Artikel-ID: 841308 - Geändert am: Dienstag, 4. Juli 2006 - Version: 1.5 Datensicherung mit Windows 98 SE Teil 2ZusammenfassungDieser Artikel ist Teil 2 zum Thema Datensicherung mit Windows 98 SE. Teil 2 zeigt auf, wie Sie die Methoden der Datensicherung kennenlernen können. Um die anderen Kapitel aufzurufen, nutzen Sie bitte die Links am Ende des Artikels. Folgend sind die Kapitel, die sich mit diesem Thema befassen: Haben Sie sich zum regelmäßigen Sichern Ihrer Daten entschlossen, ist es an der Zeit, über eine geeignete Sicherungsstrategie nachzudenken. Backup-Pläne kombinieren meist 2 Sicherungsarten miteinander:
Bei der Komplettsicherung werden alle ausgewählten Dateien und Verzeichnisse gesichert, unabhängig davon, ob sie seit der letzten Sicherung geändert wurden oder nicht. Zuwachssicherung Bei der Zuwachssicherung wird nur ein Teil der Daten gesichert. Sie können zwischen 2 Arten wählen:
Vorteil: Im Bedarfsfall können Sie die Daten schnell und unkompliziert wiederherstellen. Sie benötigen die letzte Komplettsicherung und die neueste differentielle Datensicherung. Nachteil: Das Sichern dauert länger und benötigt mehr Speicherplatz als bei der inkrementellen Datensicherung.
Vorteil: Das Sichern geht schnell und benötigt wenig Speicherplatz. Nachteil: Im Bedarfsfall brauchen Sie ggf. mehrere Arbeitsgänge, um die Daten wiederherzustellen. Sie benötigen die letzte Komplettsicherung und jede einzelne danach erstellte inkrementelle Datensicherung in chronologischer Reigenfolge. Das Archiv-Attribut Möglicherweise fragen Sie sich nun, wie denn das Backup-Programm erkennen kann, welche Daten seit der letzten Sicherung verändert wurden. Die Antwort ist einfach: Es orientiert sich am Archiv-Attribut. Immer wenn Sie eine neue Datei anlegen, wird das Archiv-Attribut gesetzt. Sie können das in den EIGENSCHAFTEN überprüfen:
Archiv-Attribut und Komplettsicherung Machen Sie nun eine Komplettsicherung, wird das Archiv-Attribut entfernt. Dadurch weiß das Backup-Programm, dass diese Datei gesichert ist und berücksichtigt sie bei einer Zuwachssicherung nicht mehr. Andererseits wird das Archiv-Attribut erneut gesetzt, sobald Sie die Datei bearbeiten. In diesem Fall wird sie dann auch wieder von einer Zuwachssicherung erfaßt. Archiv-Attribut und differentielle Datensicherung Eine differentielle Datensicherung verändert das Archiv-Attribut nicht. Alle Dateien im ausgewählten Verzeichnis, die ein Archiv-Attribut besitzen, werden gesichert und behalten ihr Attribut. So werden sie auch bei der nächsten differentiellen Datensicherung wieder erfaßt. Beispiel Sie erstellen am Montag die Datei URLAUB.DOC und machen danach eine differentielle Sicherung. Sofern Sie keine weiteren Arbeiten getätigt haben, wird nur URLAUB.DOC gesichert. Am Dienstag bearbeiten Sie die Datei FINANZAMT.XLS, die Sie schon am Freitag vor der letzten Komplettsicherung angelegt haben. Die differentelle Datensicherung am Dienstag umfaßt dann URLAUB.DOC und FINANZAMT.XLS, obwohl Sie an URLAUB.DOC gar nicht weiter gearbeitet haben, denn beide Dateien besitzen das Archiv-Attribut. So haben Sie in der aktuellsten differentiellen Datensicherung jeweils alle Änderungen seit der letzten Komplettsicherung. Archiv-Attribut und inkrementelle Datensicherung Eine inkrementelle Datensicherung wiederum verändert das Archiv-Attribut. Alle Dateien im ausgewählten Verzeichnis, die ein Archiv-Attribut besitzen, werden gesichert, verlieren dann aber ihr Attribut. So werden sie bei der nächsten inkrementellen Datensicherung nicht mehr erfaßt. Beispiel Sie erstellen am Montag die Datei URLAUB.DOC und machen danach eine inkrementelle Sicherung. Sofern Sie keine weiteren Arbeiten getätigt haben, wird nur URLAUB.DOC gesichert. Am Dienstag bearbeiten Sie die Datei FINANZAMT.XLS, die Sie schon am Freitag vor der letzten Komplettsicherung angelegt haben. Die inkrementelle Datensicherung am Dienstag umfaßt lediglich FINANZAMT.XLS, denn nur FINANZAMT.XLS besitzt das Archiv-Attribut. So haben Sie in der aktuellsten inkrementellen Datensicherung auch nur die aktuellsten Änderungen. Backup-Plan erstellen Überlegen Sie nun, welche Sicherungsstrategie Ihnen am meisten entgegenkommt. Das kann je nach Größe des Datenmaterials und Arbeitsstil ganz unterschiedlich sein. Plan 1 Sie haben einen übersichtlichen Bestand an Dateien, die Sie ständig aktualisieren. Es gelangen oft neue Informationen in schon bestehende Dateien, aber es kommen nur selten neue Dateien hinzu. In diesem Fall bietet sich an, in regelmäßigen Abständen (z.B. 1x die Woche) immer eine Komplettsicherung durchzuführen. Ihr Backup-Plan sähe dann ganz einfach aus: Bild minimieren ![]() Sie benötigen 3 Medien, z.B. 3 ZIP-Disketten, die Sie entsprechend mit Komplettsicherung 1, 2 und 3 beschriften. Bei der ersten Sicherung in der 1. Woche benutzen Sie die 1. Diskette, in der 2. Woche die 2. Diskette und in der 3. Woche die 3. Diskette. Ab der 4. Woche überschreiben Sie alte Backups. In der 4. Woche löschen Sie 1. Diskette und beschreiben Sie neu, in der 5. Woche die 2. Diskette und in der 6. Woche die 3. Diskette. Diesen Rhythmus führen Sie immer weiter fort. Auf diese Weise haben Sie immer die neueste Datensicherung parat und die beiden Vorgängerversionen. Damit Sie nicht durcheinanderkommen, empfiehlt sich das Anlegen einer kleinen Tabelle, in der Sie das Sicherungsdatum und das verwendete Medium festhalten. Bild minimieren ![]() Möchten Sie Sicherheitskopien über einen längeren Zeitraum (z.B. 1 Jahr) aufheben, können Sie die Strategie entsprechend erweitern. Bild minimieren ![]() Nun benötigen Sie allerdings 16 Disketten, die Sie mit Komplettsicherung 1, 2 und 3 und mit MONAT 1 bis MONAT 13 beschriften. Bei der ersten Sicherung in der 1. Woche benutzen Sie die 1. Diskette, in der 2. Woche die 2. Diskette, in der 3. Woche die 3. Diskette und in der 4. Woche die Diskette mit der Aufschrift MONAT 1. In der 5. Woche löschen Sie die 1. Diskette und beschreiben Sie neu, in der 6. Woche die 2. Diskette und in der 7. Woche die 3. Diskette. In der 8. Woche nehmen Sie die Diskette mit der Aufschrift MONAT 2. So geht es immer weiter, bis Sie schließlich in der 52. Woche bei Diskette MONAT 13 angelangt sind. Nach weiteren 4 Wochen kommt dann wieder MONAT 1 zum Einsatz. Plan 2 Sie haben einen großen Bestand an Dateien, der ständig weiterwächst. Bestehende Dateien werden regelmäßig aktualisiert und es kommen viele neue Dateien hinzu. In diesem Fall bietet sich an, Komplettsicherungen und Zuwachssicherungen zu kombinieren. Da Sie sehr viel an Ihrem Rechner arbeiten, möchten Sie täglich sichern. Hinweis Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie lieber mit differentiellen oder mit inkrementellen Datensicherungen arbeiten. Sie müssen nur beim einmal gewählten Typ bleiben (wenigstens zwischen 2 Komplettsicherungen). Ihr Backup-Plan könnte dann so aussehen: Bild minimieren ![]() Sie benötigen 7 Medien, z.B. 7 ZIP-Disketten, die Sie entsprechend mit Komplettsicherung 1, 2 und 3 bzw. Zuwachssicherung Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag beschriften. Bei der ersten Sicherung am Freitag benutzen Sie die 1. Diskette für die 1. Komplettsicherung, an den folgenden Wochentagen die Disketten 2, 3, 4 und 5 für Zuwachssicherungen. Am Freitag benutzen Sie die 6. Diskette für die 2. Komplettsicherung. Ab dann überschreiben Sie die Zuwachssicherungen. Am Montag löschen Sie die 2. Diskette und beschreiben Sie neu, am Dienstag nehmen Sie die 3. Diskette, am Mittwoch die 4. und am Donnerstag die 5. Diskette. Am Freitag nehmen Sie die 7. Diskette für die 3. Komplettsicherung. In der nächsten Woche überschreiben Sie wieder die Zuwachssicherungen auf den Disketten 2 bis 5 und am Freitag nehmen Sie die 1. Diskette für die nun fällige Komplettsicherung. Diesen Rhythmus führen Sie immer weiter fort. Auch hier haben Sie immer die neueste Datensicherung und die beiden Vorgängerversionen parat. Vergessen Sie nicht die kleine Tabelle, in der Sie das Sicherungsdatum und das verwendete Medium festhalten. So haben Sie stets den Überblick. Bild minimieren ![]() Auch diese Strategie läßt sich um Monatssicherungen erweitern. Montag bis Donnerstag machen Sie wie gehabt die Zuwachssicherungen und freitags die Komplettsicherungen 1 bis 3. Jede 4. Woche erstellen Sie eine Komplettsicherung für den Monat, die Sie dann 1 Jahr archivieren können. Sie benötigen dann allerdings 20 Disketten. Bild minimieren ![]() Archivierung planen Die beste Sicherungsstrategie taugt nicht, wenn sich die Daten im Ernstfall nicht wiederherstellen lassen. Software veraltet, Medien sind nicht unbegrenzt haltbar. Darum sollten Sie
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