In diesem Artikel wird beschrieben, wie Sie Probleme mit dem Ruhezustand oder Standbymodus in Windows XP behandeln. In diesem Artikel wird auch erklärt, wie Sie herausfinden können, ob ein Windows XP-Computer APM-Funktionen (APM = Advanced Power Management) wie Ruhezustand oder Standbymodus unterstützt. Dieser Artikel richtet sich an fortgeschrittene Benutzer.
Informationen zu Ruhezustand und Standbymodus
Ruhezustand und Standbymodus sind sehr niedrige Energiezustände, bei denen alle Systeminhalte und Daten im Speicher des Computers abgelegt werden.
Während dem Ruhezustand oder Standbymodus sind die meisten Systemkomponenten abgeschaltet. Durch Versetzen des Computers in den Ruhezustand oder Standbymodus kann der Stromverbrauch erheblich verringert werden. Sofern kein Problem vorliegt, kann der Computer schnell aus dem Ruhezustand oder Standbymodus in seinen vorherigen Zustand zurückkehren.
Falls ein Problem vorliegt, wenn der Ruhezustand oder Standbymodus aktiviert oder beendet wird, dann tritt mindestens eines der folgenden Symptome auf:
- Es wird eine Fehlermeldung angezeigt, die folgendes Format hat:
Wechsel in den Standbymodus nicht möglich (Unable to enter Standby mode).
- Das System kann aus dem Ruhezustand oder Standbymodus nicht reaktiviert werden.
- Nach der Reaktivierung aus dem Ruhezustand oder Standbymodus zeigt der Computer abnormales Verhalten. Es können Probleme mit der Sound- oder Anzeigequalität oder mit der Maussteuerung auftreten.
- Wenn ein Computer in den Ruhezustand oder Standbymodus wechselt oder daraus reaktiviert wird, wird eine STOP-Fehlermeldung angezeigt, die folgendes Format hat:
0x0000009F: DRIVER_POWER_STATE_FAILURE
Wenn ein abnormes Verhalten auftritt, wenn der Computer in den Ruhezustand oder Standbymodus wechselt oder aus einem dieser Zustände reaktiviert wird, kann dies folgende Ursachen haben:
Veraltete oder inkompatible Gerätetreiber
- Wenn auf dem Computer veraltete Gerätetreiberdateien verwendet werden, können diese möglicherweise die Energieverwaltung nicht unterstützen oder Kompatibilitätsprobleme verursachen. Dieses Verhalten verhindert, dass ein Computer in den Ruhezustand oder Standbymodus wechseln bzw. daraus reaktiviert werden kann. Treiber sind die Hauptursachen für Probleme mit dem Ruhezustand oder Standbymodus.
Stellen Sie sicher, dass Sie für alle diese Geräte, speziell Audio- und Anzeigegeräte, die neuesten Betriebssystem-Updates installieren. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher Treiber das Problem verursacht, fahren Sie mit dem Abschnitt "Wenn veraltete Treiberdateien verwendet werden, führen Sie das Absturzanalyse-Tool aus" fort.
Hinweis Audiogeräte müssen Treiber haben, die ausschließlich die WDM-Architektur (WDM = Windows Driver Model) nutzen. - Wenn das System einen einfachen Grafiktreiber verwendet, wie z. B. einen VGA-Grafiktreiber, ist dieser möglicherweise nicht kompatibel. VGA-Treiber stellen zwar die grundlegende Anzeigefunktionalität bereit, unterstützen jedoch keine Energieverwaltungsfunktionen. Wenn Sie über einen VGA-Treiber verfügen, überprüfen Sie auf der Website des Treiberherstellers, ob ein Update verfügbar ist.
Inkompatible Software von Fremdanbietern
Möglicherweise wird auf Ihrem Computer die Software eines Fremdanbieters ausgeführt, deren installierte Komponenten die Energieverwaltung stören oder nicht unterstützen. Fordern Sie vom Hersteller der Software verfügbare Updates an.
Veraltete Firmware der Peripheriegeräte
Wenn die Firmware der Peripheriegeräte veraltet ist, können Probleme auftreten. Peripheriegeräte, wie z. B. SCSI-Adapter, Modems, CD- und DVD-Laufwerke oder Grafikkarten enthalten in der Regel ein Diagnoseprogramm, mit dem Sie die installierte Firmwareversion ermitteln können. Wenn die Firmware veraltet ist, besuchen Sie die Website des Herstellers, um festzustellen, ob ein Update verfügbar ist. Wenn Sie für mehrere Geräte Updates finden, installieren Sie die einzelnen Updates nacheinander, und überprüfen Sie die Auswirkung jedes einzelnen Updates.
Veraltete Systemfirmware
Wenn die Systemfirmware (BIOS) veraltet ist und Sie sie nicht auf die neueste Version aktualisieren, können speziell bei ACPI-kompatiblen Systemen Probleme auftreten. Wenn Sie nicht genau wissen, ob Ihr System ACPI-Energieverwaltungsfunktionen (Advanced Configuration and Power Interface, ACPI) nutzt, wechseln Sie zum Abschnitt "Ermitteln, ob ein Computer ACPI-Funktionen nutzt". Um dieses Problem auf einem ACPI-konformen System zu beheben, können Sie es auf die neueste Version aktualisieren. Wenden Sie sich dazu an den Hersteller des Systems, und bringen Sie in Erfahrung, ob Upgrades verfügbar sind.
Bei x86-Systemen, die mit einem APM-basierten (Nicht-ACPI) BIOS ausgerüstet sind, können Sie APM vorübergehend deaktivieren, bis Sie ein Firmwareupdate erhalten haben. Durch diese Konfiguration können zudem Startprobleme, wie beispielsweise Instabilitäts- und STOP-Fehler, eliminiert werden.
Hinweis Wenn Sie APM deaktivieren, kann der Computer nicht in den Ruhezustand oder Standbymodus wechseln. Weitere Informationen zur Behandlung von STOP-Fehlern im Zusammenhang mit APM finden Sie in folgendem Artikel der Microsoft Knowledge Base:
237673
(http://support.microsoft.com/kb/237673/de/
)
STOP-Fehlermeldung: Problembehandlung nach Aktivieren von APM
Veraltete Computerhardware
Wenn die Computerhardware Ruhezustand und Standbymodus nicht ordnungsgemäß unterstützt, ist sie möglicherweise veraltet. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Computer Ruhezustand und Standbymodus unterstützt, wechseln Sie zum Abschnitt "Ermitteln, ob ein Computer Ruhezustand- und Standbymodus-Funktionen unterstützt". Ältere Hardware ist möglicherweise nicht ACPI-kompatibel oder verfügt noch nicht über ACPI-Funktionen. Wenn Sie nicht genau wissen, ob Ihr System ACPI-Funktionen nutzt, wechseln Sie zum Abschnitt "Ermitteln, ob ein Computer ACPI-Funktionen nutzt".
Wenn Ihr Computer Ruhezustand oder Standbymodus nicht unterstützt, dann kann Ihnen dieser Artikel leider nicht weiter helfen.
Behebung von Problemen mit dem Ruhezustand oder Standbymodus
Wenn sich Ihr Computer nicht aus Ruhezustand oder Standbymodus reaktivieren lässt, versuchen Sie, das Problem anhand der Informationen in diesem Abschnitt zu beheben.
Wenn eine Meldung zum Löschen der Wiederherstellungsdaten angezeigt wird, bestätigen Sie den Vorgang
Wenn Sie den Computer in den Ruhezustand oder Standbymodus versetzen, speichert Windows XP vor dem Herunterfahren des Systems den gesamten Systeminhalt in der Datei "
Systemlaufwerk\Hiberfil.sys".
Hinweis Systemlaufwerk ist ein Platzhalter für das Laufwerk, auf dem Windows installiert ist.
Die Datei "Ntldr" überprüft die Integrität der Datei "Hiberfil.sys". Wenn die Datei "Hiberfil.sys" beschädigt ist, wird möglicherweise eine Fehlermeldung der folgenden Form angezeigt:
Wiederherstellungsdaten löschen und zum Startmenü wechseln.
Nach der Anzeige dieser Fehlermeldung werden Sie aufgefordert, die Wiederherstellungsdaten zu löschen. Drücken Sie die Eingabetaste, um zuzulassen, dass Windows XP die Datei "Hiberfil.sys" löscht, und starten Sie den Computer neu.
Wenn das Problem dadurch behoben wurde, sind Sie fertig.
Wenn sich das Problem mit dieser Methode nicht beheben ließ, fahren Sie mit dem Abschnitt "Weitere Schritte" fort.
Wenn Geräte an den Computer angeschlossen sind, trennen Sie sie
Wenn Sie Geräte, z. B. ein USB-Gerät, an den Computer angeschlossen haben, nachdem dieser in den Ruhezustand oder Standbymodus versetzt wurde, trennen Sie Geräte vom System, bevor Sie den Computer aus dem Ruhezustand oder Standbymodus reaktivieren. Schließen Sie die Geräte wieder an, nachdem der Computer erfolgreich aus dem Ruhezustand oder Standbymodus reaktiviert wurde.
Wenn das Problem dadurch behoben wurde, sind Sie fertig.
Wenn sich das Problem mit dieser Methode nicht beheben ließ, fahren Sie mit dem Abschnitt "Weitere Schritte" fort.
Wenn der Computer nicht aus dem Ruhezustand oder Standbymodus reaktiviert wird, starten Sie den Computer neu
Wenn Sie den Computer nicht aus dem Ruhezustand oder Standbymodus reaktivieren können, drücken Sie den Netzschalter, und halten Sie ihn gedrückt, bis das System neu gestartet wird. ACPI-kompatible Systeme werden in der Standardkonfiguration heruntergefahren, wenn der Netzschalter gedrückt und wieder losgelassen wird. Wenn Sie über ein älteres System mit einer Reset-Taste verfügen, drücken Sie die Reset-Taste, um es neu zu starten. Wenn der Computer durch Drücken der Reset-Taste nicht neu gestartet wird, drücken Sie den Netzschalter, um den Computer auszuschalten. Wenn Sie ein ACPI-kompatibles System besitzen, das nicht nach einem kurzen Zeitraum heruntergefahren wird, drücken Sie den Netzschalter, und halten Sie ihn gedrückt, bis sich das System abschaltet. Dies geschieht gewöhnlich nach ungefähr vier Sekunden.
Hinweis Nicht ordnungsgemäße Herunterfahren- oder Reset-Vorgänge können dazu führen, dass nicht gesicherte Daten verloren gehen. Windows XP kann erkennen, wenn der Computer nicht ordnungsgemäß heruntergefahren wurde. Wenn Windows XP einen solchen nicht ordnungsgemäßen Vorgang erkennt, startet es die Datei "Autochk.exe", um Probleme mit dem Dateisystem während des Startvorgangs zu beheben. Dadurch können einige Probleme behoben werden, die auftreten, wenn Sie versuchen, den Computer aus dem Ruhezustand oder Standbymodus zu reaktivieren. Weitere Informationen zu den Dateien "Autochk.exe" und "Chkdsk.exe" finden Sie in folgendem Artikel der Microsoft Knowledge Base:
831426
(http://support.microsoft.com/kb/831426/de/
)
Beim Versuch, den Computer herunterzufahren oder neu zu starten, wird "Chkdsk.exe" oder "Autochk.exe" gestartet
Wenn das Problem durch den Neustart des Computers behoben wurde, sind Sie fertig. Weitere Informationen dazu, wie Sie ein erneutes Auftreten dieser Probleme vermeiden können, finden Sie im Abschnitt "Vermeiden von Problemen mit dem Ruhezustand und Standbymodus".
Wenn sich das Problem durch den Neustart des Computers nicht beheben ließ, fahren Sie mit dem Abschnitt "Wenn veraltete Treiberdateien verwendet werden, führen Sie das Absturzanalyse-Tool aus" fort, oder wechseln Sie zum Abschnitt "Weitere Schritte", um Informationen zum Kontaktieren des Supports zu erhalten.
Wenn veraltete Treiberdateien verwendet werden, führen Sie das Absturzanalyse-Tool aus
Nach dem Neustart des Computers sollten Sie das Absturzanalyse-Tool ausführen. Dieses Tool kann Ihnen helfen herauszufinden, ob das Problem durch einen Treiber verursacht wird. Wenn das Problem durch einen Treiber verursacht wird, kann dieses Tool helfen, den Treiber zu identifizieren. Weitere Informationen finden Sie in folgendem Artikel der Microsoft Knowledge Base:
310414
(http://support.microsoft.com/kb/310414/de/
)
Gewusst wie: Konfigurieren und Verwenden der Fehlerberichterstattung in Windows XP
Wenn ein Treiber auf diese Weise als Problemursache identifiziert wurde, führen Sie Windows Update oder Microsoft Update aus, um verfügbare Updates herunterzuladen und zu installieren. Oder wenden Sie sich an den Treiberhersteller, um in Erfahrung zu bringen, ob Updates verfügbar sind. Weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Microsoft-Website:
- Microsoft Update
- Windows Update
Wenn sich das Problem mit dieser Methode nicht isolieren oder beheben ließ, fahren Sie mit dem Abschnitt "Weitere Schritte" fort.
Ermitteln, ob ein Computer ACPI-Funktionen nutzt
Der Ruhezustand oder Standbymodus erfordert ein System-BIOS, das ACPI oder die ältere APM-Spezifikation unterstützt. Lesen Sie in der Systemdokumentation nach, oder informieren Sie sich auf der Website des Herstellers, wie Sie feststellen können, ob die Firmware kompatibel und aktuell ist, um Probleme zu vermeiden. Eine aktualisierte Firmware ist besonders wichtig, wenn Sie die ACPI-Funktionen nutzen möchten.
Gehen Sie folgendermaßen vor, um zu ermitteln, ob der Computer ACPI-Funktionen nutzt:
- Klicken Sie auf Start und auf Ausführen, geben Sie devmgmt.msc ein, und klicken Sie auf OK.
- Erweitern Sie im Geräte-Manager die Option Computer.
- Wenn die Option ACPI-PC (Advanced Configuration and Power Interface) angezeigt wird, nutzt der Computer ACPI-Funktionen.
Wird die Option ACPI-PC (Advanced Configuration and Power Interface) nicht angezeigt, unterstützt der Computer keine ACPI-Funktionen.
Weitere Informationen dazu, wie Sie den Support kontaktieren können, finden Sie im Abschnitt "Weitere Schritte".
Ermitteln, ob ein Computer Ruhezustand- und Standbymodus-Funktionen unterstützt
Der Computer muss Ruhezustand und Standbymodus unterstützen, um diese Funktionen verwenden zu können. Gehen Sie folgendermaßen vor, um festzustellen, ob der Computer Ruhezustand und Standbymodus unterstützt:
- Klicken Sie auf Start und auf Ausführen, geben Sie powercfg.cpl ein, und klicken Sie auf OK.
- Klicken Sie im Dialogfeld Eigenschaften von Energieoptionen auf die Registerkarte Ruhezustand.
Hinweis Wenn die Registerkarte Ruhezustand nicht angezeigt wird, dann wird der Ruhezustand nicht vom Computer unterstützt.
- Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Ruhezustand aktivieren, und klicken Sie dann auf Übernehmen.
Hinweis Wenn die Registerkarte Ruhezustand vorhanden ist und Sie das Kontrollkästchen Ruhezustand aktivieren auf der Registerkarte Ruhezustand deaktivieren, dann wird die Option Ruhezustand in der Dropdownliste auf der Registerkarte Erweitert nicht angezeigt.
- Stellen Sie auf der Registerkarte Erweitert sicher, dass im Abschnitt Netzschaltervorgänge die Optionen In den Standbymodus wechseln und In den Ruhezustand wechseln in der Dropdown-Liste enthalten sind.
- Wenn die Optionen Standby und Ruhezustand nicht angezeigt werden, werden diese Funktionen vom Computer nicht unterstützt, oder die Energieverwaltungsfunktionen sind im BIOS deaktiviert. Wenden Sie sich an den Systemhersteller, um sich über die BIOS-Einstellungen zu informieren.