximal 1460 Byte reine Nutzdaten in einem Rutsch transportiert werden, ohne dass eine Fragmentierung (Aufsplittung in mehrere kleine Pakete) nötig wird (MSS = Maximum Segment Size, die maximale Nutzlast eines TCP-Pakets). Bild minimieren ![]() PPPoE T-DSL benutzt nun zusätzlich noch das Point-to Point over Ethernet-Protokoll für den Zugang zum Provider T-Online. So kommt noch eine weitere Verpackungsschicht hinzu: das IP-Paket, das seinerseits das TCP-Paket enthält, wird in ein PPPoE-Paket verpackt, dann wird das PPPoE-Paket in den Ethernet Frame gelegt. Selbstverständlich hat auch das PPPoE-Paket einen Header (8 Byte). Da aber der Ethernet Frame nicht größer werden kann, müssen MTU und MSS um diese 8 Byte verringert werden. Bild minimieren ![]() Genau das passiert bei der Installation der T-DSL Software. Das Installationsprogramm schreibt eine MTU von 1492 Byte in die Windows Registrierung. Damit ist auf einem Einzelplatzrechner und natürlich auch auf dem ICS-Server alles in bester Ordnung. Bild minimieren ![]() Ein ICS-Client bekommt davon leider nichts mit. Er arbeitet nach wie vor mit einer MTU von 1500 Byte. Nimmt er nun Kontakt mit einem Webserver auf, nennt er ihm zunächst einmal seine bevorzugte MSS, und die ist mit 1460 Byte für die T-DSL Teilstrecke zu groß. PMTUD Wird ein Paket auf die Reise geschickt, das sich auf einer Teilstrecke als zu groß erweist, könnte der Router, der für diese Strecke verantwortlich ist, das Paket in kleinere Fragmente zerlegen. Das ist aber zu aufwändig. Deswegen gibt es ein anderes Verfahren, das heute Standard ist: PMTUD (Path MTU Discovery). Hierbei schickt der Webserver das angeforderte Paket mit einem "Nicht fragmentieren"-Bit ab, das eine weitere Zerlegung der Daten untersagt. Im Gegenzug macht der Router bei zu großen Paketen eine ICMP-Fehlermeldung (Internet Control Message Protocol) und bittet um entsprechend kleinere Sendungen. Darauf kann der Webserver reagieren und nach einigem Hin und Her ist die richtige Paketgröße gefunden. Bild minimieren ![]()
Was sich in der Theorie gut anhört, klappt in der Praxis nicht immer. Es kann vorkommen, dass ein Router erst gar keine ICMP-Meldung zurückschickt (sogenannter Black Hole-Router) oder aber ein Firewall fängt die Meldung ab und läßt sie nicht passieren. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das gleiche: das übergroße Datenpaket geht verloren. Der Webserver geht davon aus, dass er seinen Job erledigt hat und der ICS-Client steht mit leeren Händen da. Variante 1: Der Router schickt keine ICMP-Fehlermeldung Bild minimieren ![]()
Variante 2: Eine Firewall fängt die ICMP-Meldung ab Bild minimieren ![]()
Die Lösung Die Lösung des Problems kann nur darin bestehen, die MTU auf den ICS-Clients herabzusetzen. Hierfür gibt es grundsätzlich 2 Wege:
Bevor Sie nun loslegen, sollten Sie sich erst vergewissern, ob eine MTU von 1492 Byte für Ihr kleines Netzwerk der richtige Wert ist. 1492 Byte sind der theoretische Maximalwert, es kann aber durchaus sein, dass Sie die MTU auf Ihren ICS-Clients weiter reduzieren müssen. Das können Sie im Vorfeld ausprobieren. Auf dem ICS-Server ist keine Änderung nötig. Den richtigen MTU Wert finden Sie können verschiedene MTU-Werte mit dem Dienstprogramm PING testen. Verwenden Sie die Parameter -f und -l.
Achtung: Die Puffergröße des ICMP-Pakets ist nicht identisch mit der MTU. Sie reserviert nur den Platz für die Nutzdaten. Auch das ICMP-Paket hat einen Header (28 Byte), der noch hinzuzurechnen ist. Bild minimieren ![]() Somit ergibt sich die folgende Beziehung: Bild minimieren ![]() Beginnen Sie also mit einem Puffer von 1464 und reduzieren Sie ihn schrittweise, bis Sie den optimalen Wert für Ihre Konfiguration erreicht haben. Die allgemeine Syntax lautet:
also z.B.
Folgende Ergebnisse sind möglich:
Im Detail:
Die Registrierung bearbeiten Nun können Sie den gefundenen Wert in die Registrierung eintragen. Doch Vorsicht! Falsche Änderungen oder auch nur Unachtsamkeiten können im schlimmsten Fall die Windows-Konfiguration unbrauchbar machen, so dass Sie Windows noch einmal neu installieren müssen. Gehen Sie also umsichtig vor und fertigen Sie zuerst ein Backup der Registrierung an. Informieren Sie sich auch, wie Sie im Fall der Fälle die alten Einstellungen wiederherstellen können. Tipp: Wenn Sie hier unsicher sind: auch hierfür gibt es eine Schritt für Schritt-Anleitung. Nun können Sie den Registrierungseditor starten.
Tipp: Verwenden Sie die automatische IP-Konfiguration über den ICS-Server, hilft Ihnen ein kleiner Trick. Ändern Sie vorübergehend den Wert für DRIVERDESC. Fügen Sie z.B. im Schlüssel 0000 ein X an und im Schlüssel 0001 XX. Klicken Sie dazu den Wert DRIVERDESC mit der rechten Maustaste an und wählen Sie ÄNDERN. Editieren Sie den Wert entsprechend und klicken Sie dann auf OK. Bild minimieren ![]() Bild minimieren ![]() Bild minimieren ![]() Bild minimieren ![]() Klicken Sie nun auf START - EINSTELLUNGEN - SYSTEMSTEUERUNG und doppelklicken Sie auf Bild minimieren ![]() Ihre Änderung ist sofort sichtbar. TCP/IP X bezieht sich in dieser Konfiguration auf den DFÜ-Adapter, TCP/IP XX auf die Netzwerkkarte. Somit ist Schlüssel 0001 der richtige. Bild minimieren ![]() Nun können Sie den Wert MAXMTU hinzufügen. Vergessen Sie nicht, anschließend TCP/IP X und TCP/IP XX wieder zu TCP/IP ändern. InformationsquellenWeitere Kapitel zu diesem Thema TEIL 1
(http://support.microsoft.com/kb/814497/DE/
)
: Einleitung: Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet
(814497) Einleitung: Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet TEIL 2 (http://support.microsoft.com/kb/814498/DE/ ) : Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet (814498) Die Hardwareausstattung TEIL 3 (http://support.microsoft.com/kb/814499/DE/ ) : Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet (814499) Die T-DSL Software installieren TEIL 4 (http://support.microsoft.com/kb/814500/DE/ ) : Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet (814500) Surfen mit DFÜ und T-Online TEIL 5 (http://support.microsoft.com/kb/814501/DE/ ) : Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet (814501) E-Mails und Newsgroups mit Outlook Express TEIL 6 (http://support.microsoft.com/kb/814502/DE/ ) : Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet (814502) Die Internetverbindungsfreigabe einrichten TEIL 7 (http://support.microsoft.com/kb/814503/DE/ ) : Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet (814503) Die Clients konfigurieren TEIL 8: Mit T-DSL und Windows ME gemeinsam ins Internet (814504) Probleme beseitigen
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