Beschreibung, wie Word temporäre Dateien erstellt

Gilt für: Office-ProdukteMicrosoft Word 2010

Eine Microsoft Word 97-Version dieses Artikels finden Sie unter 89247.

Zusammenfassung


Dieser Artikel beschreibt, wann, wo und wie Microsoft Word für Windows temporäre Dateien erstellt.

Weitere Informationen


Definition einer temporären Datei

Temporäre Dateien dienen dazu, Daten zu vorübergehend speichern, um Arbeitsspeicher für andere Zwecke freizugeben, oder als Sicherheitsvorkehrung gegen Datenverluste, wenn ein Programm bestimmte Funktionen ausführt. Word entscheidet beispielsweise automatisch, wo und wann temporäre Dateien erstellt werden. Die temporären Dateien existieren nur während der aktuellen Word-Sitzung. Wenn Word normal beendet wird, werden alle temporären Dateien zunächst geschlossen und anschließend gelöscht.

Warum erstellt Word temporäre Dateien?

Geschwindigkeit

Wenn nicht genügend Arbeitsspeicher vorhanden ist, um das Dokument mit allen Bearbeitungen im Arbeitsspeicher zu behalten und weiterhin Vorgänge wie Sortieren, Ziehen und Ablegen, Bildlauf usw. parallel mit anderen laufenden Anwendungen durchführen zu können, verschiebt Word nicht verwendete Teile seines Codes oder Teile des Dokuments, die nicht bearbeitet werden, aus dem Arbeitsspeicher auf die Festplatte. Durch dieses Verschieben von Daten in temporäre Dateien auf der Festplatte wird Arbeitsspeicher für die Textbearbeitung oder für Teile des Dokuments freigegeben, die aktiv bearbeitet werden.

Datenintegrität

Word verwendet temporäre Dateien als Sicherheitsvorkehrung zum Schutz vor Systemfehlern beim Speichern von Dateien. Word speichert Daten zunächst in eine temporäre Datei und benennt diese Datei anschließend um. Auf diese Weise wird die Datenintegrität Ihrer Originaldatei vor Problemen wie Strom- oder Netzwerkausfällen geschützt, die während des Schreibvorgangs auftreten können.

Arten von temporären Dateien

MS-DOS-basierte Datei

Diese Dateien sind herkömmliche MS-DOS-Dateien.

Dokumentdateibasierte Datei

Diese Datei unterscheidet sich von herkömmlichen MS-DOS-Dateien darin, dass sie von mehreren Programmen gelesen und bearbeitet werden kann, ohne dass der ursprüngliche Besitzer davon erfährt. Außerdem haben Dokumentdateien inhärente Eigenschaften, mit denen Word Dateien und Ordner innerhalb von Dateien erstellen kann. Beim Start erstellt Wird eine temporäre (direkte) Dokumentdatei mit dem Namen ~wrfxxxx.tmp. An der ursprünglichen Größe der Datei (1.536 Byte) können Sie erkennen, dass es sich um eine Dokumentdatei handelt. In dieser temporären Dokumentdatei werden alle OLE-Objekte gespeichert, die zu unbenannten Dokumenten gehören, sowie Schritte für die „Rückgängig machen“-Funktion, die Zwischenablage und Dokumente mit anderen Formaten als dem Dokumentformat (z. B. .txt-, .rtf- und Word 2.0-Dokumente). Word kann Dokumentdateien auf zwei Arten öffnen: im transacted-Modus oder direkt. Diese beiden Modi werden nachfolgend erläutert.

Transacted-Dokumentdateien

Transacted-Dokumentdateien können in Word geöffnet und beschrieben, bzw. von einem anderen Programm wie Microsoft Excel beschrieben werden. Dieser Dateityp wird beim Speichern jedoch wieder in den Status zurückgesetzt, der beim Anlegen durch Word bestand.

Hierzu erstellt die Dokumentdatei Phantombilder (typischerweise ~dftxxxx.tmp) von allen Änderungen, die nach dem Öffnen an der Datei vorgenommen wurden. Wenn Word diese Änderungen beibehält, wird der Inhalt von ~dftxxxx.tmp mit der Originaldatei zusammengeführt und anschließend eine komplette Version gespeichert. Ignoriert Word jedoch die Änderungen, wird die Datei ~dftxxxx.tmp gelöscht und die Originaldatei unverändert gelassen. Word verwendet zum Öffnen der in Word erstellten Dateien die transacted-Dateien, die Phantombilder im TEMP-Verzeichnis erstellen. Beim Starten von Word wird Normal.dot gewöhnlich im transacted-Modus geöffnet, und die Phantomdatei dftxxxx.tmp wird für diese Datei erstellt. Beim Speichern, z.B. bei der Schnellspeicherung, werden diese beiden Dateien dann zusammengeführt.

Direktes Speichern

Word verwendet die direkte Speichermethode, wenn die temporäre Dokumentdatei geöffnet wird und mit „Speichern unter“ oder „Speichern“ (nicht mit „Schnellspeichern“) ausgeführt wird. Diese Datei benötigt wenig oder gar keinen Speicherplatz und erstellt beim Erstellen oder Öffnen keine Phantombilder.

In Word erstellte Dateien

Die folgende Aufstellung zeigt einige der in Word erstellten temporären Dateien.

Files typically created when Word is started File name
------------------------------------------------------------------------
MS-DOS-based file (to reserve 4 file handles) 0 bytes ~wrf0000.tmp
MS-DOS-based scratch file 0 bytes ~mfxxxx.tmp
Compound file - transacted 0 bytes ~dftxxxx.tmp
Compound file - direct 1536 bytes ~wrf0001.tmp
(unnamed non-Word/OLE files)


Word recovery files File name
-----------------------------------------------------------------------
Temporary file for AutoRecovery ~wraxxxx.tmp
AutoRecovery AutoRecovery save of <docname>.asd

Other Word temporary files File name
-----------------------------------------------------------------------
Copy of another document ~wrcxxxx.tmp
Word document ~wrdxxxx.tmp
Temp document file ~wrfxxxx.tmp
Dictionary ~wrixxxx.tmp
Clipboard ~wrlxxxx.tmp
Macro ~wrmxxxx.tmp
Word OLE document ~wroxxxx.tmp
Scratch file ~wrsxxxx.tmp
Converted (foreign) document ~wrvxxxx.tmp

Vereinfachte Darstellung eines Schemas zum Speichern einer editierten Datei


Create temp file Create ~wrdxxxx.tmp
Write temp file Save example data to ~wrdxxxx.tmp
Delete original file Delete EXAMPLE.DOC
Move temp to target name Move ~wrdxxxx.tmp to Example.doc
Die Zugriffszeit in Word wird erheblich gekürzt, wenn sich die temporäre Datei im selben Verzeichnis wie die gespeicherte Datei befindet. Wenn Word die temporäre Datei an einer anderen Stelle speichert, muss die Datei mit dem MS-DOS-Befehl „COPY“ in dasselbe Verzeichnis wie die gespeicherte Datei verschoben werden. Wenn sich die temporäre Datei im gleichen Verzeichnis wie die gespeicherte Dokumentdatei befindet, kann die temporäre Datei mit dem MS-DOS-Befehl „MOVE“ schnell zum gespeicherten Dokument umbenannt werden.

Wann und wo erstellt Word die temporären Dateien?

Das Verzeichnis, in dem die temporären Dateien erstellt werden, ist hartcodiert und kann nicht geändert werden. Daher ist es wichtig, dass die Benutzer entsprechende NTFS-Berechtigungen haben. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:

277867 Windows NTFS-Berechtigungen sind erforderlich, wenn Sie Word auf einer NTFS-Partition mit Windows 2000, Windows XP Professional, Windows Server 2003 oder Windows Vista ausführen

Im Allgemeinen erstellt Word temporäre Dateien für die folgenden Datentypen.

Eingebettete Word-Objekte (Temp-Verzeichnis)

Wenn Word als ein OLE-Serverprogramm fungiert, werden die eingebetteten Word-Objekte als temporäre Dateien im Temp-Verzeichnis gespeichert.

OLE 2.0 erfordert zusätzlichen Festplattenspeicher. Wenn Sie OLE-Programme starten, muss Word Datenkopien für den Server bereitstellen Bei einem umfangreichen Einsatz von OLE 2.0 kann bereits bei einer einzigen Programmsitzung eine große Ansammlung temporären Speichers auf der Festplatte festgestellt werden.

Hilfsdatei (Temp-Verzeichnis)

Wenn Word nicht mehr genügend Arbeitsspeicher (RAM) zur Verfügung steht, erstellt Word eine temporäre Hilfsdatei im Temp-Verzeichnis, um die Informationen dort festzuhalten. Diese Hilfsdatei enthält die Informationen, die vom internen Datei-Cache in Word ausgelagert wurden, der aus dem gesamten verfügbaren Speicher bereitgestellt wird. Die Größe der Hilfsdatei variiert zwischen 64 Kilobyte (KB) und 3,5 Megabyte (MB).

Die Standardgröße des Zwischenspeichers in Word beträgt 64 KB.

Weitere Informationen zur Größe des Zwischenspeichers in Word finden Sie im folgenden Artikel in der Microsoft Knowledge Base:

212242 Speicherort der Einstellungen für Word 2000

Aufgezeichnetes Makro (TEMP-Verzeichnis)

Wenn Sie ein Makro aufzeichnen, erstellt Word eine temporäre Datei im Temp-Verzeichnis.

Konvertierte Dateien (TEMP-Verzeichnis)

Die in Word enthaltenen Textverarbeitungskonverter erstellen temporäre Dateien im Rich Text Format (RTF), die Word für den Zugriff auf bestimmte Konverter verwendet.

Gesperrte Dateien (TEMP-Verzeichnis)

Wenn Sie eine gesperrte Datei öffnen, die bereits in einem anderen Word-Fenster geöffnet ist oder von einem anderen Benutzer über das Netzwerk verwendet wird, können Sie mit einer Kopie dieser Datei arbeiten. Word erstellt diese Kopie im Windows Temp-Verzeichnis. Auf gleiche Weise erstellt Word eine Kopie einer Vorlage im Temp-Verzeichnis, wenn die angefügte Vorlage eines Dokuments gesperrt ist. Die Kopie einer gesperrten Datei aktualisiert die Originaldatei des Besitzers nicht automatisch.

Gespeicherte Dateien (Gleiches Verzeichnis wie gespeicherte Datei)

Wenn Sie im Menü Datei auf Speichern klicken, geschieht Folgendes:
  1. Word erstellt eine neue temporäre Datei mit der bearbeiteten Version des Dokuments.
  2. Nach der erfolgreichen Erstellung der Datei löscht Word die vorherige Version des Dokuments.
  3. Word benennt die temporäre Datei in den Namen der vorherigen Version des Dokuments um.
Text, der zwischen Dateien eingefügt wurde (gleiches Verzeichnis wie Quelldatei):


Wenn Word Daten zwischen zwei Dokumenten kopiert und einfügt, erstellt es möglicherweise eine temporäre Datei im selben Verzeichnis wie die Quelldatei, insbesondere dann, wenn die Quelldatei gespeichert oder geschlossen wurde. Die temporäre Datei zeigt den Inhalt an, auf den die Zwischenablage vor dem Speichern der Datei verwiesen hat. Word erstellt diese temporäre Datei, indem es die alte Kopie der Datei in einen temporären Dateinamen umbenennt.

Besitzerdatei (gleiches Verzeichnis wie Quelldatei)

Wenn eine bereits gespeicherte Datei zum Bearbeiten, Drucken oder Ansehen geöffnet wird, erstellt Word eine temporäre Datei mit der Dateierweiterung .doc. Diese Dateierweiterung beginnt mit einer Tilde „~“, gefolgt von einem Dollarzeichen „$“ und dem letzten Teil des ursprünglichen Dateinamens. Diese temporäre Datei enthält trägt den Anmeldenamen der Person, die die Datei geöffnet hat. Sie wird daher auch „Besitzerdatei“ genannt.

Wenn Sie versuchen, eine Datei zu öffnen, die über das Netzwerk verfügbar ist und bereits von einem anderen Benutzer geöffnet wurde, zeigt die Datei den Benutzernamen in der folgenden Fehlermeldung an:
Die Datei ist bereits geöffnet von Benutzername. Möchten Sie eine Kopie erstellen?
Word ist nicht immer in der Lage, eine Besitzerdatei zu erstellen. Wenn sich das Dokument beispielsweise in einer schreibgeschützten Freigabe befindet, kann Word keine Besitzerdatei erstellen. In diesem Fall wird die folgende Fehlermeldung angezeigt:
Die Datei wird von einem anderen Anwender benutzt. Möchten Sie eine Kopie erstellen?
Hinweis Word löscht diese temporäre Datei aus dem Arbeitsspeicher, wenn die Originaldatei geschlossen wird.

Beim Öffnen einer Datei mit dem HTTP- oder FTP-Protokoll wird die Datei zuerst in das Temp-Verzeichnis kopiert. Anschließend wird die Datei aus diesem Verzeichnis geöffnet.

Beim Öffnen einer Datei in einer UNC-Freigabe mit Word 2007 wird die Datei zuerst in das Temp-Verzeichnis kopiert. Anschließend wird die Datei aus diesem Verzeichnis geöffnet.

Automatisches Speichern

Word AutoWiederherstellen-Speicherverzeichnis

Die temporäre Datei, die Word beim automatischen Speichern erstellt, wird im Temp-Verzeichnis gespeichert, sofern ein gültiges Temp-Verzeichnis zur Verfügung steht. Andernfalls speichert Word die temporäre Datei im gleichen Ordner wie das Dokument.

Speicherort der temporären Dateien beim Schließen einer Datei

Möglicherweise muss Word eine Verknüpfung zu einer Datei aufrechterhalten, nachdem diese geschlossen wurde. Dies ist der Fall, wenn Text aus der Datei in die Zwischenablage kopiert wurde. Wenn Sie eine Datei schließen, versucht Word die folgenden Vorgänge auszuführen:
  • Wenn der Abschnitt, der in die Zwischenablage kopiert wurde, nicht mehrere Abschnitte oder Bilder enthält oder nicht besonders groß ist, kopiert Word den Teil des Dokumentes in die Hilfsdatei.
  • Wenn der kopierte Ausschnitt Bilder oder mehrere Abschnitte enthält, oder die Datei sich auf einer Diskette befindet, kopiert Word die gesamte Datei in das Temp-Verzeichnis und leitet den Zeiger an diese Stelle um.