Skalierungsprobleme für Geräte mit hohem DPI-Wert in Windows

Zusammenfassung

Wenn Sie ein Gerät mit hohem DPI-Wert wie zum Beispiel Surface Pro 3, Surface Pro 4 oder Surface Book zusammen mit externen Monitoren verwenden, treten die folgenden Probleme auf:

  • Elemente wie Anwendungen, die Taskleiste, Symbole, Symbolleisten, Text und Dialogfelder werden unscharf angezeigt.

  • Elemente sind im Vergleich zum restlichen Desktop zu groß oder zu klein.

  • Der Text in Anwendungen oder auf der Windows-Benutzeroberfläche wird verschwommen angezeigt.

Obwohl diese Symptome bei Verwendung eines einzelnen Monitors möglich sind, treten sie häufiger auf, wenn Sie mehrere Monitore mit unterschiedlicher Bildschirmauflösung verwenden. Die Symptome treten auch auf, wenn sich die Hardwarekonfiguration ändert. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie ein Gerät, das externe Monitore verwendet, an- oder abdocken oder einen externen Monitor vom Gerät trennen.

Die Probleme treten meist in den folgenden Szenarien auf:

  • Anwendungen werden zwischen Monitoren mit unterschiedlicher Bildschirmauflösung verschoben.

  • Der Monitor, auf dem Anwendungen angezeigt werden, wechselt zwischen angedockten und abgedockten Konfigurationen.

  • Benutzer verwenden während einer Anmeldesitzung verschiedene Verbindungen. Beispiel: Benutzer melden sich über eine Remotedesktopverbindung (Remote Desktop Connection, RDC) an und stellen später eine direkte Verbindung her, ohne sich vorher abzumelden.

Die Anzeigeinformationen werden bestimmt, wenn Benutzer sich beim System anmelden. Beim Abmelden und anschließenden Anmelden werden die Anzeigeinformationen zurückgesetzt und das Verhalten verbessert. Das Problem tritt jedoch wieder auf, wenn während der gleichen Anmeldesitzung die Monitorkonfiguration geändert wird, weil Sie beispielsweise das Gerät an- oder abdocken oder einen externen Monitor trennen.

Das Problem ist seit der Einführung von Monitoren mit einer Auflösung von 4K und höher verbreiteter, insbesondere wenn eine Mischung aus diesen Monitoren und älteren Standardmonitoren verwendet wird.

Weitere Informationen zur Skalierung von Anwendungen in Windows finden Sie in den folgenden Core Team-Blogartikeln:

Anzeigeskalierung in Windows 10

Änderungen bei der Anzeigeskalierung in Windows 10 Anniversary Update

Verbesserung Ihrer Skalierung

Verbesserte High-DPI-Unterstützung für Desktop-Apps

Lösung

Wenden Sie die der folgenden Methoden an, um das Problem zu beheben.

  • Überprüfen auf Softwareupdates Windows 10 und Office 2016-Anwendungen werden ständig mit Verbesserungen ergänzt. Wenn bei Ihnen ein bestimmtes Problem auftritt, überprüfen Sie zuerst, ob es in der aktuellen Windows-Version oder dem neuesten kumulativen Update behoben ist. Informationen zu Windows 10-Updates finden Sie im folgenden Microsoft Knowledge Base-Artikel:

    Windows 10-Updateverlauf

  • Anpassen der Bildschirmauflösungen Ziehen Sie die Bereitstellung von Monitoren in Betracht, die zusätzliche Bildschirmauflösungen bieten.

    Wenn Sie mehrere Monitore verwenden (auch wenn Sie an Remotebildschirme andocken oder Verbindungen mit diesen herstellen), erhöhen größere Auflösungsunterschiede zwischen dem nativen Gerät und dem externen Gerät die Wahrscheinlichkeit, dass Probleme auftreten. Weitere Informationen finden Sie in der folgenden OneDrive-Präsentation:

    Leitfaden für Surface Pro 3 und mehrere Monitore

  • Verwenden von UWP-Anwendungen Sie können anstelle von Win32-Anwendungen UWP-Anwendungen (Universelle Windows-Plattform) verwenden oder bereitstellen.

    Moderne Apps (UWP-Apps) werden immer richtig skaliert. Wenn eine vergleichbare moderne App verfügbar ist, können Sie diese als Ersatz verwenden, um die Skalierungsprobleme zu beheben. Edge zum Beispiel ist eine moderne App, die nicht die DPI-Skalierungsprobleme verursacht, die in Internet Explorer auftreten können. Entsprechend ist Remotedesktop eine Alternative für „mstsc.exe“.

  • Überprüfen auf bekannte Probleme In den folgenden Artikeln finden Sie weitere Informationen zu bekannten Problemen in den jeweiligen Produkten.

    Office 2016

    Office-Apps werden auf externen Monitoren in der falschen Größe oder unscharf angezeigt

    Hinweis Office 2016-Anwendungen werden seit September 2016 veröffentlicht. Weitere Updates sind geplant.
      Internet Explorer

    3165808 Die Anzeige des Internet Explorer 11-Fensters wechselt zwischen dem in das Gerät integrierten Monitor und einem externen Monitor

Problemumgehung

Probieren Sie die folgenden Methoden aus, um Skalierungsprobleme zu umgehen:

  • Abmelden und Anmelden Melden Sie sich beim System ab und wieder an. Dadurch wird die Anzeige von Anwendungen und Elementen bei geänderter Monitorkonfiguration verbessert.

  • Anpassen der Anzeigeeinstellungen Windows 10

    Wählen Sie Anzeigen > Größe von Text, Apps und anderen Elementen ändern aus, und passen Sie dann den Schieberegler für jeden Monitor an.

    Frühere Windows-Systeme

    Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Anwendung, wählen Sie Eigenschaften aus, wählen Sie die Registerkarte Kompatibilität aus, und aktivieren Sie dann das Kontrollkästchen Skalierung bei hohem DPI-Wert deaktivieren.

  • Ändern von Anwendungseigenschaften Klicken Sie im Explorer oder im Startmenü mit der rechten Maustaste auf den Anwendungsnamen, wählen Sie Eigenschaften aus, wählen Sie die Registerkarte Kompatibilität aus, und aktivieren Sie dann das Kontrollkästchen Skalierung bei hohem DPI-Wert deaktivieren.

    Hinweis

    In Windows 10, Version 1703, und hören Versionen von Windows wurde der Text der Option Skalierung bei hohem DPI-Wert deaktivieren geändert in Verhalten bei hoher DPI-Skalierung überschreiben. Skalierung durchgeführt von: Anwendung.

  • Überprüfen, ob Anwendungen mit DPI-Werten kompatibel sind Gehen Sie wie folgt vor, um die Unterstützung einer Anwendung für DPI-Skalierung zu ermitteln:

    1. Laden Sie Sysinternals Process Explorer herunter, und führen Sie die Anwendung aus.

    2. Klicken Sie in Process Explorer auf die Spalten, und fügen Sie dann die Spalte DPI Awareness der Ansicht hinzu.

    3. Starten Sie die Anwendung, die Sie überprüfen möchten.

    4. Suchen Sie die Anwendung in Process Explorer, und untersuchen Sie die Spalte DPI Awareness.

    Definitionen der Status in „DPI Awareness“

    „Per-Monitor Aware“: Mit monitorspezifischen DPI-Werten kompatibel. Diese Anwendungen überprüfen beim Starten den DPI-Wert und passen den Skalierungsfaktor an, wenn sich der DPI-Wert ändert. Diese Anwendungen werden nicht automatisch vom System skaliert.

    „System Aware“: Kompatibel mit systemspezifischen DPI-Werten. Diese Anwendungen werden bei DPI-Änderungen nicht skaliert. Sie fragen den DPI-Wert einmal ab und verwenden diesen Wert dann während der gesamten Lebensdauer der Anwendung. Wenn sich der DPI-Wert ändert, passt sich die Anwendung nicht an den neuen DPI-Wert an. Wenn der DPI-Wert vom Systemwert abweicht, wird die Skalierung automatisch vom System erhöht oder verringert.

    Unaware: Nicht mit DPI-Werten kompatibel. Diese Anwendungen werden bei DPI-Änderungen nicht skaliert. Bei ihnen wird immer ein Skalierungsfaktor von 100 Prozent (96 DPI) angenommen. Bei allen anderen DPI-Einstellungen werden diese Anwendungen automatisch vom System skaliert.

    Weitere Informationen finden Sie im folgenden MSDN-Thema:

    PROCESS_DPI_AWARENESS-Enumeration

  • Melden eines Problems Viele Benutzeroberflächenelemente wurden aufgrund von Kundenfeedback aktualisiert. Da DPI-Skalierungsprobleme zahlreiche Symptome und Konfigurationen betreffen können, können Informationen von Benutzern uns helfen, bestimmte Szenarien zu identifizieren und die Entwicklung von Updates zu priorisieren.

    Gehen Sie wie folgt vor, um solches Feedback zu geben:

    1. Zeichnen Sie die Monitorkonfigurationen auf. Erstellen Sie dazu einen Screenshot des Fensters „ Anzeigen“ (Start > Einstellungen > System > Anzeigen).

    2. Notieren Sie sich für jeden Monitor Hersteller, Modell, Skalierungsprozentsatz und Auflösung.

    3. Zeichnen Sie die Schritte auf, die notwendig sind, um das Problem zu reproduzieren.

    4. Erstellen Sie Screenshots oder Videos des Desktops oder von Anwendungen vor und nach Auftreten der Skalierungsprobleme.

    5. Führen Sie „DXDiag.exe“ auf dem System aus.

    6. Wählen Sie Start > Feedback-Hub aus. Suchen Sie nach „DPI“, um zu überprüfen, ob Probleme aufgeführt sind, die zu Ihrem konkreten Problem passen. Wenn Sie eine Übereinstimmung finden, können Sie zusätzliches Feedback hinzufügen, beispielsweise Screenshots, DXDiag-Ergebnisse und andere relevante Informationen.

Weitere Informationen

Die Anzeigeskalierung ist ein erstaunlich komplexes Problem. Es gibt keine Patentlösung oder Universallösung für sämtliche DPI-Skalierungsprobleme. Die DPI-Skalierung profitiert von ständigen Verbesserungen im Kernbetriebssystem, in Anwendungsentwicklungsmodellen und in Anwendungen von Microsoft sowie von Drittanbietern.

Verschiedene Windows-Versionen und Anwendungsentwicklungsmodelle weisen unterschiedliche Möglichkeiten und Einschränkungen hinsichtlich der Anzeigeskalierung auf.

So kennen beispielsweise die Desktopumgebung und Anwendungen in Windows-Versionen die vor Windows 8.1 veröffentlicht wurden, nur einen Skalierungsfaktor. Dieser basiert im Allgemeinen auf der primären Anzeige zum Zeitpunkt des Beginns der Anmeldesitzung. Wenn die Anzeige während einer Anmeldesitzung geändert wird, wird der Skalierungsfaktor der Systembitmaps vom Skalierungsfaktor des Systems in den Skalierungsfaktor des neuen Monitors geändert. Dadurch wird sichergestellt, dass Inhalte nicht zu groß oder zu klein werden. Text kann jedoch verschwommen angezeigt werden. (Der Effekt wird bei einer höheren Skalierung deutlicher.) Wenn das System Benutzeroberflächenelemente auf die richtige Größe vergrößert oder verkleinert, kann dies dazu führen, dass Dialogfelder und andere Benutzeroberflächenelemente verschwommen angezeigt werden.

In Windows 10 haben wir dafür gesorgt, dass große Teile der Desktop-UX auch bei Verwendung von An- und Abdocken scharf skaliert werden. Weitere Skalierungsverbesserungen wurden an Taskleiste, Explorer, Desktopsymbolen, Kontextmenü und anderen Benutzeroberflächenelementen vorgenommen, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Microsoft aktualisiert das System und die Erstanbieteranwendungen ständig. Für Drittanbieteranwendungen sind möglicherweise ähnliche Maßnahmen erforderlich.

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