Neuinstallation von Microsoft Windows XP Home (Teil 3): Erstellen von Partitionen

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Zusammenfassung

Dieser Artikel ist Teil 3 der Anleitung Neuinstallation von Microsoft Windows XP Home. In diesem Artikel wird das Erstellen von Partitionen erläutert.

Die anderen Themen der Anleitung Neuinstallation von Microsoft Windows XP Home finden Sie in den Microsoft Knowledge Base-Artikeln im Abschnitt "Informationsquellen" dieses Artikels.

Die Anleitung Neuinstallation von Microsoft Windows XP Home umfasst die folgenden Themen:
Teil 1:  Einführung Teil 2:  Vorbereiten von Windows XP auf die Neuinstallation Teil 3:  Erstellen von Partitionen Teil 4:  Installieren von Windows Teil 5:  Nachinstallieren von Geräten Teil 6:  Konfigurieren der Arbeitsumgebung Teil 7:  Ausführen von Windows Update

Weitere Informationen

Wenn Sie das Betriebssystem neu installieren, möchten Sie es wahrscheinlich auf eine saubere Festplatte installieren. Sie haben auch die Möglichkeit, geeignetere Partitionsgrößen als vorher zu wählen. Für diese Zwecke stehen die Windows-Festplattenprogramme PARTDISK und FORMAT zur Verfügung. Sie können diese Programme während der Installationen von Windows ausführen.

Festplatten können mehr als eine Partition enthalten. Dies bedeutet, dass die Festplatte in mehrere Laufwerke partitioniert werden kann, sodass der Computer scheinbar über mehrere Festplatten verfügt. Die Festplatte kann z. B. bereits die Laufwerke C und D aufweisen. Eine Partitionierung bietet mehrere Vorteile, so z. B.:
  • Sie können je nach Größe der Festplatte und dem gewählten Dateisystem den zur Verfügung stehenden Speicherplatz besser ausnutzen.
  • Sie können das Betriebssystem, die Programme, die persönlichen Dateien sowie die Sicherungen und Abbilddateien klar voneinander trennen. Das erleichtert nicht nur die Datensicherung, sondern auch spätere Neuinstallationen des Betriebssystems.
  • Sie können mehrere Betriebssysteme auf einer Festplatte ausführen, ohne dass diese sich gegenseitig stören oder beeinflussen.
  • Sie können mehrere Dateisysteme verwalten und damit den Datenaustausch unterschiedlicher Systeme ermöglichen.

Konfigurieren der Festplatte

Eine Festplatte besteht aus mehreren Scheiben, die auf beiden Seiten mit magnetischem Material beschichtet sind. Für jede Seite einer Scheibe gibt es einen Lese-/Schreibkopf, der die richtige Position ansteuert, um Daten zu lesen oder zu speichern. Alle Daten werden in konzentrischen Kreisen aufgezeichnet. Ein Kreis wird als Spur bezeichnet.

Die Festplatte ist ferner in kleinere Einheiten aufgeteilt, die die Spuren zum Erstellen von Sektoren schneiden. Jeder Sektor belegt in der Regel 512 Bytes.

Übereinander liegende Spuren auf den verschiedenen Scheiben werden als Zylinder bezeichnet.

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Festplattenscheiben


Auf allen Festplatten hatte jede Spur gleich viele Sektoren. Da Festplatten anfangs ohnehin nur eine kleine Kapazität hatten, war das kein Problem. Mit zunehmender Größe wurde allerdings viel Platz verschwendet, da die äußeren Zylinder viel größer als die inneren waren. Heute ist es üblich, eine Platte in mehrere Zonen zu unterteilen, wobei die Spuren, die den äußeren Zonen angehören, auch mehr Sektoren haben als die weiter innen gelegenen. Dies wird als Zone Bit Recording (ZBR) bezeichnet.

CHS- und LBA-Format

Zylinder (Spuren), Köpfe und Sektoren spielen bei der Verwaltung der Festplatte eine zentrale Rolle. Mit dem CHS-Format (CHS = Cylinder - Head - Sector) kann jeder Teil der Festplatte einzeln adressiert werden. Die Zählweise beginnt außen bei Zylinder 0, Kopf 0 und Sektor 1. Gaben die Werte zunächst die tatsächliche physische Position des Sektors auf der Festplatte an, wurden später logische CHS-Einträge verwendet, die die Gesamtkapazität der Festplatte wiedergaben.

Mit dem CHS-Format können nur Festplatten adressiert werden, die maximal 7,844 GB Speicherplatz bieten. Es gelten nämlich die folgenden Beschränkungen:
  • Die Anzahl der Zylinder ist auf 0-1023 (10 Bits) begrenzt.
  • Die Anzahl der Köpfe ist auf 0-254 (8 Bit) begrenzt.
  • Die Anzahl der Sektoren ist auf 1-63 (6 Bits) begrenzt.
Daraus folgt die maximale Kapazität: 1024 Zylinder x 255 Köpfe x 63 Sektoren x 512 Bytes je Sektor= ca. 7,844 GB.

Folgerichtig wurde die CHS-Adressierung durch die LBA-Adressierung (Logical Block Addressing) erweitert. Dabei werden Zylinder, Köpfe und Sektoren zu logischen Blöcken zusammengefasst und einfach von 0 an durchnummeriert. Damit sind alle gängigen Festplatten adressierbar.

Hinweis Auch das BIOS hat eine entsprechende Erweiterung erfahren (die sogenannten. INT 13h-Erweiterungen), um Festplatten, die größer als 8 GB sind, ansprechen zu können.

Dateisysteme

Dateisysteme dienen zum Organisieren und Verwalten des Speicherplatzes auf der Festplatte. Sie sind dafür zuständig, dass Sie Ordner und Dateien anlegen und wiederfinden können bzw. den Zugriff auf Dateien gewähren oder sperren können. Windows-Dateisysteme arbeiten nicht direkt mit Sektoren, sondern mit sogenannten Clustern (Zuordnungseinheiten). Dabei fasst ein Cluster mehrere Sektoren zu einer Speicherplatzeinheit zusammen, um die Verwaltung zu erleichtern. Cluster legen auch fest, wie viel Platz Dateien auf der Festplatte mindestens belegen, denn jede Datei beansprucht auf jeden Fall ein ganzes Cluster für sich alleine, auch wenn sie nicht den ganzen Platz ausfüllt.

FAT16-Dateisystem

FAT16 kann aufgrund seines Alters nur 2^16 = 65.536 Cluster verwalten. Deshalb haben auch schon sehr kleine Partitionen sehr große Cluster.

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FAT 16 / Partitions- und Clustergrößen


FAT32- und NTFS-Dateisysteme

Als die Festplatten größer wurden, änderte sich auch die Anzahl möglicher Cluster. FAT32 ist theoretisch auf 2^28 und NTFS auf 2^64 Cluster ausgelegt, was nicht nur wesentlich größere Partitionen erlaubt, sondern auch den Speicherplatz besser ausnutzt. Diese Dateisysteme ermöglichen wesentlich größere Partitionen und auch eine bessere Ausnutzung des Speicherplatzes.

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FAT 32 / Partitions- und Clustergrößen


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NTFS / Partitions- und Clustergrößen


Der Master Boot Record

Wenn Sie Ihre Festplatte in mehrere Partitionen aufteilen möchten, muss es eine Stelle auf der Festplatte geben, an der die exakte Position dieser Bereiche gespeichert werden kann. Diese Stelle ist Spur 0, Kopf 0, Sektor 1, an der sich bei jeder Festplatte der Master Boot Record, kurz MBR, befindet. Der MBR besteht aus diesen Komponenten:
  • der Masterbootroutine, die beim Starten des Computers ausgeführt wird
  • der Partitionstabelle, die die Informationen für die Partitionen enthält
  • dem Erkennungscode des MBR, der den MBR als solchen erkennbar macht


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Aufbau des Master Boot Record


Partitionsarten

Da dem MBR nur 512 Byte zur Verfügung stehen, ist die Partitionstabelle auf vier Einträge begrenzt. Damit ist die maximale Anzahl an Partitionen vorgegeben. Als die Festplatten größer wurden, kam jedoch der Wunsch auf, mehr als vier Einträge nutzen zu können. Da sich die Partitionstabelle nicht vergrößern ließ, um die zusätzlichen Einträge aufzunehmen, wurde eine der vier Partitionen in zusätzliche Partitionen unterteilt. Mittlerweile gibt es drei Typen von Laufwerkspartitionen:
  • Primäre Partition
  • Erweiterte Partition
  • Logisches Laufwerk

Primäre Partition

Primäre Partitionen sind direkt als Laufwerk ansprechbar und nicht weiter unterteilbar. Das Betriebssystem wird meistens in einer primären Partition installiert. Daher kann das Betriebssystem aus einer aktiven Partition starten.

Der Startvorgang des Computers umfasst mehrere Schritte in der folgenden Reihenfolge:
  1. Das BIOS führt den POST-Test (Power On Self Test, Selbsttest beim Start) aus.
  2. Das BIOS sucht das Startgerät (in der Regel die Festplatte).
  3. Das BIOS lädt den MBR (wenn es von der Festplatte gestartet wird)
  4. Der MBR ermittelt die aktive Partition.
  5. Der MBR lädt den Startsektor der aktiven Partition.
  6. Der Startsektor initialisiert das Laden des Betriebssystems.


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Startprozedur eines Computers


Erweiterte Partition und logisches Laufwerk

Eine erweiterte Partition ist nicht direkt als Laufwerk ansprechbar, sondern nur ein Container. Das ermöglicht ihr die Aufnahme logischer Laufwerke, die nicht mehr über den MBR, sondern über eigene Partitionstabellen verwaltet werden. In Anlehnung an den MBR werden diese Tabellen auch EBRs (Extended Boot Records) genannt. Das besondere an den EBRs ist, dass sie wie eine Kette miteinander verknüpft sind. Somit ist die Zahl der logischen Laufwerke nur durch die Anzahl noch freier Laufwerksbuchstaben begrenzt und nicht durch die Kapazität der Partitionstabelle.

Mögliche Partitionen

Die Festplatte kann wie folgt partitioniert werden:
  • Eine primäre Partition
  • Eine primäre Partition und eine erweiterte Partition mit logischen Laufwerken
  • Zwei primäre Partitionen und eine erweiterte Partition mit logischen Laufwerken
  • Drei primäre Partitionen und eine erweiterte Partition mit logischen Laufwerken
  • Vier primäre Partitionen
  • Eine erweiterte Partition mit logischen Laufwerken für eine Festplatte, die nicht für den Startvorgang verwendet werden kann.


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Aufbau einer Festplatte mit mehreren Partitionen


Partitionieren der Festplatte während der Systeminstallation

Die Windows-CD ermöglicht Ihnen während der Systeminstallation das Anlegen einer primären und einer erweiterten Partition mit logischen Laufwerken. Bevor Sie jedoch Ihre Festplatte neu einteilen können, müssen Sie vorhandene Partitionen löschen.

Vorsicht Dabei gehen alle Daten auf der Festplatte verloren.

Erstellen sinnvoller Partitionen

Bevor Sie beginnen, müssen Sie exakt bestimmen, wie viele Partitionen Sie erstellen möchten. Fragen Sie sich dabei, welche Aufgaben Ihr Computer erledigen soll.
  • Welche Programme werden installiert? Sollen sie zusammen mit dem Windows-Betriebssystem in eine Partition installiert oder in eine eigene Partition installiert werden?
  • Wie viele Daten haben Sie? Lohnt es sich, archivierte oder selten genutzte Daten von solchen Daten zu trennen, die Sie ständig bearbeiten?
  • Gibt es viele Dateien, die Sie nur vorübergehend brauchen und dann wieder löschen?
  • Laden Sie viele Daten aus dem Internet herunter?
  • Setzen Sie Software zur Abbilderstellung ein, um bestimmte Konfigurationen oder Datenbestände zu sichern?
Je nachdem, wie Sie diese Fragen für sich beantworten, gibt es unterschiedliche Lösungsansätze:
Lösung 1
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Partitionslösung 1


Lösung 1 ist die Minimallösung. Das Betriebssystem lässt sich leicht neu installieren (z. B. bei einem Versionswechsel), ohne dass die Daten in Mitleidenschaft gezogen werden.
Lösung 2
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Partitionslösung 2


Lösung 2 vereinfacht die Datensicherung. Archivdaten ändern sich nicht mehr und müssen nicht ständig gesichert werden.
Lösung 3
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Partitionslösung 3


Lösung 3 vereinfacht die Datensicherung. Betriebssystem und Daten können jeweils getrennt in Abbilddateien gesichert werden.
Lösung 4
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Partitionslösung 4


Lösung 4 ist eine überlegenswerte Lösung, wenn Sie viele Webseiten, Tools usw. vorübergehend speichern. Sie können dann einfach die Downloadpartition regelmäßig formatieren.

Hinweis Wenn Sie mehrere Betriebssysteme auf einer Festplatte installieren möchten, benötigen Sie in der Regel mehr als eine primäre Partition. In diesem Fall genügt es, zunächst eine primäre Partition für die Windows-Installation zu erstellen und den Rest der Festplatte frei zu lassen. Anschließend können Sie dann mit der Datenträgerverwaltung die noch gewünschten Partitionen einrichten.

Formatieren der Festplatte mithilfe der Installations-CD

Sie können auch die Festplatte formatieren, ohne gleich Partitionen zu erstellen. Dann bleibt zwar die Einteilung der Laufwerke wie sie war, aber sie beginnen wieder mit einer sauberen Platte, die Sie neu konfigurieren können. Möglicherweise genügt es auch, nur Laufwerk C zu formatieren, denn schließlich möchten Sie ja nur das Betriebssystem ersetzen. Andere Laufwerke (vorausgesetzt, es gibt sie schon) dürfen dann bleiben wie sie sind. Wenn Sie nur die Partition mit dem Betriebssystem formatieren, können Sie sich unter Umständen eine Menge Arbeit sparen.

Informationsquellen

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den folgenden Artikeln der Microsoft Knowledge Base:
Teil 1 Einführung

Teil 2 Vorbereiten von Windows XP auf die Neuinstallation

Teil 4 Installieren von Windows

Teil 5 Nachinstallieren von Geräten

Teil 6 Konfigurieren der Arbeitsumgebung

Teil 7 Ausführen von Windows Update
Dieser Artikel basiert auf einer Übersetzung aus dem Deutschen. Nachfolgende Änderungen oder Ergänzungen des ursprünglichen deutschen Artikels sind hier ggf. nicht wiedergegeben. Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf die deutsche Version dieses Produkts. Die Richtigkeit dieser Informationen im Vergleich zu anderen Sprachversionen dieses Produkts wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet. Microsoft stellt diese Informationen ohne Gewährleistung von Richtigkeit oder Funktionalität bzw. ohne Gewährleistung der Vollständigkeit oder Richtigkeit der Übersetzung zur Verfügung.

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Eigenschaften

Artikel-ID: 896528 - Geändert am: Freitag, 26. März 2010 - Version: 2.1
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
  • Microsoft Windows XP Home Edition
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kbhowto KB896528
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