Bestimmen der geeigneten Auslagerungsdateigröße für 64-Bit-Versionen von Windows

Gilt für: Windows Server, version 1903Windows 10, version 1903Windows Server 2019, all versions

Zusammenfassung


Eine Auslagerungsdatei ist eine optionale ausgeblendete Systemdatei auf einer Festplatte. Die Auslagerungsdatei kann zur Unterstützung bei Systemabsturzabbildern und zur Erweiterung des vom System unterstützten zugesicherten Speichers (der auch als „virtueller Speicher“ bezeichnet wird) verwendet werden. Außerdem ermöglicht sie dem System das Entfernen von geänderten Seiten, auf die selten zugegriffen wird, aus dem physischen Speicher. So kann das System den physischen Speicher für Seiten, auf die häufiger zugegriffen wird, effizienter nutzen.

64-Bit-Versionen von Windows und Windows Server unterstützen mehr physischen Speicher (RAM) als 32-Bit-Versionen. Der Grund für das Konfigurieren der Auslagerungsdateigröße gilt jedoch unverändert. Es geht immer um die Unterstützung von Systemabsturzabbildern, falls diese notwendig ist, oder gegebenenfalls um die Erweiterung des Systemzusicherungslimits. Wenn zum Beispiel eine große Menge von physischem Speicher installiert ist, wird möglicherweise keine Auslagerungsdatei benötigt, um den festgelegten virtuellen Speicher des Systems bei Spitzenauslastung zu unterstützen. Möglicherweise ist der verfügbare physische Speicher allein dafür groß genug. Es kann jedoch sein, dass dennoch zur Unterstützung von Systemabsturzabbildern eine Auslagerungsdatei oder eine dedizierte Abbilddatei benötigt wird.

Nehmen Sie beim Bestimmen der Auslagerungsdateigröße für alle Versionen von Windows und Windows Server die folgenden Überlegungen zu Hilfe:
  • Einstellungen für Absturzabbilder: Wenn bei einem Systemabsturz eine Speicherabbilddatei erstellt werden soll, muss eine Auslagerungsdatei oder eine dedizierte Abbilddatei vorhanden sein. Diese muss groß genug sein, um die Einstellung für Systemabsturzabbilder zu unterstützen. Andernfalls wird keine Systemspeicher-Abbilddatei erstellt.
  • Höchster festgelegter virtueller Speicher des Systems: Der festgelegte virtuelle Speicher des Systems kann das Systemzusicherungslimit nicht überschreiten. Das Limit entspricht der Summe des physischen Speichers (RAM) und aller Auslagerungsdateien. Wenn keine Auslagerungsdateien vorhanden sind, ist das Systemzusicherungslimit etwas geringer als der installierte physische Speicher. Die Spitzenauslastung des dem System zugesicherten Speichers kann je nach System stark abweichen. Daher gelten auch unterschiedliche Größen für den physischen Speicher und die Auslagerungsdatei.
  • Menge der Seiten, auf die selten zugegriffen wird: Der Zweck einer Auslagerungsdatei besteht darin, geänderte Seiten, auf die selten zugegriffen wird, zu speichern, damit sie aus dem physischen Speicher entfernt werden können. Dadurch ist mehr Speicherplatz für Seiten mit häufigen Zugriffen verfügbar. Der Leistungsindikator „\Arbeitsspeicher\Geänderte Seitenliste – Bytes“ misst unter anderem die Anzahl der geänderten Seiten, auf die selten zugegriffen wird und die auf die Festplatte geschrieben werden sollen. Beachten Sie jedoch, dass nicht der gesamte Speicher in der Liste der geänderten Seiten auf den Datenträger geschrieben wird. Normalerweise bleiben mehrere Hundert MB Speicher dauerhaft in der Liste der geänderten Seiten. Daher sollten Sie eine Auslagerungsdatei erweitern oder hinzufügen, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:
    • Es wird mehr physischer Speicher („\Arbeitsspeicher\Verfügbare MB“) benötigt.
    • Die Liste der geänderten Seiten enthält eine große Speichermenge.
    • Die vorhandenen Auslagerungsdateien sind relativ voll („\Auslagerungsdateien(*)\Belegung (%)“).

    Hinweise
    • Für einige Produkte oder Dienste ist möglicherweise aus anderen, hier nicht genannten Gründen eine Auslagerungsdatei erforderlich. Weitere Informationen finden Sie in der Produktdokumentation. So werden zum Beispiel Windows Server-Domänencontroller und DFS-Replikationsserver, Zertifikatserver und LDS-Server (auch Client-Editionen) ohne konfigurierte Auslagerungsdatei nicht unterstützt. Der Algorithmus des Datenbankcaches für ESENT (ESE, in Microsoft Exchange Server) hängt vom Leistungsindikator „\Arbeitsspeicher\Übergangsseiten mit neuem Zweck/s“ ab. Eine Auslagerungsdatei wird benötigt, um sicherzustellen, dass der Datenbankcache Speicher freigeben kann, wenn dieser von anderen Diensten oder Anwendungen angefordert wird. Zusammengefasst hängt die Auslagerungsdateigröße von den Anforderungen an die Einstellungen für Systemabsturzabbilder und der Spitzenauslastung oder erwarteten Auslastung des festgelegten virtuellen Speichers des Systems ab. Beide Überlegungen gelten nur für das jeweilige System, auch bei identischen Systemen. Dies bedeutet, dass die Auslagerungsdateigröße systemspezifisch ist und nicht verallgemeinert werden kann.
    • Für Windows Server 2012 Hyper-V und Windows Server 2012 R2 Hyper-V sollte für die Auslagerungsdatei des Verwaltungsbetriebssystems (das allgemein als „Hostbetriebssystem“ bezeichnet wird) die Standardeinstellung „Systemverwaltet“ beibehalten werden. Dies gilt für die Hyper-V-Produktgruppe.

Weitere Informationen


Dem System zugesicherter Speicher

Das Systemzusicherungslimit entspricht der Summe des physischen Speichers und aller Auslagerungsdateien. Es gibt den maximalen dem System zugesicherten Speicher (der als „festgelegter virtueller Speicher“ bezeichnet wird) an, den das System unterstützen kann. Der festgelegte virtuelle Speicher entspricht der Summe des zugesicherten Speichers des gesamten zugesicherten virtuellen Speichers im System. Wenn der festgelegte virtuelle Speicher das Systemzusicherungslimit erreicht, erhalten das System und die Prozesse möglicherweise den zugesicherten Speicher nicht. Dies kann zu Nichtreagieren, Abstürzen und anderen Fehlfunktionen führen. Legen Sie daher unbedingt ein Systemzusicherungslimit fest, das hoch genug ist, um den festgelegten virtuellen Speicher bei Spitzenauslastung zu unterstützen.

Sie können den festgelegten virtuellen Speicher und das Systemzusicherungslimit auf der Registerkarte „Leistung“ im Task-Manager oder mit den Leistungsindikatoren „\Arbeitsspeicher\Zugesicherte Bytes“ und „\Arbeitsspeicher\Zusagegrenze“ messen. Der Leistungsindikator „\Memory\% Committed Bytes In Use“ (\Arbeitsspeicher\Verwendete zugesicherte Bytes (%)) gibt das Verhältnis der Werte „\Arbeitsspeicher\Zugesicherte Bytes“ und „\Arbeitsspeicher\Zusagegrenze“ an.

Hinweis Vom System verwaltete Auslagerungsdateien wachsen automatisch auf das bis zu Dreifache des physischen Speichers oder 4 GB (je nachdem, was größer ist) an, wenn der festgelegte virtuelle Speicher 90 Prozent des Systemzusicherungslimits erreicht. Dabei wird angenommen, dass auf dem Datenträger genügend freier Speicherplatz für dieses Wachstum verfügbar ist.

Systemabsturzabbilder

Ein Systemabsturz (der auch als „ Fehlerprüfung“ oder „Abbruchfehler“ bezeichnet wird) tritt auf, wenn das System nicht richtig ausgeführt werden kann. Die durch dieses Ereignis erzeugte Abbilddatei wird als Systemabsturzabbild bezeichnet. Zum Schreiben einer Speicherabbilddatei („memory.dmp“) auf dem Datenträger wird eine Auslagerungsdatei oder dedizierte Abbilddatei verwendet. Daher muss eine Auslagerungsdatei oder dedizierte Abbilddatei groß genug sein, um den Typ des ausgewählten Absturzabbilds zu unterstützen. Andernfalls kann das System die Speicherabbilddatei nicht erstellen.

Hinweis Beim Systemstart wird die Größe der vom System verwalteten Auslagerungsdateien gemäß den Einstellungen für Systemabsturzabbilder festgelegt. Dabei wird davon ausgegangen, dass auf dem Datenträger genügend freier Speicherplatz vorhanden ist.
Einstellung für Systemabsturzabbilder Mindestanforderungen an die Auslagerungsdateigröße
Kleines Speicherabbild (256 KB) 1 MB
Kernelspeicherabbild Hängt von der Auslastung des virtuellen Kernelspeichers ab.
Vollständiges Speicherabbild 1 x RAM plus 257 MB*
Automatisches Speicherabbild Hängt von der Auslastung des virtuellen Kernelspeichers ab. Details finden Sie auf MSDN unter Automatisches Speicherabbild.

*1 MB Headerdaten und Gerätetreiber können insgesamt 256 MB sekundäre Absturzabbilddaten ergeben.

Automatisches Speicherabbild

In Windows 8 und Windows Server 2012 wurde das Feature „Automatisches Speicherabbild“ eingeführt. Dieses Feature ist standardmäßig aktiviert. Es handelt sich dabei um eine neue Einstellung, nicht um eine neue Art von Absturzabbild. Diese Einstellung wählt abhängig von der Häufigkeit der Systemabstürze automatisch die optimale Auslagerungsdateigröße aus. 

Die Einstellung Automatisches Speicherabbild wählt zuerst eine niedrige Auslagerungsdateigröße aus, in den meisten Fällen für den Kernelspeicher ausreicht. Wenn das System innerhalb von vier Wochen erneut abstürzt, wählt das Feature „Automatisches Speicherabbild“ als Auslagerungsdateigröße die RAM-Größe oder 32 GB aus (je nachdem, was kleiner ist). 

Hinweis In Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 beträgt die anfängliche Mindestgröße der Auslagerungsdatei oder der dedizierten Abbilddatei 1 GB.

Absturzabbilder für den Kernelspeicher erfordern eine hinreichend große Auslagerungsdatei oder dedizierte Abbilddatei für den Kernelmodusteil der Auslastung des virtuellen Speichers. Wenn das System innerhalb von vier Wochen nach dem vorherigen Absturz erneut abstürzt, wird beim Neustart ein vollständiges Speicherabbild ausgewählt. Dafür ist eine Auslagerungsdatei oder dedizierte Abbilddatei erforderlich, die mindestens so groß ist wie der physische Speicher (RAM) plus 1 MB für Headerinformationen plus 256 MB für mögliche Treiberdaten, um alle möglichen Abbilddaten aus dem Speicher zu unterstützen. Die vom System verwaltete Auslagerungsdatei wird entsprechend vergrößert, um diese Art von Absturzabbild zu unterstützen. Wenn das System mit einer Auslagerungsdatei oder einer dedizierten Abbilddatei einer bestimmten Größe konfiguriert ist, müssen Sie sicherstellen, dass die Größe ausreicht, um die Einstellung für Absturzabbilder zu unterstützen, die in der Tabelle weiter oben in diesem Abschnitt zusammen mit dem höchsten festgelegten virtuellen Speicher des Systems angegeben ist.

Weitere Informationen zu Systemabsturzabbildern finden Sie im folgenden Artikel der Microsoft Knowledge Base:

969028 Generieren einer Kernel- oder vollständigen Speicherabbilddatei in Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2
 

Dedizierte Abbilddateien

Auf Computern unter Microsoft Windows oder Microsoft Windows Server wird normalerweise eine Auslagerungsdatei zur Unterstützung von Systemabsturzabbildern benötigt. Systemadministratoren haben jetzt die Möglichkeit, stattdessen mit den folgenden Softwarepaketen eine dedizierte Abbilddatei zu erstellen:
  • Windows 7 Service Pack 1 mit angewendetem Hotfix 2716542
  • Windows Server 2008 R2 Service Pack 1 mit angewendetem Hotfix 2716542
Eine dedizierte Abbilddatei ist eine Auslagerungsdatei, die nicht für die Auslagerung verwendet wird. Stattdessen ist sie für die Unterstützung einer Systemabsturz-Abbilddatei („memory.dmp“) bei einem Systemabsturz „dediziert“. Dedizierte Abbilddateien können auf jedem Datenträgervolume gespeichert werden, das eine Auslagerungsdatei unterstützt. Wir empfehlen die Verwendung einer dedizierten Abbilddatei, wenn Sie ein Systemabsturzabbild benötigen, aber keine Auslagerungsdatei verwenden möchten.

Weitere Informationen zu dedizierten Abbilddateien finden Sie in den folgenden Artikeln der Microsoft Knowledge Base:

969028 Generieren einer Kernel- oder vollständigen Speicherabbilddatei in Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2

950858 Dedizierte Abbilddateien werden auf einem Computer unter Windows Server 2008 oder Windows Vista mit mehr als 4 GB physischem Speicher unerwartet auf 4 GB gekürzt
 

Vom System verwaltete Auslagerungsdateien

Auslagerungsdateien werden standardmäßig vom System verwaltet. Dies bedeutet, dass die Auslagerungsdateien größer und kleiner werden. Dies basiert auf verschiedenen Faktoren, beispielsweise der Menge des installierten physischen Speichers, dem Prozess der Unterstützung des festgelegten virtuellen Speichers des Systems und dem Prozess der Unterstützung eines Systemabsturzabbilds.

Wenn der festgelegte virtuelle Speicher des Systems zum Beispiel mehr als 90 Prozent des Systemzuweisungslimits beträgt, wird die Auslagerungsdatei entsprechend vergrößert. Dies geschieht, bis die Auslagerungsdatei das Dreifache der Größe des physischen Speichers oder 4 GB erreicht hat, je nachdem, was größer ist. Dabei wird angenommen, dass der logische Datenträger, auf dem die Auslagerungsdatei gespeichert ist, groß genug ist, um das Wachstum zu unterstützen.

Die folgende Tabelle enthält die minimalen und maximalen Auslagerungsdateigrößen für vom System verwaltete Auslagerungsdateien.
Betriebssystem Minimale Auslagerungsdateigröße Maximale Auslagerungsdateigröße
Windows XP und Windows Server 2003 mit weniger als 1 GB RAM 1,5 x RAM 3 x RAM oder 4 GB, je nachdem, welcher Wert größer ist
Windows XP und Windows Server 2003 mit mehr als 1 GB RAM 1 x RAM 3 x RAM oder 4 GB, je nachdem, welcher Wert größer ist
Windows Vista und Windows Server 2008 1 x RAM 3 x RAM oder 4 GB, je nachdem, welcher Wert größer ist
Windows 7 und Windows Server 2008 R2 1 x RAM 3 x RAM oder 4 GB, je nachdem, welcher Wert größer ist
Windows 8 und Windows Server 2012 Hängt von der Einstellung für Absturzabbilder ab.* 3 x RAM oder 4 GB, je nachdem, welcher Wert größer ist
Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 Hängt von der Einstellung für Absturzabbilder ab.* 3 x RAM oder 4 GB, je nachdem, welcher Wert größer ist Wenn der freie Speicherplatz auf dem Volume jedoch kleiner als 16 GB ist, wird die Größe der Seitendatei auf 3 GB beschränkt.
Windows 10 und Windows Server 2016 Variiert basierend auf der Verwendungshistorie der Seitendatei, der Größe des RAM (RAM ÷ 8, maximal 32 GB) und der Crash Dump-Einstellungen. 3 x RAM oder 4 GB, je nachdem, welcher Wert größer ist  Dies ist dann auf die Volumengröße ÷ 8 begrenzt.  Es kann jedoch auf 1 GB freien Speicherplatz auf dem Volume erweitert werden, wenn dies für Crash Dump-Einstellungen erforderlich ist.

*Siehe Systemabsturzabbilder.

Leistungsindikatoren

Mehrere Leistungsindikatoren beziehen sich auf Auslagerungsdateien. In diesem Abschnitt werden die Leistungsindikatoren und die von ihnen gemessenen Aspekte beschrieben.
„\Arbeitsspeicher\Seiten/s“ und andere Indikatoren für harte Seitenfehler
Die folgenden Leistungsindikatoren messen harte Seitenfehler (dazu gehören unter anderem Lesevorgänge in Auslagerungsdateien):
  • „\Arbeitsspeicher\Seite/s“
  • „\Arbeitsspeicher\Seitenlesevorgänge/s“
  • „\Memory\Page Inputs/sec“ (Arbeitsspeicher\Seiteneingaben/s)
Die folgenden Leistungsindikatoren messen Schreibvorgänge in Auslagerungsdateien:
  • „\Arbeitsspeicher\Seiten-Schreibvorgänge/s“
  • „\Memory\Page Output/sec“ (\Arbeitsspeicher\Seitenausgabe/s)
Harte Seitenfehler sind Fehler, die durch Abrufen der Daten vom Datenträger behoben werden müssen. Zu diesen Daten können Teile von DLL-Dateien, EXE-Dateien, dem Speicher zugeordnete Dateien und Auslagerungsdateien gehören. Diese Fehler stehen nicht zwangsläufig im Zusammenhang mit einer Auslagerungsdatei oder zu geringem Arbeitsspeicher. Harte Seitenfehler sind eine Standardfunktion des Betriebssystems. Sie treten auf, wenn die folgenden Elemente gelesen werden:
  • Teile von Imagedateien (DLL- und EXE-Dateien), während diese verwendet werden
  • Dem Speicher zugeordnete Dateien
  • Eine Auslagerungsdatei
Hohe Werte für diese Indikatoren (übermäßige Auslagerung) weisen unter x86- und x64-Versionen von Windows und Windows Server auf Datenträgerzugriffe von im Allgemeinen 4 KB pro Seitenfehler hin. Dieser Datenträgerzugriff steht nicht zwangsläufig im Zusammenhang mit Aktivitäten in Auslagerungsdateien, kann aber zu einer schlechten Datenträgerleistung beitragen. Diese kann systemweite Verzögerungen verursachen, wenn die zugehörigen Datenträger überlastet sind.

Daher empfehlen wir, die Datenträgerleistung der logischen Datenträger, auf denen eine Auslagerungsdatei gespeichert ist, in Korrelation mit diesen Indikatoren zu überwachen. Beachten Sie, dass auf einem System mit ständigen 100 harten Seitenfehlern pro Sekunde eine Datenträgerübertragungsrate von 400 KB pro Sekunde vorliegt. Die meisten Laufwerke mit 7.200 U/Min können etwa 5 MB pro Sekunde bei einer E/A-Größe von 16 KB oder 800 KB pro Sekunde bei einer E/A-Größe von 4 KB verarbeiten. Es gibt keinen Leistungsindikator, mit dem direkt gemessen wird, für welchen logischen Datenträger die harten Seitenfehler behoben werden.
„\Paging File(*)\% Usage“ (\Auslagerungsdatei(*)\Verwendung (%))
Der Leistungsindikator \Paging File(*)\% Usage (\Auslagerungsdatei(*)\Verwendung (%)) misst die prozentuale Verwendung der einzelnen Auslagerungsdateien. Eine Verwendung einer Auslagerungsdatei von 100 Prozent weist nicht auf ein Leistungsproblem hin, sofern der festgelegte virtuelle Speicher des Systems nicht das Systemzuweisungslimit erreicht und nicht eine große Speichermenge darauf wartet, in eine Auslagerungsdatei geschrieben zu werden.

Hinweis Die Größe der Liste der geänderten Seiten („\Arbeitsspeicher\Geänderte Seitenliste – Bytes“) entspricht der Summe der geänderten Daten, die darauf warten, auf den Datenträger geschrieben zu werden.

Wenn die Liste der geänderten Seiten (eine Liste der Seiten des physischen Speichers, auf die am seltensten zugegriffen wird) eine große Speichermenge enthält und der Wert % Usage (Verwendung (%)) aller Auslagerungsdateien größer als 90 ist, können Sie für Seiten mit häufigeren Zugriffen mehr physischen Speicher verfügbar machen, indem Sie eine Auslagerungsdatei vergrößern oder hinzufügen.

Hinweis Nicht der gesamte Speicher in der Liste der geänderten Seiten wird auf den Datenträger geschrieben. Normalerweise bleiben mehrere Hundert MB Speicher dauerhaft in der Liste der geänderten Seiten.

Überlegungen zu mehreren Auslagerungsdateien und zu Datenträgern

Wenn ein System mit mehreren Auslagerungsdateien konfiguriert ist, wird die Auslagerungsdatei verwendet, die zuerst reagiert. Dies bedeutet, dass Auslagerungsdateien auf schnelleren Datenträgern häufiger verwendet werden. Ob eine Auslagerungsdatei auf einem „schnellen“ oder „langsamen“ Datenträger gespeichert wird, ist nur dann wichtig, wenn häufig auf die Auslagerungsdatei zugegriffen wird und der Datenträger, auf dem die jeweilige Auslagerungsdatei gespeichert ist, überlastet ist. Beachten Sie, dass die tatsächliche Auslagerungsdateiverwendung stark von der Menge des geänderten Speichers abhängt, den das System verwaltet. Dies bedeutet, dass bereits auf dem Datenträger vorhandene Dateien (z. B. TXT-, DOC-, DLL- und EXE-Dateien) nicht in eine Auslagerungsdatei geschrieben werden. Nur geänderte Daten, die noch nicht auf dem Datenträger vorhanden sind (z. B. nicht gespeicherter Text im Editor), stellen Speicher dar, der potenziell durch eine Auslagerungsdatei unterstützt wird. Nachdem die nicht gespeicherten Daten als Datei auf dem Datenträger gespeichert wurden, werden sie durch den Datenträger unterstützt und nicht durch eine Auslagerungsdatei.